Ugandas Wirtschaftswachstum liegt zwar über dem Durchschnitt von Subsahara-Afrika. Das reicht aber nicht aus, um angesichts der schnell zunehmenden Bevölkerung die weitverbreitete Armut zu lindern.

Positiv wirken sich öffentliche Infrastrukturprojekte im Strom- und Transportsektor sowie private Immobilienvorhaben aus. Eine verlässlichere Stromversorgung und bessere Verkehrswege in den benachbarten Transitländern können der Industrie Impulse geben. 

Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.


Das Länderprofil wurde zuletzt im Februar 2021 aktualisiert.

Daten und Fakten Uganda

Expertenstimme

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Seit den ersten Ölfunden vor mehr als einem Jahrzehnt gilt das schwarze Gold als potenzieller Hoffnungsträger für Uganda. Immer wieder gab es Verzögerungen und noch wird an der Infrastruktur und den Förderanlagen gearbeitet, aber in drei bis vier Jahren sollten die ersten Ölgelder in die Staatskasse fließen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit diesen Einnahmen könnte der Bevölkerung des Landes neue Perspektiven verschaffen. 

Martin Kalhöfer GTAI-Bereichsleiter für Afrika/Nahost

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Ugandas als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe. 

S

Strengths Stärken

  • In Afrika vergleichsweise großer Binnenmarkt 
  • Hoher Bevölkerungszuwachs von jährlich etwa 1,2 Millionen Menschen sorgt für steigenden Bedarf in verschiedenen Branchen
  • Von Kampala aus können Ostkongo und Südsudan bedient werden
W

Weaknesses Schwächen

  • Zunehmende Restriktionen bei der Gewährung von Aufenthaltsgenehmigungen für ausländische Fachkräfte
  • Zunahme von Local-Content-Regelungen, welche Unternehmen zum Teil verunsichern
  • Anstieg der Staatsverschuldung engt den Spielraum für Investitionen immer mehr ein
  • Korruption
O

Opportunities Chancen

  • Teilhabe an Infrastrukturprojekten
  • Zulieferung für die breit gefächerte Konsumgüterindustrie
  • Bedienung des lokalen Marktes mit Konsumgütern
  • Ölprojekt im Albertinengraben würde bei Realisierung zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten bieten
T

Threats Risiken

  • Risiko von Zahlungsverzögerungen bei Geschäften mit dem Staat
  • Unternehmen mit Sitz in Uganda müssen bei Steuerprüfungen im Fall von Unklarheiten mit hohen Steuernachforderungen rechnen
  • Kleinere private Abnehmer können pandemiebedingt Liquiditätsprobleme bekommen

Potenzialbranchen

Energiewirtschaft

Der Ausbau der Energieversorgung ist von der Corona-Pandemie nicht betroffen. Das Karuma-Wasserkraftwerk (600 MW) befindet sich nach wie vor im Bau. Mittelfristig plant Uganda Wasserkraftwerke wie Ayago (840 MW) und Murchison Falls (360 MW). Den Energieüberschuss will das Land an seine Nachbarn exportieren. Die heimische Nachfrage für Strom wächst, weshalb das Netz erweitert wird.

Landwirtschaft

Das Potenzial der Landwirtschaft wird aktuell nicht ausgeschöpft. Staat und Unternehmen investieren dennoch. Geld fließt in erster Linie ins Agro-Processing, wie der Verarbeitung von Milch, der Produktion von Obstsäften, in Hühnerfarmen und in die Fischproduktion am Victoriasee. Kaffee, Tee, Holz und das Nischenprodukt Chia-Samen werden für den Export angebaut.

Nahrungsmittel

Trotz der Pandemie profitiert die Nahrungsmittelbranche weiterhin von Investitionen. Insbesondere die Getränkeindustrie baut ihre Kapazitäten aus. Allen voran die großen Firmen, wie Coca-Cola, Pepsi, Uganda Breweries (Diageo) und Nile Breweries (Anheuser-Busch InBev), aber auch lokale Produzenten In den kommenden Jahren ist mit weiteren Investitionen zu rechnen. Gefragt sind unter anderem Nahrungsmittelmaschinen und Chemikalien aus Deutschland.

