Es war vielen Teilnehmenden anzumerken, dass sie erfreut über die Umsetzung der Fachveranstaltung in Zeiten von Corona waren. Das Event wurde am 8. September aus dem Umweltforum in Berlin-Friedrichshain via Livestream zu den Unternehmen, die nicht dabei sein konnten, übertragen. Insgesamt nahmen rund 130 Interessierte teil - der Großteil online, die anderen vor Ort unter strenger Einhaltung der Hygiene-Regeln.

"Ursprünglich war diese Fachveranstaltung für März geplant, doch Corona kam dazwischen", erklärte Christina Wittek, Referatsleiterin Exportinitiative Energie im BMWi. Trotzdem ist das Thema nach wie vor hochaktuell. "Wir wollen Finanzierung praxisorientiert ansprechen, deshalb freue ich mich, dass wir heute hier elf Bankenvertreter haben, die den Unternehmen Rede und Antwort stehen."

In seiner Keynote äußerte Sebastian Barroso da Fonseca, German Desk Manager Ghana & Nigeria von der Access Bank Ghana, zunächst seine Freude darüber, dass er das erste Mal seit März wieder einen Präsenzvortrag halten könne. "Es war ein komisches Gefühl, heute Morgen Anzug und Krawatte anzuziehen", sagte er unter dem zustimmenden Schmunzeln der Anwesenden. Danach ging es in einem vollgepackten Programm am Vormittag natürlich vor allem um eines: Exportfinanzierung. Auch, aber nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen um die Corona-Krise, gaben die ReferenntInnen Einblicke.

Barrosa verdeutlichte in seinem Vortrag, dass die Konjunktur nun anders gedacht werden müsse: "Wir müssen viel anpassungsfähiger sein. Business Cycles müssen von sieben Jahren auf zwei, drei oder noch weniger angepasst werden."

Es sei außerdem entscheidend, so geringe Fixkosten wie möglich zu haben sowie mit der Regierung vor Ort zu arbeiten und staatliche Programme zu nutzen.

Finanzierung lieber früher als später angehen
Während einer Podiumsdiskussion kamen die Finanzierungsexperten der Exportinitiative zu Wort. Dr. Jörg W. Fromme (DFIC) und Joachim Richter (PFI) beraten seit Jahren die teilnehmenden Unternehmen des AHK-Geschäftsreisenprogramms bei der Finanzierung, während Steffen Müller und Carsten Jung (GIZ) Finanzierungsberatung im Rahmen des Projektentwicklungsprogramms (PEP) anbieten.

"Der Unternehmer nimmt das Grundgerüst und einige Ideen mit, wir haben dann die Möglichkeit, das zu vertiefen", sagte Fromme und gab den KMU einen guten Rat: "Das Finanzierungsthema sollte lieber früher als später angegangen werden, das kann den Unterschied machen."

Die Experten gaben auch Einblicke, inwieweit sich die Corona-Krise auf ihre Arbeit auswirkt. "Die Nachfrage hat eher zugenommen", berichtete Carsten Jung, verantwortlich für den Finance Desk im PEP-Team. Grundsätzliche Fragen à la "Wie finanziere ich mein Projekt?" seien heute genauso aktuell wie vor der Krise. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten. Jung: "Finanzierung ist nicht gleich Finanzierung. Es kommt auf viele Punkte an, zum Beispiel: In welchem Land bin ich aktiv? Baue ich Mini Grids oder ein Projekt zum Eigenverbrauch?"

Steffen Müller, Leiter des PEP, stellte die Vorteile des Projektentwicklungsprogramms heraus: "Mit dem PEP bringen wir entwickelte Projekte mit, haben lokale Expertise sowie ein Netzwerk in den Ländern und stellen eine fallspezifische Beratung zur Verfügung."

Die PEP-Finanzierungsberatung kostet die Unternehmen, ebenso wie die im Rahmen des AHK-Geschäftsreisenprogramms, nichts. Das sei auch einer der großen Vorteile, wie Joachim Richter auf dem Podium deutlich machte: "Unsere Beratung ist kostenlos, wir fahren zum Kunden, können die gesamte Finanzierungsbandbreite erläutern, genau auf die Belange des Unternehmers eingehen." Hinzu komme: So viele andere Firmen, die diese Art der Finanzierungsberatung in dieser Form anbieten, gäbe es in Deutschland nicht.

Lesen Sie den vollständigen Artikel bei der Exportinitiative Energie des BWMi.