Sambia zählt zu den politisch stabilsten Ländern Afrikas. Treibende Kraft für das Wirtschaftswachstum ist der Kupferbergbau. Dadurch ist das Land aber stark abhängig von den Weltmarktpreisen.

Der jahrelange Einbruch der Erlöse aus dem Kupferexport, Missmanagement und ein sehr ehrgeiziger kreditfinanzierter Infrastrukturausbau haben zu einer erdrückenden Schuldenlast geführt. Das Geschäftsklima fällt für Subsahara-Afrika relativ gut aus, als Bergbaustandort hat Sambia hingegen an Bedeutung verloren. Durch inkonsistente Wirtschaftspolitik wurde Vertrauen verspielt. Die neue Regierung hat die Chance, die notwendigen Weichenstellungen rasch anzugehen, sei es in Bezug auf die Staatsfinanzen, den Umgang mit Investoren oder eine stärkere Diversifizierung. Steigende Kupferpreise und reichlichere Regenfälle schaffen aktuell gute Rahmenbedingungen.

Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Sambias Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.


Das Länderprofil wurde zuletzt im Oktober 2021 aktualisiert.

Daten und Fakten Sambia

Expertenstimme

Sambia-Experte, René Zarske

Sambia-Experte, René Zarske

Sambia hat einmal mehr bewiesen, dass es politisch stabil und demokratisch ist. Die zentrale Positionierung in der Region des südlichen Afrikas sowie die Offenheit gegenüber ausländischen Investitionen sorgen für gute Geschäftsbedingungen. Insbesondere in den Bereichen Bergbau, Energie, Landwirtschaft und Tourismus gibt es viele Chancen, die Unternehmen nachhaltig nutzen sollten. Ein verlässliches Netzwerk vor Ort ist dabei unerlässlich.

René Zarske Repräsentant der AHK Südliches Afrika für Sambia

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Große Rohstoffvorkommen
  • Politisch vergleichsweise stabil
  • Gut ausgebautes Straßennetz
  • Wasserreichtum
  • Kooperation innerhalb der Southern African Development Community (SADC)
W

Weaknesses Schwächen

  • Aufgrund der Binnenlage hohe Transportkosten
  • Sehr starke Abhängigkeit von Wasserkraft
  • Mangel an Fachkräften
  • Ineffiziente Verwaltung
  • Wirtschaft kaum diversifiziert
O

Opportunities Chancen

  • Außer Kupfer Abbau weiterer Ressourcen 
  • Nutzung erneuerbarer Energiequellen, besonders Solar
  • Hohes landwirtschaftliches Potenzial
  • Zunehmender Konsum durch größer werdende Mittelschicht
  • Bessere infrastrukturelle Basis
T

Threats Risiken

  • Starke Abhängigkeit von Kupferexport und Weltmarktpreisen
  • Hoher öffentlicher Schuldenstand
  • Wachsende politische Spannungen
  • Versorgungsengpässe durch ineffiziente Landwirtschaft
  • Beeinträchtigung durch wirtschaftliche Krise in Südafrika

Potenzialbranchen

Energiewirtschaft

Mit 80 Prozent Anteil am Energiemix ist Wasserkraft die dominierende Ressource. Reichliche Regenfälle und die Befüllung des Kafue-Stausees führen zur Entspannung bei der Stromversorgung, nachdem Dürren in den vergangenen Jahren zu Engpässen geführt hatten. Zudem kommt auch der Ausbau der Solarenergie in Gang. 

Bauwirtschaft

Aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten muss die Regierung öffentliche Investitionen in die Infrastruktur einschränken. Für Bewegung sorgt das Smart City Project in der Stadt Kalulushi, für das private Investoren gesucht werden. Zudem gibt es Pläne, das Eisenbahnnetz im Nordwesten in Richtung Angola zu verlängern.
Bergbau und RohstoffeRegierung braucht dringend möglichst hohe Einnahmen aus dem Bergbau. Das Investitionsklima ist sehr angespannt, unter anderem durch umstrittene Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung und die staatliche Übernahme von zwei der vier großen Kupferminen. Chancen liegen in der angestrebten Diversifizierung des Rohstoffabbaus (Gold, Kobalt, Edelsteine, Eisenerz, Nickel und Mangan).

Landwirtschaft

Reichlich verfügbare Flächen und fruchtbare Böden für den Ausbau der kommerziellen Agrarwirtschaft sind vorhanden. Der Klimawandel erfordert geänderte Fruchtfolgen, mehr Bewässerung und eine bessere Agrarlogistik. 

Nahrungsmittel

Der Sektor ist relativ vielseitig aufgestellt. Im Wettbewerb mit kostengünstiger produzierten Einfuhren, vor allem aus Südafrika, haben die Hersteller einen schweren Stand. Lokalen Weiterverarbeitern mangelt es oft an zuverlässigen Zulieferern. Um lokale Produkte zu fördern werden Zölle auf Fleisch und Milchprodukte erhoben.

Umwelt und Wasser

Die Versorgung mit Frischwasser ist weniger problematisch als der Zugang zum Abwassernetz. Bestehende Anlagen sind jetzt schon überlastet. Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank, die Europäische Investitionsbank und die KfW finanzieren das Lusaka Sanitation Programme (LSP) in Höhe von 300 Millionen US-Dollar.

Der Branchencheck Sambia enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Sambia sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Sambia sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierungen für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg in Sambia

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWi-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Sambia zu erleichtern.

Energiewirtschaft

Im Rahmen der Exportinitiative Energie des BMWi hat die AHK für das südliche Afrika 2019 eine Zielmarktanalyse zur gewerblichen Energieversorgung und Mini-Grids in Sambia veröffentlicht. 

Das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Energieeffizienz der AHK für das südliche Afrika berät Unternehmen vor Ort und bietet Marktinformationen.

Wasser und Umwelt

Das BMWi-Markterschließungsprogramm hat 2019 eine Zielmarktanalyse zum Thema Wasser- und Abwasserwirtschaft in Sambia veröffentlicht.

Zu den Bereichen Wasser und Umwelt unterstützen zwei Kompetenzzentren der AHK für das südliche Afrika Unternehmen vor Ort:

Bergbau und Rohstoffe

Das Kompetenzzentrum Bergbau und Rohstoffe der AHK für das südliche Afrika berät Unternehmen und bietet Marktinformationen. 

Landwirtschaft, Nahrungsmittel

Kompetenzzentrum für Ernährung und Landwirtschaft der AHK für das südliche Afrika.

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Motto steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Sambia.

Bau eines hybriden Solarsystems für Rivonia in Sambia

Solarenergie: Verlässlicher Strom für Mittelständler in Sambia

Das Berliner Startup GRIPS Energy bietet kleinen und mittleren Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern vorfinanzierte Lösungen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Menschen auf Fahrrädern in Afrika.

Drahtesel: World Bicycle Relief macht das ländliche Afrika mobil

Lena Kleine-Kalmer, World Bicycle Relief, im Gespräch. Warum das Buffalo-Fahrrad das ländliche Afrika mobil macht.

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