Umwelt und Wasser

Insbesondere der Bereich Wasserversorgung und Abwasserentsorgung profitiert von zahlreichen geberfinanzierten Maßnahmen. Ein Schwerpunkt bildet die Ausweitung der Wasserversorgung in der Millionenstadt Kampala, in weiteren Städten und in den Flüchtlingscamps im Norden des Landes. Privates Engagement beim Betrieb von Anlagen ist hingegen nur begrenzt möglich. Seit der Liberalisierung des Sektors Ende der 1990er Jahre dominiert hier die National Water & Sewage Corporation (NWSC).

Gesundheitswirtschaft

Branchenkenner rechnen pandemiebedingt mit einer durchwachsenen Entwicklung für 2021 und 2022. Mittelfristig hingegen wird der ugandische Gesundheitssektor als potenzialreicher Wachstumsmarkt eingeschätzt. Dazu trägt vor allem die schnell wachsende Mittelschicht bei, die sich teurere medizinische Behandlungen leisten kann. Größter Käufer im Medizinsektor ist der Staat. Bei Ausschreibungen hat der Preis Priorität.

Bauwirtschaft

Ugandas Baubranche bleibt für deutsche Unternehmen einer der chancenreichsten Bereiche. Experten erwarten, dass die internationale Gebergemeinschaft vermehrt Infrastrukturprojekte für Energie, Wasser und Transport ausschreiben wird. Bis zu welchem Maß sich private Investoren im Hochbau engagieren, hängt davon ab, wie zahlungsfähig sie nach der Pandemie sein werden. Derzeit leiden einige Baufirmen unter mangelnder Liquidität, wohl auch, weil die Regierung ihre Rechnungen verzögert bezahlt.

Der Branchencheck Uganda enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Uganda sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Uganda sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierungen für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Einen Überblick über Geschäftschancen bei öffentlichen Aufträgen gibt Germany Trade & Invest (GTAI) im Bericht Entwicklungszusammenarbeit mit Uganda. Bei GTAI finden Sie zudem aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg Uganda

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWi-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Uganda zu erleichtern.

Lebensmittelverarbeitung

Uganda gehört zu den Zielländern des Projektes "Lebensmittelverarbeitung inkl. Kreislaufwirtschaft in Ostafrika" des Wirtschaftsnetzwerks Afrika.

Das Projekt umfasst verschiedene Module, u.a.

  • Eine umfassende Marktstudie 
  • Bis zu 40 Stunden kostenlose individuelle Beratung können Unternehmen im Rahmen des Projektes in Anspruch nehmen.
  • Digitale Informationsveranstaltung am 23.9.2021 
Symbolbild: Mann liest am Tablet

Marktstudie Ostafrika

Marktstudie zu Geschäftschancen in Äthiopien, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda für Unternehmen im Bereich Lebensmittelverarbeitung inklusive Kreislaufwirtschaft.

Zivile Sicherheit

Das BMWi-Markterschließungsprogramm hat 2020 eine Geschäftsanbahnungsreise zum Thema Zivile Sicherheit in Uganda und Ruanda durchgeführt und dazu eine Zielmarktanalyse veröffentlicht.

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen - unter diesem Motto steht die Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Uganda.

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Gutes Klima: Uganda und der Blumenanbau

Wagagai ist Ugandas größter Produzent von Pflanzen-Stecklingen: Von hier kommen sechs von zehn Begonien und jeder zweite Weihnachtsstern, die in Europa verkauft werden.

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Elmer & Zweifel verfeinert deutsche Textilien mit biologisch angebauter Baumwolle. Das Ergebnis ein langlebiges und faires Produkt, das den Bio-Anbau in Uganda stärkt.

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