Das deutsche Engagement vor Ort ist sowohl beim Export als auch bei den Investitionen ausbaufähig, bemerkt GTAI in der Studie. Gerade einmal 1,9 Prozent des Außenhandels wickelte Deutschland im Jahr 2019 mit Afrika ab. Nicht einmal ein Prozent der gesamten deutschen Auslandsinvestitionen sind in afrikanische Länder geflossen. Die Freihandelszone sei ein großer Anreiz, das zu ändern, sagen Experten. 

Gleichzeitig warten zahlreiche Herausforderungen auf dem Kontinent. Viel politischer Wille ist nötig, um nicht nur Zölle abzubauen, sondern um auch Themen wie nichttarifäre Handelshemmnisse anzugehen, die Steuer- und Wettbewerbspolitik, Lebensmittelsicherheit und Rechte an geistigem Eigentum. Eine weitere Hürde ist die marode Infrastruktur. "Die Logistikkosten sind ein großes Thema in Afrika", bestätigt Petrie. "Deswegen verteilen wir unsere Standorte in einem strategischen Netzwerk auf dem Kontinent." Neben dem Hauptsitz in Südafrika betreibt VW zudem Standorte in Ghana, Ruanda und Kenia. Ziel sind dabei nicht nur die nationalen Märkte; VW denkt vielmehr die Nachbarstaaten mit und vergrößert seine Reichweite regionalspezifisch.

Eine ähnliche Wachstumsstrategie fährt die Bosch-Gruppe, und baut ihre Präsenz über den Kontinent verteilt auf. "Derzeit haben wir rund 2.000 Mitarbeiter in 13 afrikanischen Ländern und damit etwa viermal so viel wie noch 2014", sagt Markus Thill, der für die Geschäfte der Bosch-Gruppe in Afrika verantwortlich ist. Er erklärt, wie sich ein vergleichsweise teurer deutscher Anbieter wie Bosch in Afrika behauptet: "Einmal durch angepasste Produkte, die nach den Anforderungen eines Entwicklungs- oder Schwellenlandes designt und in einem kostengünstigen Werk produziert werden – das hilft an der Preisfront." Zudem punkte man mit guten Services. 


Geschichte der panafrikanischen Freihandelszone

Geschichte der panafrikanischen Freihandelszone