Das Länderprofil wurde zuletzt im Juli 2020 aktualisiert.

In Madagaskar zeichnet sich eine positive Wende ab. Hoffnung schafft die Präsidentschaftswahl von Anfang 2019, die friedlich und im geordneten politischen Rahmen verlief. Zuvor hatte das Land eine politische Dauerkrise durchlaufen. Das wirkte sich wachstums- und investitionshemmend aus. Jetzt kündigen sich bei der völlig unterentwickelten Infrastruktur Fortschritte an. Internationale Geber haben ihre Mittel ausgeweitet, allerdings bestehen teils Zweifel an der adäquaten Verwendung. Bemerkenswert ist die immer noch starke Marktstellung der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich.


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

Daten und Fakten

Madagaskar

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Madagaskar.

Offizieller Name: Republik Madagaskar

Hauptstadt: Antananarivo

Geschäftssprachen: Madagassisch, Französisch

Einwohner: 27,7 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 20 (2018)*

Bevölkerungswachstum: 2,6% (2020)*

Währung & Wechselkurs (Ø 2020): Ariary (Ar), 1 Euro = 4.118,09 Ar

BIP pro Kopf: 514,9 US$ (2020)*

BIP-Wachstum: -3,2% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 7,73 Mrd. US$ (2019)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Nahrungsmittel 50,7
  2. Textilien/Bekleidung 42,0
  3. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 3,0
  4. Chemische Erzeugnisse 1,8
  5. NE-Metalle 1,1

Deutsche Ausfuhren: 52,54 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Maschinen 22,1
  2. Chemische Erzeugnisse 10,2
  3. Elektrotechnik 7,1
  4. Mess- und Regeltechnik 6,9
  5. Kfz und -Teile 6,5

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Madagaskar

Ulrich Binkert, GTAI-Reisekorrespondent für Ostafrika:

Afrika-Experte Ulrich Binkert

Afrika-Experte Ulrich Binkert

Mehr politische Stabilität nährt die Hoffnung, dass Madagaskar sein wirtschaftliches Potenzial endlich stärker nutzt. Deutsche Firmen sind bisher kaum dabei. Wie sich gegen die in Afrika oft übermächtige Konkurrenz aus China punkten lässt, macht Frankreich vor.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Madagaskars als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Viele Bodenschätze
  • Besondere biologische Vielfalt
  • Großes Potenzial an erneuerbaren Energien

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Schlechte Infrastruktur
  • Bürokratie, Korruption
  • Hohes Bevölkerungswachstum, relativ geringes Wirtschaftswachstum
  • Niedriges Ausbildungsniveau
  • Mangelnde Rechtsstaatlichkeit

O (Opportunities | Chancen)

  • Bergbau, Erdölförderung
  • Von ausländischen Partnern finanzierte Infrastrukturprojekte
  • Textilindustrie
  • Landwirtschaft, Fischfang

T (Threats | Risiken)

  • Politische Instabilität
  • Soziale Spannungen, hohe Arbeitslosigkeit
  • Wirbelstürme und andere Naturkatastrophen
  • Umweltzerstörung

Potenzialbranchen


Energiewirtschaft


Der Bedarf an Investitionen ist sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich sehr groß. Da es kein landesweites Stromnetz gibt, spielen Insellösungen eine wichtige Rolle. Im Rahmen von Public-private-Partnerships (PPP) lässt der Staat mehr private Akteure zu. 
Bauwirtschaft

Der madagassische Bausektor ist international gesehen zwar klein, könnte aber in Zukunft Liefer- und Beratungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen bieten. Bislang ist der Staat der größte Auftraggeber im Straßenbau, Energie- und Wassersektor sowie im sozialen Wohnungsbau. Deutsche Unternehmen sind nur vereinzelt über Beteiligungen in Madagaskar aktiv.

Landwirtschaft

Der Bedarf an Nahrungsmitteln vor Ort steigt. Geberprojekte spielen eine große Rolle. Großinvestoren steht man eher kritisch gegenüber. Ein Problem ist die Abholzung von Regenwald, wodurch Erosion eintritt und unfruchtbare Böden entstehen. Deutsche Unternehmen engagieren sich über französische Partner oder von Südafrika aus. 
Bergbau und Rohstoffe

Madagaskars Bergbau befindet sich in einer schwierigen Phase. Unklare rechtliche Rahmenbedingungen, niedrige Mineralienpreise und die Pandemie bremsen die Branche. Ein neues Bergbaugesetz könnte immerhin Planungssicherheit bringen.

Umwelt und Wasser

Madagaskar muss dringend die Wasser- und Abwassersysteme ausbauen. Geschäftspotenziale schaffen private Unternehmen, die in hochwertige und auch hochpreisige Anlagen investieren. Bei öffentlichen Wasserprojekten ist dies nicht möglich. Viele Projekte werden als Public-private-Partnership (PPP) durchgeführt.

Der Branchencheck-Madagaskar von Germany Trade & Invest enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten. 

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Madagaskar sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Madagaskar sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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