Somalia - das Land am Horn von Afrika - ist zum Inbegriff des gescheiterten Staates geworden. Nach jahrzehntelangen Kämpfen zwischen verfeindeten Clans hat die radikalislamische Gruppierung Al-Shabaab großen Einfluss gewonnen.

Zudem sind Beobachter über die "anhaltenden Verschiebungen" und "Unregelmäßigkeiten" bei den schon lange überfälligen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen besorgt: Die Staatskrise spitzt sich zu. 

Auf der anderen Seite verfügt das ostafrikanische Land mit seinen knapp 16 Millionen Einwohnern über Rohstoffe wie Uran und Eisenerz, Zinn, Gips, Bauxit und Kupfer. Mit der Außenwelt ist Somalia über den internationalen Flughafen in Mogadischu und den Hafen in Berbera verbunden.

Daten und Fakten Somalia

Expertenstimme

Das Land mit der längsten Küstenlinie Afrikas ist weiterhin vom Bürgerkrieg gezeichnet: Staatliche Strukturen sind schwach und der Privatsektor entwickelt sich nur langsam. Aus der Kombination Rohstoffreichtum, sich verbessernder Infrastruktur und Sicherheitslage könnten sich in Zukunft interessante Opportunitäten ergeben. 

Christoph Schmidt Portfoliodirektor GIZ Somalia

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Wenig Konkurrenz
  • Geschäftstüchtigkeit der Bevölkerung
  • Unterstützung durch Somalier im Ausland
  • Besseres Geschäftsumfeld in Somaliland
W

Weaknesses Schwächen

  • Internationale Sanktionen seit 30 Jahren
  • Armut, geringe Kaufkraft
  • Schlechtes Geschäftsumfeld (Korruption, Sicherheitslage, fehlender Rechtsrahmen)
  • Konflikte in der Regierung und mit Teilstaaten, Clanfehden
  • Hohes Importdefizit, Abhängigkeit von Gebern und Diaspora
O

Opportunities Chancen

  • Mehr Geberprojekte
  • Ölvorkommen offshore und in Somaliland
  • Berbera/Somaliland als Handelsdrehscheibe für Äthiopien
  • Ausbau von Transport- und Elektrizitätsinfrastruktur
T

Threats Risiken

  • Rückzug von Gebern
  • Mehr Instabilität, Terrorismus (Al-Shabaab) und Rückfall in Bürgerkrieg
  • Ressourcenverknappung durch hohes Bevölkerungswachstum
  • Klimawandel (Dürre, Hitze)

Entwicklungszusammenarbeit und öffentliche Aufträge in Somalia

In Somalia sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Unter anderem finanzieren die Weltbank, die Europäische Union, die Afrikanische Entwicklungsbank und die KfW Entwicklungsbank Vorhaben der öffentlichen Hand. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei GTAI finden Sie zudem 

Unterstützung beim Markteinstieg in Somalia

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWK-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Somalia zu erleichtern.

Unabhängig von der Branche und vom Zielland können Unternehmen die "Beratungsgutscheine Afrika" in Anspruch nehmen. Das Förderprogramm des BMWK unterstützt den Markteinstieg deutscher KMU in Afrika mit bis zu 75 Prozent der Kosten für maximal 15 Beratertage. 

Erfahrungsberichte Somalia

Aufbau eines Containers durch einen Kran in Somalia

Energie: Hybridanlagen sorgen für konstanten Strom in Afrika

Das Energiemanagement des Unternehmens DHYBRID verknüpft Batteriespeicher mit Solarsystemen und Dieselgeneratoren. Solche Hybridanlagen sind in Afrika sehr gefragt.

Boreal Light betreibt Wasserkioske in Kenia, Südafrika, Tansania und Somalia

WasserKioske: Sauberes Trinkwasser dank integrierter Solaranlage

Mit seinen „WasserKiosken“ ist das Berliner Startup Boreal Light in vielen afrikanischen Ländern erfolgreich. Geschäftsführer Dr. Hamed Beheshti erläutert sein Geschäftsmodell.

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