(ABG) - Nach jahrelangen Verzögerungen kommen in Tunesien große Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien voran. Vor allem Solarvorhaben aus früheren Ausschreibungsrunden gehen nun ans Netz oder werden gebaut. Dennoch bleiben die Ausbauziele ambitioniert: Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix von derzeit 6 auf rund 35 Prozent steigen.
Mit dem beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien rückt auch das Stromnetz in den Fokus. Um zusätzliche Erzeugungskapazitäten aufnehmen und effizient verteilen zu können, ist eine umfassende Modernisierung notwendig. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Tunesien spielt hier eine wichtige Rolle.
Zusätzliche Impulse könnte das Unterseekabelprojekt ELMED bringen, das Tunesien erstmals direkt mit dem europäischen Strommarkt verbindet. Die geplante Verbindung nach Italien soll langfristig den Stromhandel ermöglichen und die Integration erneuerbarer Energien erleichtern.
Der Markteintritt ist weiterhin anspruchsvoll. Großprojekte werden nahezu ausschließlich von international erfahrenen Independent Power Producers mit einer hohen Risikobereitschaft umgesetzt. Für deutsche Unternehmen ergeben sich vor allem Chancen in frühen Projektphasen, etwa bei Planung und Beratung oder als Systemlieferanten beim Netzausbau.
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