Beluluane Industrial Park

MozParks ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der mosambikanischen Regierung und dem Privatsektor und schafft durch den Aufbau und Betrieb von Industrieparks strukturierte Rahmenbedingungen für Investoren, reduziert Markteintrittshürden und fördert gezielt die Integration lokaler Unternehmen in Wertschöpfungsketten. 

Als COO ist Ivana Todorovic für die operative Führung von MozParks verantwortlich. Zu ihrem Aufgabenbereich gehören die Betriebsabläufe des Unternehmens, die Geschäftsentwicklung, die Beziehungen zu Investoren und Partnern sowie Marketing und Kommunikation.

Frau Todorovic, MozParks versteht sich als Schnittstelle zwischen Staat und Investoren. Was ist Ihr zentrales Ziel?

Ivana Todorovic Ivana Todorovic Ivana Todorovic

Unser Ziel ist es, Investitionen in Mosambik einfacher, sicherer und planbarer zu machen. Dazu schaffen wir strukturierte Industrieumgebungen mit Infrastruktur, Dienstleistungen und enger Abstimmung mit staatlichen Stellen.

MozParks hat sich in den letzten Jahren vom Betreiber des Beluluane Industrial Park zu einer nationalen Plattform für Industrieparks entwickelt. Als Public-Private-Partnership zwischen der Regierung (APIEX) und dem Privatsektor (ASEZA) verbindet MozParks öffentliche Prioritäten mit den Bedürfnissen von Investoren. Beluluane bleibt mit über 70 Unternehmen unser Flaggschiff, gleichzeitig bauen wir mit dem Park in Topuito sowie weiteren geplanten Standorten unsere Präsenz aus – insbesondere entlang von Transportkorridoren und großen Investitionsprojekten.

Wo sehen Sie den größten Mehrwert Ihrer Industrieparks für internationale Unternehmen?

Der größte Mehrwert für internationale Unternehmen liegt in der Planbarkeit. Der Markteintritt in afrikanischen Märkten ist oft mit Unsicherheiten verbunden – etwa im regulatorischen Umfeld oder bei operativen Fragen. Industrieparks reduzieren diese Risiken deutlich.

Bei MozParks treten Unternehmen in eine bereits strukturierte Umgebung ein. Sie erhalten Zugang zu erschlossener Infrastruktur, Lagerflächen, unterstützenden Dienstleistungen, öffentlichen Einrichtungen, Sicherheitsstrukturen und einem bestehenden Unternehmensnetzwerk. Dadurch können sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, statt sich über Monate mit operativen und administrativen Herausforderungen auseinandersetzen zu müssen.

Wer sind Ihre Kunden?

Unsere Kundschaft ist sehr vielfältig. Wir arbeiten mit einer breiten Palette von Unternehmen zusammen – von multinationalen Konzernen bis hin zu lokalen KMU. Im Beluluane Industrial Park sind beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Aluminium, Kabelproduktion, Logistik, verarbeitendes Gewerbe, Lebensmittelverarbeitung, Baustoffe, Dateninfrastruktur und industrielle Dienstleistungen angesiedelt. Mit Bosch Rexroth Mozambique ist auch ein deutsches Unternehmen vertreten.

Im Industriepark Topuito liegt der Fokus stärker auf Zulieferern und Dienstleistern im Umfeld eines großen Bergbauprojekts. Wir passen unser Modell flexibel an unterschiedliche wirtschaftliche Kontexte an. Industrieparks sollten nicht nur große Unternehmen beherbergen, sondern Ökosysteme schaffen, in denen internationale Investoren, lokale Unternehmen und Dienstleister nebeneinander agieren und voneinander profitieren.

Wie wichtig ist aus Ihrer Erfahrung ein One-Stop-Shop-Ansatz bei Genehmigungen und Unternehmensgründungen?

Das ist von zentraler Bedeutung. Für viele Investoren liegt die größte Herausforderung nicht in der Geschäftsidee selbst, sondern im administrativen Prozess bis zur operativen Tätigkeit. Unternehmensregistrierung, Genehmigungen, Steuerfragen, Visa- und Migrationsprozesse oder Baugenehmigungen sind oft hochkomplex und für ausländische Unternehmen schwer zu navigieren.

Im Beluluane Industrial Park bieten wir einen One-Stop-Shop, der Unternehmen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen verschafft. Dadurch werden Prozesse erheblich vereinfacht und beschleunigt, da die Unternehmen einen zentralen Ansprechpartner für wesentliche administrative Fragen haben.

