Eritrea befindet sich fest im Griff einer autokratischen Regierung und einer dominierenden Staatswirtschaft. Für Deutschland spielt das Land als Wirtschaftsfaktor kaum eine Rolle.

Der Exodus von Flüchtlingen hält an und wird sich nach Meinung der Economist Intelligence Unit noch verstärken. Auch nach dem Friedensschluss mit Äthiopien ist Eritreas Verhältnis zu seinem Nachbarn konfliktreich. Eine Branche mit Absatzpotenzial ist der Bergbau, wo Firmen in vorwiegend chinesischem Besitz investieren und die Produktion ausweiten. Investitionen dürften auch in Seehäfen fließen, die künftig voraussichtlich wieder mehr für äthiopische Kunden arbeiten.

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen des Tigray-Konflikts im Nachbarland Äthiopien und zur Coronapandemie finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Das Länderprofil wurde zuletzt im Februar 2022 aktualisiert.

Daten und Fakten Eritrea

Expertenstimme

Afrika-Experte Ulrich Binkert

Afrika-Experte Ulrich Binkert

Bei geringem Warenaustausch ist Eritrea für deutsche Firmen eine Art Black Box. Absatzchancen im chinesisch dominierten Bergbau bleiben ungewiss, und die Investitionspläne für Häfen und Straßen sowie eine Ölpipeline und eine teure Bahnlinie müssen sich noch konkretisieren.

Ulrich Binkert GTAI-Reisekorrespondent für Ostafrika

Potenzialbranchen

Bergbau

Bergbauinvestitionen vornehmlich aus China bestimmen weiterhin Eritreas wirtschaftliche Makrodaten. Zuletzt ging das Kupfer-Zink-Gold-Silber-Bergwerk Asmara als dritte operative Mine in Betrieb. Die Kupfer-Zink-Mine Bisha steigert ihre Produktion voraussichtlich und wird bis 2022 und damit länger als geplant betrieben. Den Bau des Kalibergwerks Colluli hat Danakili (Australien) verschoben.

Seehäfen

Nach dem Friedensschluss mit dem Nachbarland Äthiopien wurde über Interesse von DP World (VAE) am Ausbau des Hafens Assab berichtet. Auch Investoren aus China und Russland nahmen demnach eritreische Häfen ins Visier. Über sie hatte Äthiopien vor der Staatenteilung den Großteil seines Außenhandels abgewickelt. Angesichts der neuerlichen Grenzschließung zu Äthiopien bleiben die Aussichten aber ungewiss.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft beschäftigt über zwei Drittel der Bevölkerung, erbringt aber weniger als ein Sechstel der Wirtschaftsleistung, so Schätzungen. Sie ist so unproduktiv wie niederschlagsabhängig und damit anfällig für Dürren.

Der Internationale Agrarentwicklungsfonds (IFAD) plant  von 2020 bis 2025 Maßnahmen zur Ernährungssicherung für kleinbäuerliche Betriebe und Fischer: Verbesserung der Klimaresilienz, Ausbau der Infrastruktur und Erleichterung des Zugangs zu moderner Technologie und Infrastruktur sowie die Stärkung der institutionellen Struktur.

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Bergbau
  • Nähe zu internationalen Handelsrouten (Rotes Meer)
W

Weaknesses Schwächen

  • Kleiner Markt, wenig Kaufkraft
  • Schlechte Infrastruktur
  • Autoritäres Regime
  • Mangelhafte Nahrungsmittelversorgung
O

Opportunities Chancen

  • Entspannung im Verhältnis zu Äthiopien
  • Bergbauprojekte mit PPP-Initiativen
  • Hafenausbau, möglicherweise Bahnlinie
T

Threats Risiken

  • Militärputsch
  • Klimawandel
  • Sinkende Mineralienpreise, Abhängigkeit von China
  • Teurere Nahrungsmittel und Erdölprodukte

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Eritrea sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

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