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Das Länderprofil wurde zuletzt im Mai 2021 aktualisiert.

Gabun an der Westküste Zentralafrikas gehört zu den Ländern des Kontinents mit der höchsten Kaufkraft. Neben Rohöl werden Bodenschätze wie Mangan, Uran, Eisenerz und Gold gefördert. Ein Drittel der Bevölkerung lebt im Großraum der Hauptstadt Libreville. Vor allem der Norden des Landes ist beinahe unbewohnt. Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich weiterhin moderat wachsen. Unklar bleibt die Machtfrage, nachdem Präsident Ali-Ben Bongo Ondimba, Sohn des Staatsgründers, gesundheitlich angeschlagen ist. Seinen Sohn Noureddin Bongo Valentin hat er bereits als Koordinator für Präsidialangelegenheiten ernannt.


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.


Daten und Fakten

Karte Gabun

Grafik Gabun


Offizieller Name: Gabunische Republik

Hauptstadt: Libreville

Geschäftssprache: Französisch

Einwohner: ca. 2,2 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 21 (2020)*

Bevölkerungswachstum: 2,4 % (2020)*

Währung & Wechselkurs (März 2021): CFA-Franc (FCFA), 1 Euro = 655,957 FCFA

BIP pro Kopf: 7.421 US$ (2020)*

BIP-Wachstum: 1,2 % (2021)*

Ausländische Direktinvestitionen: 12,24 Mrd. US$ (2019)*

Deutsche Einfuhren: 41,3 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2020*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Petrochemie 59,0
  2. natürl. Öle, Fette, Wachse 17,4
  3. Eisen und Stahl 9,3
  4. NE-Metalle 8,1
  5. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 5,6
  6. Maschinen 0,2

Deutsche Ausfuhren: 26,7 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2020*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Maschinen 36,8
  2. Nahrungsmittel 14,2
  3. Chemische Erzeugnisse 7,4
  4. Kfz und –teile 7,0
  5. Elektronik 4,9
  6. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 4,9
  7. Mess-/Regeltechnik 4,5

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Gabun von Germany Trade & Invest

Expertenstimme zu Gabun

Martin Kalhöfer, Bereichsleiter Afrika/Nahost bei Germany Trade & Invest

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Gabun ist mit etwas über zwei Millionen Menschen ein kleiner Markt, aber mit vielfältigen Chancen für deutsche Unternehmen. In der Rohstoffbranche und deren Umfeld dürfte die Nachfrage nach Maschinen, Anlagen und Elektrotechnik weiter anhalten, ebenso nach Fahrzeugen aller Art. Die größeren Städte Gabuns müssen in Sachen Infrastruktur, Umwelt- und Energietechnik nachlegen. Auch in der Landwirtschaft, im Gesundheits- und Bildungswesen ist noch viel Luft nach oben. Geld dafür ist da, auch um hochwertige Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland einzukaufen.


SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Gabuns als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Politik will Wirtschaft diversifizieren, um Rohstoffabhängigkeit zu reduzieren
  • Tor zu den Binnenmärkten Zentralafrikas
  • Kaufkräftige Ober- und Mittelschicht wünscht mehr deutsche Produkte


W (Weaknesses | Schwächen)

  • Kleiner Markt mit sehr ungleich verteilter Kaufkraft
  • Abhängigkeit vom Rohstoffexport und Weltmarktpreisen
  • Industriesektor jenseits der Rohstoffbranche schwach ausgeprägt
  • Intransparentes Vergabesystem öffentlicher Aufträge und Korruption
  • Schlechtes Bildungswesen und Fachkräftemangel

O (Opportunities | Chancen)

  • Steigende Investitionen im Exportsektor, besonders in Infrastruktur
  • Freihandelszone Gabon Special Economic Zone soll weitere Investitionen anlocken
  • Regierung setzt auf Ökotourismus mit teilweise unberührtem Regenwald
  • Potentiale für den Einsatz erneuerbarer Energien

T (Threats | Risiken)

  • Die Corona-Pandemie hat die bereits hohe Staatsverschuldung weiter erhöht
  • Umständliche Zollvorschriften behindern den Import und Export
  • Träges Rechtssystem und ineffiziente Verwaltung
  • Soziale Ungleichheit in der Bevölkerung droht sich in Gewalt zu entladen

Potenzialbranchen


Bergbau


Im Umfeld der Öl- und Gasförderung sowie des Abbaus von Bodenschätzen wie Mangan entstehen immer wieder Chancen für deutsche Zulieferer aus Maschinenbau, Automatisierungs- und Umwelttechnologie.

Landwirtschaft

Internationale Investoren sind in Gabun bei der Gewinnung von Palmöl, Kautschuk und Tropenholz aktiv. Mehr Weiterverarbeitung soll im Land stattfinden. Deutsche Zulieferer aus Landwirtschafts- und Automatisierungstechnik können davon profitieren. Bislang muss das Land mehr als die Hälfte seines Nahrungsmittelbedarfs durch Importe decken. 

Energiewirtschaft

Das Land entwickelt sich zum regionalen Exporteur von Energie, da es seinen Eigenbedarf mehr als abdecken kann. Die Wasserkraft wird weiter ausgebaut, aber auch Solarkraftwerke sollen entstehen. Außerdem ist der Ausbau von Biokraftstoff-Anlagen geplant.

Maschinen- und Anlagenbau

Durch die Urbanisierung und das Bestreben der Regierung, mehr Wertschöpfung im Land zu entwickeln, wird die Nachfrage im Maschinen- und Anlagenbau steigen.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Gabun sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Gabun sind einige bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Vor allem die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank finanzieren Vorhaben der öffentlichen Hand. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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