Bevölkerungswachstum und Urbanisierung lassen die afrikanischen Städte in hohem Tempo wachsen. Gerade an den Stadträndern werden Infrastrukturmaßnahmen in großem Umfang notwendig. Hierzu zählt der Ausbau der Straßen-, Elektrizitäts- und Wassernetze. Ebenfalls müssen die Häfen erweitert werden, da speziell der Containerumschlag in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Viele dieser Projekte werden von Geberorganisationen wie der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), der deutschen KfW oder der französischen AFD finanziert.

Gerade bei komplizierteren Projekten ist ausländisches Know-how gefragt, weil lokale Baufirmen nicht über die geforderte Expertise verfügen. Auch deutsche Ingenieurbüros wie Lahmeyer, Fichtner, Gauff oder Inros Lackner beteiligen sich regelmäßig an derartigen Projekten in Afrika. Interessant ist im Rahmen der Vorhaben vor allem das Anfertigen von Studien im Vorfeld der Baudurchführung.

Hinzu kommt die Bauaufsicht. Um an derartigen Projekten teilhaben zu können, sind gute Beziehungen zu den lokalen afrikanischen Behörden wichtig, von denen die staatlichen Ausschreibungen veröffentlicht werden. Ebenfalls von großem Vorteil ist ein guter Draht zu den Geberorganisationen. Die Ausschreibungs- und Projektmeldungen der GTAI gehören geradezu zur Pflichtlektüre der in diesem Bereich aktiven Unternehmen.

Inros Lackner ist seit 58 Jahren in Afrika aktiv und betreibt Filialen in Angola, Guinea, Kamerun, Kenia, Republik Kongo, Mosambik, Senegal und Tansania und Togo. Das Unternehmen mit den Hauptsitzen in Bremen und Rostock ist international im Rahmen von Bauprojekten aktiv. Es berät bei der Bauplanung, fertigt Studien an und übernimmt auch die Bauaufsicht. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich des Wasser- und Hafenbaus. Dass auch ein vermeintlich kleiner Markt wie Togo interessante Aufträge zu bieten hat, zeigt die Entwicklung des Geschäfts von Inros Lackner dort. Die 2013 gegründete Filiale im Hafen von Lomé in Togo wurde zuletzt deutlich erweitert.

Chancen und Herausforderungen von Bauprojekten in Togo

Seit zehn Jahren leitet der Diplomingenieur Christian Esser die Niederlassung in Lomé. Im Interview mit Carsten Ehlers, Korrespondent von GTAI in Accra erzählt er über die Entwicklung des Geschäfts von Inros Lackner und was den Standort Togo für das Unternehmen interessant macht (April 2019):

Herr Esser, wie kam es zum Engagement von Inros Lackner in Togo?

Die Geschichte von Inros Lackner in Togo begann mit dem Bau des ersten Tiefseehafens in Afrika. Seit 1960 begleitet Inros Lackner aktiv die Entwicklung des Hafens Lomé, welcher sukzessive erweitert und an die heutigen Anforderungen angepasst worden ist.

Was macht Togo für Inros Lackner interessant?

Togo ist ein kleines und vor allem stabiles Land. Stabilität ist ein wichtiges Kriterium für die Standortwahl eines deutschen Unternehmens! Darüber hinaus bietet Togo mit seinem internationalen Flughafen und der Fluggesellschaft ASKY eine gute Verbindungsmöglichkeit zu vielen unserer afrikanischen Projektländer. Unser Büro ist seit der ersten Hafenausbauphase in den 60-Jahren in Togo präsent. Nach der Wiederaufnahme der internationalen Kooperation im Jahr 2008 haben wir unser lokales Team verstärkt und konnten unser Aktivitätsfeld erweitern. Von 2008 bis heute hat Inros Lackner alleine in Togo circa 30 Projekte im Bereich Infrastruktur und Küstenschutz bearbeitet und erfolgreich abgeschlossen.

Was macht Inros Lackner erfolgreich in Togo und auch in anderen afrikanischen Staaten?

Es ist vor allem unsere permanente lokale Präsenz, welche unseren Erfolg ausmacht. Kunden mögen es, einen permanenten Ansprechpartner zu haben.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, wenn man Geschäfte in Afrika macht?

Die lokale Konkurrenz nimmt zu. Es wird immer schwieriger bei nationalen Ausschreibungen auf dem lokalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Am Ende entscheidet oft der Preis!

Wie sehen Sie die Zukunft der afrikanischen Märkte für Inros Lackner und auch für deutsche Unternehmen aus anderen Branchen?

Auf dem Bausektor sind die Perspektiven für die Zukunft sehr positiv. Dies spiegelt sich auch in unserem guten Projektvorlauf wieder. Für die nächsten Jahre erwarten wir in unserer Branche viele internationale Ausschreibungen, für welche wir uns natürlich bewerben werden. Auch in anderen Branchen sehe ich ein großes Potenzial. Trotz zunehmender asiatischer Konkurrenz hat deutsches Know-how immer noch einen großen Stellenwert.

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