(ABG) - Algeriens nationale Agentur zur Valorisation der Kohlenwasserstoffressourcen (ALNAFT) hat eine neue internationale Ausschreibungsrunde für Kohlenwasserstofflizenzen gestartet. Es handelt sich um die zweite Runde dieser Art nach dem Auftakt im Jahr 2024. Ziel ist es, zusätzliche ausländische Investoren für die Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen zu gewinnen.

Grundlage bildet ein überarbeiteter regulatorischer Rahmen, der drei unterschiedliche Vertragsmodelle vorsieht. Diese sollen Investoren mehr Flexibilität bieten und werden durch steuerliche Anreize flankiert. Damit will Algerien die Attraktivität des Upstream-Sektors erhöhen und neue Projekte beschleunigen.

Die Frist für die Einreichung der Angebote endet am 26. November 2026. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist im Anschluss vorgesehen, bevor am 31. Januar 2027 die Vertragsunterzeichnungen mit dem staatlichen Energiekonzern Sonatrach erfolgen sollen.

Nach Angaben von ALNAFT umfasst das ausgeschriebene Potenzial rund 1,8 Milliarden Barrel Ölressourcen sowie 8,63 Milliarden Kubikmeter Gas. Hinzu kommen bereits nachgewiesene Reserven von etwa 239 Millionen Barrel Öl und 19 Milliarden Kubikmetern Gas.

Insgesamt haben rund 70 internationale Unternehmen die Ausschreibungsunterlagen angefordert. Ausgewählt wurden sieben Fördergebiete: Illizi centre I, EL M’Zaid Nord, El Borma II, Est Borj Omar Driss I, El Hadjira III, El Benoud Est und Touggourt Sud.

Algerien zählt zu den bedeutendsten Produzenten von Erdgas und Erdöl in Afrika und spielt eine zentrale Rolle für die Energieversorgung Europas. Das Land verfügt über direkte Pipelineverbindungen nach Spanien und Italien und ist damit ein wichtiger Lieferant für den europäischen Gasmarkt. 

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