Wie gelingt es, internationale Investoren und lokale KMU in Wertschöpfungsketten zu integrieren?

Die Balance zwischen internationalen Investoren und lokalen KMU ist ein zentrales Element unseres Modells. Internationale Unternehmen bringen Kapital, Technologie und Zugang zu globalen Märkten. Lokale KMU bringen Marktkenntnis, Dienstleistungen und langfristige wirtschaftliche Verankerung. Industrieparks helfen dabei, diese beiden Seiten zu verbinden. Zum einen schafft die räumliche Nähe bessere Voraussetzungen für Kooperationen und Aufbau von Lieferketten. Zum anderen strukturieren Parks die Einbindung von KMU gezielt.

Ein Beispiel sind unsere sogenannten SME Villages – speziell ausgewiesene Bereiche innerhalb der Industrieparks für kleinere Unternehmen. Diese ermöglichen KMU einen niedrigschwelligen Einstieg, bessere Sichtbarkeit und eine schrittweise Integration in formelle Wertschöpfungsketten.

Wir sind überzeugt, dass lokale Wertschöpfung ein zentraler Bestandteil jedes Geschäftsmodells sein sollte. Gut integrierte lokale Unternehmen können zu verlässlichen Zulieferern werden, Arbeitsplätze schaffen und mehr Wertschöpfung im Land halten.

Fachkräftemangel ist ein häufig genanntes Problem. Welche Rolle spielen Ausbildung und Qualifizierung?

Qualifizierung ist entscheidend für die industrielle Entwicklung Mosambiks. Infrastruktur allein reicht nicht aus – Unternehmen benötigen qualifizierte Arbeitskräfte. Wir arbeiten mit der MozYouth Foundation zusammen, die sich auf Praktika, Beschäftigungsfähigkeit und den Übergang von Ausbildung in den Arbeitsmarkt konzentriert. Ziel ist es, jungen Menschen praktische Einblicke zu geben und sie besser auf die Anforderungen der Wirtschaft vorzubereiten.

Wichtig ist, dass Ausbildungsangebote eng an den Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtet sind – etwa in Bereichen wie Wartung, Logistik, Administration, Sicherheit und Produktion. Je stärker diese Verzahnung, desto besser sind die Beschäftigungseffekte.

Wie bewerten Sie das Investitionsklima in Mosambik aktuell?

Mosambik bleibt ein Markt mit großem Investitionspotenzial. Die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen ist grundsätzlich konstruktiv und es besteht eine hohe Bereitschaft, Investitionen und Beschäftigung zu fördern. Gleichzeitig besteht weiterhin Bedarf an schnelleren, transparenteren und besser planbaren Prozessen. Instrumente wie Industrieparks und One-Stop-Shop-Ansätze können hier einen wichtigen Beitrag leisten.

Was sind typische Erfolgsfaktoren für internationale Unternehmen in Mosambik?

Entscheidend sind die richtige lokale Struktur, verlässliche Partner und ein gutes Verständnis des Marktes. Mosambik bietet langfristige Chancen, erfordert aber sorgfältige Vorbereitung und Kenntnisse zu Logistik, Regulierung und Kundenzugang.

Deutschen Unternehmen würde ich empfehlen, sich vor Ort ein Bild zu machen, mit bereits aktiven Unternehmen zu sprechen und den Markteintritt gezielt vorzubereiten. Es gibt vielfältige Chancen – etwa in Industrie, Logistik, Energie, Bergbaudienstleistungen oder Agrarverarbeitung.

Wie sehen Sie die Zukunft von MozParks in den kommenden fünf Jahren?

Wir sehen MozParks als nationale Plattform für industrielle Entwicklung mit Präsenz in strategisch wichtigen Regionen Mosambiks. Unser Ziel ist es, große Projekte, lokale Unternehmen und Wertschöpfungsketten stärker miteinander zu verknüpfen.

Mosambik hat enormes Potenzial – dieses lässt sich jedoch nur ausschöpfen, wenn Investitionen in strukturierte industrielle Ökosysteme eingebettet werden. Industrieparks können dazu beitragen, große Investitionen in lokale Wertschöpfung, Arbeitsplätze und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu übersetzen.

Das Interview führte Jenny Tala von Germany Trade & Invest im Juli 2026.

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