Das Länderprofil wurde zuletzt im September 2020 aktualisiert.

Sambia zählt zu den politisch stabilsten Ländern Afrikas. Treibende Kraft für das Wirtschaftswachstum ist der Kupferbergbau. Damit besteht große Abhängigkeit von den Weltmarktpreisen. Der Einbruch der Erlöse aus dem Kupferexport, Missmanagement und ein sehr ehrgeiziger kreditfinanzierter Infrastrukturausbau haben zu einer erdrückenden Schuldenlast geführt. Das Geschäftsklima fällt für Subsahara-Afrika relativ gut aus, als Bergbaustandort hat Sambia hingegen an Bedeutung verloren. Durch inkonsistente Wirtschaftspolitik wurde Vertrauen von Investoren verspielt. Die ohnehin starke Dominanz Chinas wird in Zukunft eher zunehmen.


Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Sambias Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

Sambia

Der Africa Business Guide liefert Ihnen die wichtigsten Wirtschaftsdaten in einem ersten Länderüberblick zu Sambia.

Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Sambia, Lusaka

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: 17,9 Millionen (2019)*

Durchschnittsalter: Ø 17

Bevölkerungswachstum: 2,9% (2019)*

Währung & Wechselkurs (Ø 2019): 1 Euro = 14,576 K (Kwacha)

BIP: 1.307 US-Dollar pro Kopf (2019)*

BIP-Wachstum: -3,5% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 20,4 Mrd. US-Dollar (2018)

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter 2019 (in Prozent der Gesamteinfuhr)*

  1. NE-Metalle 57,6%
  2. Getränke/Tabak 27,1%
  3. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 6,8%
  4. Nahrungsmittel 5,3%
  5. Nichtmetallische Mineralien 2,3%

Deutsche Ausfuhren: 63,0 Millionen Euro (2019)

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter 2019 (in Prozent der Gesamtausfuhr)*

  1. Maschinen 54,5%
  2. Chemische Erzeugnisse 15,7%
  3. Mess- und Regeltechnik 6,0%
  4. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 3,8%
  5. Nahrungsmittel 3,2%

*vorläufige Angabe, Prognose/Schätzung

Expertenstimme zu Sambia

Lena Charlotte Müller, Repräsentantin der AHK Südliches Afrika für Sambia:

Die Wirtschaft Sambias profitiert vor allem von den großen Kupfervorkommen. Das Land ist der zweitgrößte Kupferproduzent Afrikas und viele internationale Bergbaukonzerne sind dort tätig. Allerdings will Sambia langfristig die Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen reduzieren. Dazu sollen bestimmte Bereiche verstärkt gefördert werden. So liegen besondere Potenziale vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, mit Herausforderungen des Energie- und Wassermanagements, sowie in der Stadtentwicklung. Hier sind innovative und integrierte Konzepte für Abwasser- und Müllentsorgung gefragt.

SWOT-Analyse

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Sambias als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Große Vorkommen an Rohstoffen
  • Politisch vergleichsweise stabil
  • Gut ausgebautes Straßennetz
  • Wasserreichtum
  • Kooperation innerhalb der Southern African Development Community (SADC)

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Aufgrund der Binnenlage hohe Transportkosten
  • Sehr starke Abhängigkeit von Wasserkraft
  • Mangel an Fachkräften
  • Ineffiziente Verwaltung
  • Wirtschaft kaum diversifiziert

O (Opportunities | Chancen)

  • Außer Kupfer Abbau weiterer Ressourcen 
  • Nutzung erneuerbarer Energiequellen, besonders Solar
  • Hohes landwirtschaftliches Potenzial
  • Zunehmender Konsum durch größer werdende Mittelschicht
  • Bessere infrastrukturelle Basis

T (Threats | Risiken)

  • Starke Abhängigkeit von Kupferexport und Weltmarktpreisen
  • Hoher öffentlicher Schuldenstand
  • Wachsende politische Spannungen
  • Versorgungsengpässe durch ineffiziente Landwirtschaft
  • Beeinträchtigung durch wirtschaftliche Krise in Südafrika

Potenzialbranchen


Bauwirtschaft

Aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten kommt es beim massiven Ausbau der Infrastruktur zu Verzögerungen oder Baustopps. In Lusaka und den Städten des Kupfergürtels entstehen zahlreiche Wohn- und Bürokomplexe. Die chinesische Präsenz ist im Bausektor besonders stark.

Bergbau und Rohstoffe

Im Kupfergürtel und im Umfeld von Solwesi lagern weitere ergiebige Kupfervorkommen sehr guter Qualität. Die Regierung strebt nach Diversifizierung des Sektors, etwa durch den Abbau von Gold, Kobalt, Edelsteinen (vor allem Smaragde), Eisenerz, Nickel und Mangan. Rund 40 Prozent der Landesfläche sind geologisch noch nicht kartiert.

Energiewirtschaft

Mit 80 Prozent Anteil am Energiemix ist Wasserkraft die dominierende Ressource. Hier wurden durch die Dürre der letzten Jahre Grenzen aufgezeigt. Potenziale haben kleine Wasserkraftanlagen und die Fotovoltaikbranche. Der Strommarkt ist liberalisiert, sodass auch private Entwickler und unabhängige Stromerzeuger aktiv sind. 

Landwirtschaft

Reichlich verfügbare Flächen und fruchtbare Böden für den Ausbau der kommerziellen Agrarwirtschaft sind vorhanden.  Der Klimawandel erfordert geänderte Fruchtfolgen, mehr Bewässerung und eine bessere Agrarlogistik. 

Nahrungsmittel

Der Sektor ist relativ vielseitig aufgestellt. Im Wettbewerb mit kostengünstiger produzierten Einfuhren, vor allem aus Südafrika, haben die Hersteller einen schweren Stand. Lokalen Weiterverarbeitern mangelt es oft an zuverlässigen Zulieferern.

Der Branchencheck Sambia enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Sambia finden bei Germany Trade and Invest.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Sambia sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierungen für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Stern steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Sambia. 

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