Afrika befindet sich in einem Prozess des wirtschaftlichen Wandels. Steigende Kaufkraft einer jungen Bevölkerung, umfangreiche Investitionsprojekte sowie Technologiesprünge bieten gute Chancen für unternehmerisches Engagement. Mit 54 Ländern ist Afrika enorm vielfältig und die Volkswirtschaften müssen differenziert betrachtet werden. Mangelnde politische Stabilität, Planungsunsicherheit sowie  Probleme beim Schutz des Privateigentums sind Themen, die unternehmerische Aktivitäten in vielen Ländern behindern. Trotz der Risiken – der Blick nach Afrika lohnt sich für deutsche Unternehmen.

Das weltweite Interesse an Afrika als Wirtschaftspartner hat spürbar zugenommen. Vor allem China engagiert sich bei der Förderung von Rohstoffen und beim Ausbau der Infrastruktur. Auch die Wettbewerber aus den USA, Japan, Indien, Brasilien oder der Türkei verfolgen zum Teil aggressive Markterschließungsstrategien. Das Vereinigte Königreich und Frankreich sind zudem in ihren ehemaligen Kolonien nach wie vor sehr präsent. Die afrikanischen Partner profitieren von der in den vergangenen Jahren entstandenen Konkurrenz, betonen jedoch immer wieder das große Interesse an einem verstärkten deutschen Engagement.

Größte Herausforderung und gleichzeitig Chance für den Kontinent ist das enorme Bevölkerungswachstum. Bis 2050 wird sich die Einwohnerzahl von Subsahara-Afrika den Vereinten Nationen (UN) zufolge auf 2,2 Milliarden mehr als verdoppeln. Vom Agrobusiness über den Gesundheitssektor bis zur Umwelttechnik hat der gesamte Kontinent hohen Nachholbedarf. Bessere Perspektiven für breite Bevölkerungsschichten sind eng verknüpft mit dem Aufbau von lokalen Industrien. Ob bei der Verarbeitung von Rohstoffen, der Produktion von Textilien für den Weltmarkt oder von Nahrungsmitteln für den heimischen Markt: Moderne Maschinen, verlässliche Energielösungen und effiziente Logistikdienstleistungen werden in Afrika benötigt. Deutsche Unternehmen können am Wachstum teilhaben und sind mit ihrer Technologie und der besonderen Kompetenz bei Maßnahmen zur Schulung und Ausbildung von Mitarbeitern besonders gefragt.

Zu den nach Größe und Volumen für deutsche Unternehmen wichtigsten Märkten von Subsahara-Afrika gehören Südafrika, Nigeria, Ghana und Kenia. In diesen sogenannten Hubs befinden sich meist auch die Zentralen internationaler Unternehmen oder Organisationen. Von hier wird oftmals der gesamte Kontinent erschlossen oder der Vertrieb gesteuert. Daneben ziehen auch neue Märkte wie Äthiopien, Côte d’Ivoire oder Tansania das Interesse internationaler Investoren an. Das nordafrikanische Land Ägypten ist mit rund 100 Millionen Einwohnern ein Schwergewicht in der arabischen Welt und das am zweitstärksten industrialisierte Land Afrikas nach Südafrika.

Markets International zur "Vision Afrika"

Afrikas Volkswirtschaften wachsen überdurchschnittlich stark, die Chancen für deutsche Firmen sind vielfältig. Und doch wagen vergleichsweise wenige deutsche Mittelständler den Schritt auf den Kontinent. Das soll das neue Wirtschaftsnetzwerk Afrika nun ändern.

(Jenny Eberhardt, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Hier gelangen Sie zum vollständigen Artikel von Markets International über die "Vision Afrika"