Das Länderprofil wurde zuletzt im Februar 2021 aktualisiert.

Ugandas Wirtschaftswachstum liegt zwar mit über 6 Prozent über dem Durchschnitt von Subsahara-Afrika, reicht aber nicht aus, um angesichts der schnell zunehmenden Bevölkerung die weitverbreitete Armut zu lindern. Positiv wirken sich öffentliche Infrastrukturprojekte im Strom- und Transportsektor sowie private Immobilienvorhaben aus. Eine verlässlichere Stromversorgung und bessere Verkehrswege in den benachbarten Transitländern können der Industrie Impulse geben. Das Wahljahr 2021 dürfte keine einschneidenden Veränderungen bringen: Staatspräsident Yoweri Museveni, seit 1986 an der Macht, kann infolge einer Verfassungsänderung erneut antreten.


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

Daten und Fakten

Uganda

Der Africa Business Guide liefert Ihnen die wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Uganda.

Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Uganda, Kampala

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: circa 45,7 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 16

Bevölkerungswachstum: 3,1% (2020)*

Währung & Wechselkurs (September 2020): 1 Euro = 4.332,534 U.Sh. (Uganda-Schilling)

BIP: 915,4 US-Dollar pro Kopf (2020)*

BIP-Wachstum: -0,3% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 14,3 Mrd. US-Dollar (2019)*

Deutsche Ausfuhren: 45,5 Millionen Euro (H1/2020)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter 2019* (in Prozent der Gesamteinfuhr)

  1. Nahrungsmittel 87,1
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 10,1
  3. Textilien/Bekleidung 1,6

Deutsche Ausfuhren: 71,1 Millionen Euro (H1/2020)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter 2019* (in Prozent der Gesamtausfuhr)

  1. Chemische Erzeugnisse 24,4
  2. Maschinen 15,7
  3. Nahrungsmittel 13,0
  4. Mess- und Regeltechnik 6,0
  5. Elektronik 4,6
  6. Elektrotechnik 4,4
  7. Kfz und -Teile 3,3

* Prognose / Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Uganda

Martin Kalhöfer, GTAI-Bereichsleiter für Afrika/Nahost:

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Seit den ersten Ölfunden vor mehr als einem Jahrzehnt gilt das schwarze Gold als potenzieller Hoffnungsträger für Uganda. Immer wieder gab es Verzögerungen, musste der Startschuss für den Beginn einer nennenswerten Förderung verschoben werden. Noch wird an der Infrastruktur und den Förderanlagen gearbeitet, aber in drei bis vier Jahren sollten die ersten Ölgelder in die Staatskasse fließen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit diesen Einnahmen könnte der Bevölkerung des Landes neue Perspektiven verschaffen. Weiteres Potenzial liegt in der Verstärkung der Handelsbeziehungen mit den Ländern innerhalb der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC).

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Ugandas als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Vergleichsweise größerer Binnenmarkt in Afrika mit mehr als 46 Millionen Menschen
  • Bevölkerungsdichte macht Infrastrukturausbau erforderlich
  • Kampala dient als regionale Drehscheibe in Ostafrika
  • Es besteht noch etwas Spielraum bei der Staatsverschuldung - im Vergleich zu Kenia und Äthiopien

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Zunehmende Restriktionen bei der Gewährung von Aufenthaltsgenehmigungen für ausländische Fachkräfte
  • Zunahme von Local-Content-Regelungen, welche Unternehmen zum Teil verunsichern
  • Korruption

O (Opportunities | Chancen)

  • Teilhabe an Infrastrukturprojekten
  • Zulieferung für die breit gefächerte Konsumgüterindustrie
  • Bedienung des lokalen Marktes mit Konsumgütern

T (Threats | Risiken)


  • Risiko von Zahlungsverzögerungen bei Geschäften mit dem Staat
  • Unternehmen mit Sitz in Uganda müssen bei Steuerprüfungen im Fall von Unklarheiten mit hohen Steuernachforderungen rechnen
  • Kleinere private Abnehmer können pandemiebedingt Liquiditätsprobleme bekommen

Potenzialbranchen


Energiewirtschaft

Der Ausbau der Energieversorgung ist von der Corona-Pandemie nicht betroffen. Das Karuma-Wasserkraftwerk (600 MW) befindet sich nach wie vor im Bau. Mittelfristig plant Uganda Wasserkraftwerke wie Ayago (840 MW) und Murchison Falls (360 MW). Den Energieüberschuss will das Land an seine Nachbarn exportieren. Die heimische Nachfrage für Strom wächst, weshalb das Netz erweitert wird.

Landwirtschaft

Das Potenzial der Landwirtschaft wird aktuell nicht ausgeschöpft. Staat und Unternehmen investieren dennoch. Geld fließt in erster Linie ins Agro-Processing, wie der Verarbeitung von Milch, der Produktion von Obstsäften, in Hühnerfarmen und in die Fischproduktion am Victoriasee. Kaffee, Tee, Holz und das Nischenprodukt Chia-Samen werden für den Export angebaut.

Nahrungsmittel

Trotz der Pandemie profitiert die Nahrungsmittelbranche weiterhin von Investitionen. Insbesondere die Getränkeindustrie baut ihre Kapazitäten aus. Allen voran die großen Firmen, wie Coca-Cola, Pepsi, Uganda Breweries (Diageo) und Nile Breweries (Anheuser-Busch InBev), aber auch lokale Produzenten In den kommenden Jahren ist mit weiteren Investitionen zu rechnen. Gefragt sind unter anderem Nahrungsmittelmaschinen und Chemikalien aus Deutschland.

Umwelt und Wasser

Insbesondere der Bereich Wasser/Abwasser profitiert von zahlreichen geberfinanzierten Maßnahmen. Für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit steht der Wassersektor im Mittelpunkt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert unter anderem Projekte zur Wasserver- und Abwasserentsorgung in Kampala und im Norden Ugandas, wo sich viele Flüchtlingslager befinden.

Bauwirtschaft

Ugandas Baubranche bleibt für deutsche Unternehmen einer der chancenreichsten Bereiche. Experten erwarten, dass die internationale Gebergemeinschaft vermehrt Infrastrukturprojekte für Energie, Wasser und Transport ausschreiben wird. Bis zu welchem Maß sich private Investoren im Hochbau engagieren, hängt davon ab, wie zahlungsfähig sie nach der Pandemie sein werden. Derzeit leiden einige Baufirmen unter mangelnder Liquidität, wohl auch, weil die Regierung ihre Rechnungen verzögert bezahlt.

Der Branchencheck Uganda enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Uganda sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Uganda sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierungen für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWi-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Uganda zu erleichtern.

>> Aktuelle Veranstaltungen zum Zielmarkt Uganda

Zivile Sicherheit

Das BMWi-Markterschließungsprogramm hat 2020 eine Geschäftsanbahnungsreise zum Thema Zivile Sicherheit in Uganda und Ruanda durchgeführt und dazu eine Zielmarktanalyse veröffentlicht.

Kontakte und weiterführende Links