Das Länderprofil wurde zuletzt im Juli 2020 aktualisiert.

Malawi ist ein ausgeprägtes Agrarland. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leben ländlich, die meisten betreiben Subsistenzlandwirtschaft oder sind Kleinbauern. Es gibt keine nennenswerte verarbeitende Industrie. Das arme Binnenland bleibt in hohem Maße auf ausländische Unterstützung angewiesen. Der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttoinlandsprodukt liegt zwischen 20 und 30 Prozent. Wesentliche Finanzierungsquellen sind westliche Geber, darunter auch Deutschland, sowie China und Indien.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf die Wirtschaft in Afrika finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Malawi.

Offizieller Name: Republik Malawi

Hauptstadt: Lilongwe

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: 18,6 Millionen (2019)*

Durchschnittsalter: Ø 17 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,7 % (2019)*

Währung & Wechselkurs (Ø 2020): Malawi-Kwacha (MK), 1 Euro = 819,376 MK

BIP pro Kopf: 370,7 US$ (2019)*

BIP-Wachstum: 4,5 % (2019)*

Ausländische Direktinvestitionen: 1,4 Mrd. US$ (2018)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Getränke / Tabak 91,1
  2. Nahrungsmittel 8,6

Deutsche Ausfuhren: 30,46 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Nahrungsmittel 33,4
  2. Chemische Erzeugnisse 30,8
  3. Maschinen 13,7
  4. Mess- und Regeltechnik 5,5
  5. Elektronik 5,0
  6. Elektrotechnik 3,3
  7. Metallwaren 1,6

*Prognose/Schätzung

Expertenstimme zu Malawi

Ueli Müller, Auftragsverantwortlicher für das MIERA Programm, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Malawi:

Malawi bietet, trotz der Herausforderung als Binnenstaat, vielfältige Möglichkeiten für erfolgreiches wirtschaftliches Engagement, besonders im Agrarsektor, wo das Land zurzeit versucht seine Exporte weiter zu diversifizieren. Landwirtschaftliche Erzeugnisse profitieren dabei beispielsweise von Handelserleichterungen in der Region sowie zollfreien Marktzugängen in die Europäische Union und die USA. Im Land besteht außerdem Bedarf an einer verbesserten Energieversorgung, bei der erneuerbare Energien eine größere Rolle spielen sollen. Hieraus ergeben sich eine Reihe von Chancen für die deutsche Privatwirtschaft.

SWOT-Analyse

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Malawi als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Begrenztes Bergbaupotenzial
  • Grundsätzliche Entwicklungsmöglichkeiten im Tourismus

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Marginale Marktgröße/Kaufkraft, geringe Wettbewerbsfähigkeit
  • Hohe Abhängigkeit von wenigen Exportprodukten
  • Facharbeitermangel
  • Hohe Geburtenrate, niedriges Wirtschaftswachstum
  • Erhebliches Länder- und Geschäftsrisiko

O (Opportunities | Chancen)

  • Geberfinanzierte Projekte
  • Aufbau eines Schiffsverkehrs auf dem Malawi-See

T (Threats | Risiken)

  • Politische Unruhen
  • Konflikte in Transitländern können Außenhandel unterbrechen
  • Überschwemmungen und Trockenheit
  • Umweltzerstörung
  • Konflikte mit der internationalen Gebergemeinschaft

Potenzialbranchen


Bergbau

Es gibt Vorkommen von Bauxit und Niob, Uran, Steinkohle, Granat, Ilmenit, Monazit, Rutil und Phosphat. Für bessere Vermarktungschancen müssten die Weltmarktpreise deutlich anziehen.

Energiewirtschaft

Das Versorgungsdefizit liegt bei rund einem Sechstel der installierten Kapazität, sodass beträchtliche Investitionen erforderlich sind. Independent Power Producer (IPP), vor allem aus dem Bereich Fotovoltaik, zeigen zunehmend Interesse.

Landwirtschaft

Mit einem BIP-Anteil von rund 30 Prozent ist dieser Sektor das Rückgrat der Wirtschaft. Dominierend ist der Anbau von Tabak für den Export. Daneben werden vor allem noch Mais, Tee und Zuckerrohr kultiviert.

Marktzugang

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Malawi finden Sie bei Germany Trade & Invest.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Malawi sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Schwerpunkte bei den Neuvorhaben 2018 waren die Themen Wasser und Abwasser sowie Landwirtschaft. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Ägypten lernen – Unter diesem Stern steht die Rubrik Erfahrungsberichte.




Beratung und Unterstützung für Ihr Malawi-Geschäft