Dschibutis Wirtschaft wächst im Regionalvergleich eher langsam. Doch dank seines modernen Tiefwasserhafens konnte sich das Land als wichtiger Transit- und Umschlagplatz in Ostafrika etablieren, insbesondere für Äthiopien.

16 Prozent der Bevölkerung Dschibutis sind von extremer Armut betroffen. Laut Internationalem Währungsfonds ist der Grund für die anhaltende Armut die fehlende Diversifizierung der Wirtschaft. In den vergangenen Jahren verzeichnete Dschibuti einen starken Anstieg an ausländischen Direktinvestitionen, vor allem aus China und den Golfstaaten. Dies wirkt sich positiv auf das Wirtschaftswachstum aus, jedoch ohne die Bevölkerung daran teilhaben zu lassen.

In Zukunft möchte sich Dschibuti zu einem regionalen Hub für Informations- und Kommunikationstechnologie entwickeln. Außerdem steht der Ausbau der erneuerbaren Energien auf der Agenda. Investiert werden soll vor allem in Solar- und Windenergie sowie in Geothermie.

Das Länderprofil wurde zuletzt im September 2022 aktualisiert.

Afrika-Experte Carsten Ehlers

Afrika-Experte Carsten Ehlers

Dschibuti blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft, nachdem die Wirtschaft hart von der Coronakrise getroffen wurde. Dabei hofft das kleine Transitland mit dem bedeutenden Hafen nicht nur auf ein Ende der Pandemie sondern auch auf eine Beruhigung der politischen Lage in Äthiopien. Für den großen Nachbarn wickelt Dschibuti nahezu den kompletten Warenverkehr ab.

Carsten Ehlers GTAI Korrespondent für Ostafrika

Daten und Fakten Dschibuti

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Strategisch gute Lage am Golf von Aden
  • Leistungsfähiger Hafen
  • Haupttransitland für Äthiopien
  • Wichtiger Marinestützpunkt
  • Politische Stabilität


W

Weaknesses Schwächen

  • Hohe Arbeitslosigkeit; schlecht ausgebildete Bevölkerung
  • Armut, schwache soziale Infrastruktur
  • Autoritäres Regime; Vetternwirtschaft, Korruption
  • Mangelhafte Rechtsstaatlichkeit
O

Opportunities Chancen

  • Ausbau zum regionalen Hub
  • Maritime Dienstleistungen
T

Threats Risiken

  • Abhängigkeit von ausländischen Partnern und Importen
  • Nur wenige Wirtschaftssektoren
  • Instabile Nachbarländer
  • Soziales Unruhepotenzial

Potenzialbranchen

Bauwirtschaft

Gips, Klinker und Zement sind vorhanden, werden aber kaum abgebaut. Auch Vulkangesteine dienen als Baustoff sowie als Zuschlagstoff beim Straßenbau.

Dienstleistungen

Dschibuti will sich zu einem regionalen Dienstleistungszentrum für die Bereiche Transport (Häfen, stationiertes ausländisches Militär, Luftverkehr und Logistik), Finanzwirtschaft und Telekommunikation sowie für die Tourismusindustrie entwickeln.

Energiewirtschaft

Wirtschaftliches Potenzial bieten Erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Wind und Geothermie. Als erstes Land Afrikas möchte Dschibuti zukünftig 100 Prozent seines Energiebedarfs durch Erneuerbare Energien decken.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Dschibuti sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

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