Der afrikanische Kontinent kann gleichzeitig für deutsche Jungunternehmen ein interessanter Absatzmarkt sein. Das Berliner Start-up solarworx hat diese Chance erkannt. Das junge Unternehmen verkauft seine Off-Grid-Solaranlagen inzwischen in 16 afrikanischen Ländern, mit Teams in Deutschland und in Afrika. Die ersten Anlagen lieferte das Unternehmen nach Kamerun und in den Senegal. Die Anlagen funktionieren unabhängig vom Stromnetz und wandeln Sonnenenergie in Strom um.

Afrika hat riesige und noch nicht erschlossene Märkte mit entsprechend wenig Konkurrenz. Das kann für deutsche Start-ups sehr lukrativ sein.


Felix Boldt, CEO Solarworx 

Die Nachfrage nach Boldts Solaranlagen dürfte in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Der Strombedarf steigt und bis zum Jahr 2050 sollen Hochrechnungen zufolge knapp zwei Milliarden Menschen in Afrika leben. Sie brauchen aber nicht nur Strom, sondern auch intelligente Lösungen in vielen anderen Bereichen, etwa in der Wasserversorgung oder in der Landwirtschaft.

Ein Beispiel ist Boreal Light aus Berlin. Das Unternehmen hat eine solarbetriebene Wasseraufbereitungsanlage entwickelt. Sie fördert Brackwasser oder Salzwasser aus den vorhandenen Quellen und filtert es zu Trinkwasser. Das übrige salzhaltige Wasser wird kostenfrei für Duschen oder Toiletten abgegeben oder auch in der Landwirtschaft und Fischzucht verwendet.

In vielen Branchen, Sektoren und Ländern auf dem afrikanischen Kontinent können deutsche Start-ups sehr viel bewegen. Sie tragen mit ihren Innovationen zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort bei. Davon profitieren auch deutsche Mittelständler und Familienunternehmen, die in Afrika aktiv sind. Sie bekommen etwa besseren Zugang zu einer stabilen Energie- und Wasserversorgung oder zu Finanz- und Logistikdienstleistungen. Auf dieser Basis können sie Lieferketten weiter ausbauen oder neue Geschäftsmodelle etablieren. Wenn Traditionsunternehmen und Start-ups zusammen neue Wege gehen, ermöglichen sie wirtschaftlichen Fortschritt für den gesamten Kontinent.