Das Länderprofil wurde zuletzt im August 2020 aktualisiert.

In Simbabwe ist die Wende bislang noch nicht gelungen, vielmehr setzt die Wirtschaft ihre Talfahrt beschleunigt fort. Dabei waren mit dem Ende der Ära Mugabe im November 2017 für das ehemalige Juwel Afrikas große Hoffnungen verknüpft. Beim Geschäftsklima und bei den gesamtwirtschaftlichen Risiken gehört das Land immer noch zur Gruppe der afrikanischen Schlusslichter. Die in vielerlei Hinsicht guten Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung bleiben weiter ungenutzt. Das Gros der Probleme ist hausgemacht. Externe Faktoren wie Dürre und Tropenstürme kommen erschwerend hinzu. Dabei könnten sich Landwirtschaft, Bergbau und Tourismus weitaus zügiger entwickeln als dies in anderen Krisenstaaten Afrikas der Fall ist. Die simbabwische Bevölkerung ist gut ausgebildet.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Simbabwes Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

Simbabwe

Der Africa Business Guide liefert Ihnen die wichtigsten Wirtschaftsdaten in einem ersten Länderüberblick zu Simbabwe.

Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Simbabwe, Harare

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: 15,3 Millionen (2018)*

Durchschnittsalter: Ø 20

Bevölkerungswachstum: 1,7% (2018)

Währung & Wechselkurs: 1 Euro = 98,6533 Z$ (Zimbabwe-Dollar, Ende August 2020)

BIP: 1.423 US-Dollar pro Kopf (2019)*

BIP-Wachstum: -5,2% (2019)*

Ausländische Direktinvestitionen: 5,4 Mrd. US-Dollar (2018)

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter 2018 (in Prozent der Gesamteinfuhr)

  1. Getränke/Tabak 44,6%
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 23,3%
  3. Nahrungsmittel 16,5%
  4. Textilien/Bekleidung 5,0%
  5. Eisen und Stahl 4,2%
  6. Nichtmetallische Mineralien 3,7%

Deutsche Ausfuhren: 32,9 Millionen Euro (2019)

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter 2018 (in Prozent der Gesamtausfuhr)

  1. Maschinen 25,7%
  2. Chemische Erzeugnisse 16,9%
  3. Nahrungsmittel 12,4%
  4. Kfz und -Teile 10,2%
  5. Mess- und Regeltechnik 6,2%
  6. Elektrotechnik 5,7%
  7. Metallwaren 4,9%

*vorläufige Angabe, Prognose/Schätzung

Expertenstimme zu Simbabwe

Bernd Doppelfeld, ehrenamtlicher Repräsentant der AHK südliches Afrika für Simbabwe:

Nach dem Sturz Robert Mugabes Ende 2017 hat die neue Regierung unter Emerson Mnangagwa zwar Pläne für eine wirtschaftliche Erholung entwickelt, die aber bisher noch nicht gegriffen haben. Neben der politischen Unsicherheit leidet die Wirtschaft massiv unter Devisenengpässen. Auch die Infrastruktur, vor allem die Energieversorgung, ist nach wie vor unzulänglich. Die unbedingt notwendigen Auslandsinvestitionen bleiben daher aus. Anzeichen für eine kurzfristige Erholung sind nicht zu erkennen. Man wird noch warten müssen. Aber die Hoffnung bleibt.

SWOT-Analyse

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Simbabwes als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Reich an Bodenschätzen
  • Gute landwirtschaftliche Möglichkeiten
  • Vergleichsweise breit aufgestellte Wirtschaft
  • Bildungsniveau relativ hoch
  • Gutes Straßennetz

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Binnenlage 
  • Schwerfälliger Verwaltungsapparat
  • Nachholbedarf beider Infrastruktur
  • Fachkräfte wandern ab
  • Währungsturbulenzen

O (Opportunities | Chancen)

  • Anknüpfen an alte Produktionsstrukturen
  • Aussichtsreicher Tourismussektor
  • Verkehrsknotenpunkt für die SADC-Region
  • Zusammenarbeit auf politischer Ebene
  • Stabilisierung der Währung

T (Threats | Risiken)

  • Engpässe bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln
  • Soziale Unruhen im Land
  • Stromausfälle
  • Unklare Eigentumsrechte
  • Erneute Hyperinflation

Potenzialbranchen


Bauwirtschaft

Bei der Infrastruktur (Straßen, Bahntrassen, Energie- und Wasserversorgung) ist der Nachholbedarf besonders groß. Gleichzeitig fehlen der öffentlichen Hand die Mittel und die Rahmenbedingungen für internationale Investitionen sind schlecht.

Bergbau und Rohstoffe

Im Gegensatz zu benachbarten Ländern hat der Sektor eine breite Basis. Im Fokus stehen derzeit der Goldabbau und die Förderung von Diamanten. Platin, Chrom, Kohle und Nickel sind weitere Standbeine.

Energiewirtschaft

Fehlende Investitionen, Missmanagement und hohe Abhängigkeit von Wasserkraft verursachen gravierende Stromausfälle. Kleine Wasserkraftwerke und Solaranlagen sowie Biomasse oder Ethanol bieten sich als Alternativen an.

Landwirtschaft

Eine verfehlte Agrarpolitik und inkonsequent durchgeführte Schritte zur Landreform haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu sinkender Produktivität geführt. Zentral sind Investitionen in die Ausstattung, in Bewässerungsanlagen und in bessere Vermarktungswege.

Nahrungsmittel

Nahrungsmittel, Getränke und Tabak machen rund ein Drittel des produzierenden Gewerbes aus. Vor allem kleine und mittlere Betriebe haben bei vielen Produktionsanlagen dringenden Erneuerungsbedarf.

Der Branchencheck Simbabwe enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Simbabwe finden Sie bei Germany Trade and Invest.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Simbabwe sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierungen für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Stern steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Simbabwe.

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