Für Eswatini bleiben die gesamtwirtschaftlichen Aussichten verhalten. Die Zuckerindustrie hat in der EU und in Südafrika wichtige Absatzmärkte verloren.

Zudem fordert die anhaltende Wachstumsschwäche des großen Nachbarn Südafrika ihren Zoll. Andererseits könnte das kleine Königreich davon profitieren, dass das Investitionsklima in der Kaprepublik teilweise schwierig ist. Eswatinis Regierung wirbt bei ausländischen Investoren mit regional gutem Marktzugang, der aus der Mitgliedschaft in verschiedenen Handelsabkommen resultiert. Mit der Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen hat das Land eine wesentliche Voraussetzung für die Ansiedlung ausländischer Unternehmen geschaffen.

Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

Das Länderprofil wurde zuletzt im Dezember 2020 aktualisiert

Daten und Fakten

GTAI GTAI Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Eswatini.


Offizieller Name: Königreich Eswatini

Hauptstadt: Mbabane

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: ca. 1,1 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 24 (2020)*

Bevölkerungswachstum: 0,4% (2020)*

Währung & Wechselkurs (Ø 2020): Lilangeni (Plural: Emalangeni; E), 1 Euro = 16,201 E

BIP pro Kopf: 3.415 US$ (2020)*

BIP-Wachstum: -3,5% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 784 Millionen US$ (2019)*

Deutsche Einfuhren: 5,6 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Getränke/Tabak 48,7
  2. Nahrungsmittel 31,8
  3. Chemische Erzeugnisse 11,0

Deutsche Ausfuhren: 8,3 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Chemische Erzeugnisse 52,3
  2. Mess- und Regeltechnik 17,1
  3. Maschinen 13,1
  4. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 7,1%

*Prognose/Schätzung

Expertenstimme

Afrika-Experte Fausi Najjar

Afrika-Experte Fausi Najjar

Sobald in Südafrika Erholung einsetzt, wird auch das Königreich wirtschaftlich wieder zulegen können. In der Vergangenheit sind auf Prestige ausgerichtete Ausgaben viel zu hoch ausgefallen. Das sorgt in der Bevölkerung für Frust.

Fausi Najjar GTAI-Korrespondent für das südliche Afrika

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Relativ stabile politische Lage
  • Enge Verflechtung mit Südafrika; über die Southern African Customs Union (SACU) ist zollfreier Warenaustausch möglich
  • Gute Anbindung an Häfen Richards Bay und Durban (Südafrika) sowie Maputo (Mosambik)
  • Relativ diversifizierte Wirtschaftsstruktur


W

Weaknesses Schwächen

  • Markt mit 1,1 Mio. Einwohnern sehr klein
  • Mangel an Fachkräften
  • Ineffiziente Verwaltung
  • Regierungsform der absoluten Monarchie bietet kaum Möglichkeiten zur politischen Beteiligung
  • Staatshaushalt sehr auf SACU-Einnahmen angewiesen
O

Opportunities Chancen

  • Großer Investitionsbedarf in die Infrastruktur (Energie, Wasser, Straßen)
  • Gute Anbaubedingungen in der Landwirtschaft
  • Bauwirtschaft könnte durch Swazi Link Schienenprojekt expandieren
  • Erschließbare Rohstoffvorkommen (Gold, Kohle, Eisenerz)
T

Threats Risiken

  • Starke Abhängigkeit von der Zuckerindustrie
  • Aufgrund des Klimawandels drohen Dürren
  • Haushaltsmittel fließen teilweise in ineffiziente Prestigeobjekte
  • In der Bevölkerung wachsende Unzufriedenheit mit der politischen Lage

Potenzialbranchen


Energiewirtschaft


Bis 2030 sollen Erneuerbare Energien 50 Prozent zur Stromerzeugung beitragen (Fotovoltaik, Biomasse und Wasserkraft). Unabhängige Stromerzeuger (IPP) sind gefragt. Geprüft wird auch die Nutzung der Kohlevorhaben.

Nahrungsmittelindustrie

Fruchtbare Böden bieten den Grundstock für die Weiterverarbeitung, etwa von Zuckerrohr, Zitrusfrüchten und Ananas. Kellogg Subsaharan Africa plant für 10 Millionen US$ eine Fabrik für Instantnudeln. Vor Ort sind unter anderem Coca-Cola, Illovo und Mondelez International.

Textil und Bekleidung

Nach einer Unterbrechung wurde das Land wieder in das AGOA-Abkommen aufgenommen. Der neuerliche zollfreie Zugang zum US-Markt kann die Branche wiederbeleben. TexRay (Taiwan) und Bidvest (Südafrika) sind seit 16 beziehungsweise 10 Jahren im Export von Textilien tätig.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Eswatini sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

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