Das Länderprofil wurde zuletzt im Juni 2021 aktualisiert.

Malawi ist ein ausgeprägtes Agrarland. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leben ländlich, die meisten betreiben Subsistenzlandwirtschaft oder sind Kleinbauern. Es gibt keine nennenswerte verarbeitende Industrie. Das arme Binnenland bleibt in hohem Maße auf ausländische Unterstützung angewiesen. Der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttoinlandsprodukt liegt zwischen 20 und 30 Prozent. Wesentliche Finanzierungsquellen sind westliche Geber, darunter auch Deutschland, sowie China und Indien.


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerks Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Malawi.

Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Malawi, Lilongwe

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: 19,1 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 16,8 (2020)*

Bevölkerungswachstum: 2,7 % (2020)*

Währung & Wechselkurs (März 2021): Malawi-Kwacha (MK), 1 Euro = 928,303 MK

BIP pro Kopf: 406,7 US$ (2020)*

BIP-Wachstum: 2,2 % (2021)*

Ausländische Direktinvestitionen: 1,51 Mrd. US$ (2019)*

Deutsche Einfuhren: 77,1 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2020*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Getränke/Tabak 89,5
  2. Nahrungsmittel 10,2
  3. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 0,1
  4. Mess-/Regeltech. 0,1
  5. Textilien/Bekleidung 0,1

Deutsche Ausfuhren: 23,4 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2020*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Chemische Erzeugnisse 56,1
  2. Maschinen 17,9
  3. Mess- und Regeltechnik 10,3
  4. Elektrotechnik 4,3
  5. Elektronik 3,5
  6. Textil- und Bekleidung 0,5

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Malawi von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Malawi

Ueli Müller, Auftragsverantwortlicher für das MIERA Programm, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Malawi:

Malawi bietet, trotz der Herausforderung als Binnenstaat, vielfältige Möglichkeiten für erfolgreiches wirtschaftliches Engagement, besonders im Agrarsektor, wo das Land zurzeit versucht seine Exporte weiter zu diversifizieren. Landwirtschaftliche Erzeugnisse profitieren dabei beispielsweise von Handelserleichterungen in der Region sowie zollfreien Marktzugängen in die Europäische Union und die USA. Im Land besteht außerdem Bedarf an einer verbesserten Energieversorgung, bei der erneuerbare Energien eine größere Rolle spielen sollen. Hieraus ergeben sich eine Reihe von Chancen für die deutsche Privatwirtschaft.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Malawis als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Begrenztes Bergbaupotenzial
  • Grundsätzliche Entwicklungsmöglichkeiten im Tourismus

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Marginale Marktgröße/Kaufkraft, geringe Wettbewerbsfähigkeit
  • Hohe Abhängigkeit von wenigen Exportprodukten
  • Facharbeitermangel
  • Hohe Geburtenrate, niedriges Wirtschaftswachstum
  • Erhebliches Länder- und Geschäftsrisiko

O (Opportunities | Chancen)

  • Geberfinanzierte Projekte
  • Aufbau eines Schiffsverkehrs auf dem Malawi-See

T (Threats | Risiken)

  • Politische Unruhen
  • Konflikte in Transitländern können Außenhandel unterbrechen
  • Überschwemmungen und Trockenheit
  • Umweltzerstörung
  • Konflikte mit der internationalen Gebergemeinschaft

Potenzialbranchen


Bergbau

Es gibt Vorkommen von Bauxit und Niob, Uran, Steinkohle, Granat, Ilmenit, Monazit, Rutil und Phosphat. Für bessere Vermarktungschancen müssten die Weltmarktpreise deutlich anziehen.

Energiewirtschaft

Das Versorgungsdefizit liegt bei rund einem Sechstel der installierten Kapazität, sodass beträchtliche Investitionen erforderlich sind. Independent Power Producer (IPP), vor allem aus dem Bereich Fotovoltaik, zeigen zunehmend Interesse.

Landwirtschaft

Mit einem BIP-Anteil von rund 30 Prozent ist dieser Sektor das Rückgrat der Wirtschaft. Dominierend ist der Anbau von Tabak für den Export. Daneben werden vor allem noch Mais, Tee und Zuckerrohr kultiviert.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Malawi sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Malawi sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Schwerpunkte bei den Neuvorhaben 2018 waren die Themen Wasser und Abwasser sowie Landwirtschaft. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Ägypten lernen – Unter diesem Motto steht die Rubrik Erfahrungsberichte.




Kontakte und weiterführende Links