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Afrika durchläuft einen Prozess des wirtschaftlichen Wandels. Der Kontinent hat das Potenzial, zur größten Wachstumsregion der nächsten Jahrzehnte zu werden. Die steigende Kaufkraft der jungen afrikanischen Bevölkerung, zahlreiche Investitionsprojekte sowie große Technologiesprünge bieten gute Chancen für ein unternehmerisches Engagement in Afrika.

Mit 54 Ländern ist Afrika enorm vielfältig und die Volkswirtschaften müssen differenziert betrachtet werden. Hürden sind vielerorts die mangelnde politische Stabilität, Planungsunsicherheit sowie Probleme beim Schutz des Privateigentums. Trotz der Risiken – der Blick nach Afrika lohnt sich für deutsche Unternehmen.

Expertenstimme

Jenny Eberhardt, Germany Trade & Invest

Jenny Eberhardt, GTAI

Jenny Eberhardt, GTAI

Afrikas Volkswirtschaften wachsen überdurchschnittlich stark, die Chancen für deutsche Firmen sind vielfältig. Und doch wagen vergleichsweise wenige deutsche Mittelständler den Schritt auf den afrikanischen Kontinent.

Afrika in Zahlen



Chancen und Herausforderungen für Afrika

Größte Herausforderung und gleichzeitig Chance für den Kontinent ist das enorme Bevölkerungswachstum. Bis 2050 wird sich die Einwohnerzahl von Subsahara-Afrika den Vereinten Nationen (UN) zufolge auf 2,5 Milliarden mehr als verdoppeln.

Vom Agrobusiness über den Gesundheitssektor bis zur Umwelttechnik hat der gesamte Kontinent hohen Nachholbedarf. Bessere Perspektiven für breite Bevölkerungsschichten sind eng verknüpft mit dem Aufbau von lokalen Industrien.

Ob bei der Verarbeitung von Rohstoffen, der Produktion von Textilien für den Weltmarkt oder von Nahrungsmitteln für den heimischen Markt: Moderne Maschinen, verlässliche Energielösungen und effiziente Logistikdienstleistungen werden in Afrika benötigt.

Deutsche Unternehmen können am Wachstum teilhaben und sind mit ihrer Technologie und der besonderen Kompetenz bei Maßnahmen zur Schulung und Ausbildung von Mitarbeitern besonders gefragt.

Wichtigste Märkte in Afrika

Zu den nach Größe und Volumen für deutsche Unternehmen wichtigsten Märkten von Subsahara-Afrika gehören Südafrika, Nigeria, Ghana und Kenia. In diesen sogenannten Hubs befinden sich meist auch die Zentralen internationaler Unternehmen oder Organisationen. Von hier wird oftmals der gesamte Kontinent erschlossen oder der Vertrieb gesteuert.

Daneben ziehen auch neue Märkte wie Äthiopien, Côte d’Ivoire oder Tansania das Interesse internationaler Investoren an. Das nordafrikanische Land Ägypten ist mit rund 100 Millionen Einwohnern ein Schwergewicht in der arabischen Welt und das am zweitstärksten industrialisierte Land Afrikas nach Südafrika.

Länderinformationen und wirtschaftliche Eckdaten zu den wichtigsten afrikanischen Volkswirtschaften finden Sie in unserer Rubrik "Märkte in Afrika".

Warum lohnt sich der Blick nach Afrika?

Das weltweite Interesse an Afrika als Wirtschaftspartner hat spürbar zugenommen. Afrika hat das Potenzial, zur größten Wachstumsregion der nächsten Jahrzehnte zu werden. Der demografische Druck und der Klimawandel zwingen afrikanische Staaten zum Handeln. Das Ziel ist "made in Africa": Es geht um die Schaffung von Arbeitsplätzen und ein Ende der Abhängigkeiten von Rohstoffexporten.

Digitale Transformation

Das Bezahlen mit dem Mobiltelefon ist in Afrika in mittlerweile zehn Ländern Standard und ermöglicht neue Geschäftsmodelle, vom Zugang zu Krediten und Versicherungen bis hin zu Anwendungen im Gesundheitswesen oder der Logistik.



Hohes Wachstum bei Konsumgütern

Vielerorts ist eine Mittelschicht mit ständig steigender Kaufkraft entstanden. Die Konsumgewohnheiten verändern sich, Ansprüche an Qualität und Verpackung werden größer. Einkaufszentren nach westlichem Muster revolutionieren den Einzelhandel.


Erfolgsgeschichten

Bei der industriellen Entwicklung zeichnen sich Fortschritte ab. Generell ist der Norden den Regionen südlich der Sahara bei der Diversifizierung der Wirtschaft einige Schritte voraus. Erfolgsbranchen sind zum Beispiel der Fahrzeugbau und die Nahrungsmittelverarbeitung.


Besseres Geschäftsumfeld

Der Reformwille ist bei den afrikanischen Regierungen groß, sei es beim Erwerb von Grund und Boden, bei der Dauer bürokratischer Prozesse und bei der Durchsetzbarkeit geschlossener Verträge. Für potenzielle Investoren gibt es immer häufiger One-Stop-Shops mit Informationen und Services aus einer Hand.


Auf dem Weg zur Freihandelszone

Die regionale Integration nimmt zu. Mit der African Continental Free Trade Area (AfCFTA) soll durch Abbau von rund 90 Prozent der Zölle die größte Freihandelszone der Welt entstehen. Nachdem außer Eritrea alle Staaten das Abkommen unterzeichnet hatten, wurde es im Juli 2019 offiziell auf den Weg gebracht.





Einen Überblick über Afrikas Chancenvielfalt bietet unser Video "Afrika - Märkte der Zukunft".