Somalia - das Land am Horn von Afrika - ist zum Inbegriff des gescheiterten Staates geworden. Nach jahrzehntelangen Kämpfen zwischen verfeindeten Clans hat die radikalislamische Gruppierung Al-Shabaab großen Einfluss gewonnen. 

In dem ostafrikanische Land mit über 16 Millionen Einwohnern finden sich Rohstoffe wie Uran und Eisenerz, Zinn, Gips, Bauxit und Kupfer.

Die autonome Region Somaliland unterscheidet sich vom Rest des Landes: Die Sicherheitslage ist besser und die Wirtschaftskraft höher. Der Logistikkonzern DP World investiert in die Modernisierung des Flughafens und des Hafens von Berbera. Die Stadt könnte damit für den Warenverkehr zwischen den arabischen Staaten und den Nachbarländern am Horn Afrikas an Bedeutung gewinnen. 

Wichtig sind zudem Überweisungen von Auslandssomaliern und Leistungen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam machen sie drei Viertel der Wirtschaftsleistung aus. 

Das Länderprofil wurde zuletzt im September 2022 aktualisiert.

Das Land mit der längsten Küstenlinie Afrikas ist weiterhin vom Bürgerkrieg gezeichnet: Staatliche Strukturen sind schwach und der Privatsektor entwickelt sich nur langsam. Aus der Kombination Rohstoffreichtum, sich verbessernder Infrastruktur und Sicherheitslage könnten sich in Zukunft interessante Opportunitäten ergeben. 

Christoph Schmidt Portfoliodirektor GIZ Somalia

Daten und Fakten Somalia

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Wenig Konkurrenz
  • Geschäftstüchtigkeit der Bevölkerung
  • Unterstützung durch Somalier im Ausland
  • Besseres Geschäftsumfeld in Somaliland
W

Weaknesses Schwächen

  • Internationale Sanktionen seit 30 Jahren
  • Armut, geringe Kaufkraft
  • Schlechtes Geschäftsumfeld (Korruption, Sicherheitslage, fehlender Rechtsrahmen)
  • Konflikte in der Regierung und mit Teilstaaten, Clanfehden
  • Hohes Importdefizit, Abhängigkeit von Gebern und Diaspora
O

Opportunities Chancen

  • Mehr Geberprojekte
  • Ölvorkommen offshore und in Somaliland
  • Berbera/Somaliland als Handelsdrehscheibe für Äthiopien
  • Ausbau von Transport- und Elektrizitätsinfrastruktur
T

Threats Risiken

  • Rückzug von Gebern
  • Mehr Instabilität, Terrorismus (Al-Shabaab) und Rückfall in Bürgerkrieg
  • Ressourcenverknappung durch hohes Bevölkerungswachstum
  • Klimawandel (Dürre, Hitze)

Potenzialbranchen

Energiewirtschaft

Somalia bietet sehr gute Bedingungen für die Stromerzeugung mit Wind- und Sonnenenergie. Die installierte Stromerzeugungskapazität in den fünf größten Städten liegt aktuell nur bei 158 Megawatt (MW). Die Weltbank plant 2022 Leitungen, Solarmodule oder Batterien im Wert von 150 Millionen US-Dollar zu finanzieren.
IT und TelekommunikationDie Telekommunikation ist in Somalia eine Erfolgsbranche. Die Preise sind niedrig und die Sprachqualität ist besser als im benachbarten Äthiopien. Branchenführer Hormuud gilt mit über 20.000 Beschäftigten als größter Arbeitgeber des Landes. Anders als fast überall sonst in Afrika dominieren nicht Vodafone, Orange oder andere multinationale Konzerne den Sektor. Telekomfirmen mischen auch im Finanzsektor mit. Ein Großteil des Zahlungsverkehrs wird über Handy abgewickelt.
Wasser und UmweltInternationale Geber finanzieren vereinzelt Projekte für den Ausbau der Wasserversorgung. Die KfW finanziert ein Projekt in Hargeisa mit 36 Millionen Euro. Die Afrikanische Entwicklungsbank finanziert den Ausbau der Wasserinfrastruktur in den Städten Kismayo und Baidoa. In Garowe planen niederländische Organisationen den Ausbau der Wasserversorgung für 100 Millionen US-Dollar. 

Entwicklungszusammenarbeit und öffentliche Aufträge in Somalia

In Somalia sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Unter anderem finanzieren die Weltbank, die Europäische Union, die Afrikanische Entwicklungsbank und die KfW Entwicklungsbank Vorhaben der öffentlichen Hand. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei GTAI finden Sie zudem 

Unterstützung beim Markteinstieg in Somalia

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWK-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Somalia zu erleichtern.

Unabhängig von der Branche und vom Zielland können Unternehmen die "Beratungsgutscheine Afrika" in Anspruch nehmen. Das Förderprogramm des BMWK unterstützt den Markteinstieg deutscher KMU in Afrika mit bis zu 75 Prozent der Kosten für maximal 15 Beratertage. 

Erfahrungsberichte von Unternehmen in Somalia

Aufbau eines Containers durch einen Kran in Somalia

Energie: Hybridanlagen sorgen für konstanten Strom in Afrika

Das Energiemanagement des Unternehmens DHYBRID verknüpft Batteriespeicher mit Solarsystemen und Dieselgeneratoren. Solche Hybridanlagen sind in Afrika sehr gefragt.

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Hafenausbau: DP World aus Dubai investiert in Somaliland

Der emiratische Hafenbetreiber DP World nahm 2021 in Somaliland einen Containerterminal in Betrieb. Hier surren auch deutsche Kräne.

Der Digitalminister von Somaliland, Abdillahi Aareh, bei einer Sitzung.

Somaliland: Logistikdrehscheibe für Märkte in Ostafrika

Der Hafen Berbera in Somaliland hat ein neues Containerterminal bekommen und wird er über einen Straßenkorridor mit Äthiopien verbunden. Weitere Ausbauprojekte sind in Planung.

Boreal Light betreibt Wasserkioske in Kenia, Südafrika, Tansania und Somalia

WasserKioske: Sauberes Trinkwasser dank integrierter Solaranlage

Mit seinen „WasserKiosken“ ist das Berliner Startup Boreal Light in vielen afrikanischen Ländern erfolgreich. Geschäftsführer Dr. Hamed Beheshti erläutert sein Geschäftsmodell.

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