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Das Länderprofil wurde zuletzt im Februar 2021 aktualisiert.

Die Republik Tschad ist ein zentralafrikanisches Binnenland, das stark vom Erdölsektor abhängig ist. Dieser steht für 75 Prozent der gesamten Ausfuhren. Daneben exportiert der Tschad Gold, Baumwolle und Vieh. Auf Grund des relativ niedrigen Ölpreises und verstärkt durch die Coronapandemie leidet das Land unter einer zunehmenden Verschuldung.

Ethnische Gewalt und Aktivitäten islamistischer Terrorgruppen sorgen für Spannungen und politische Instabilität. Hunderttausende Menschen sind aus den Nachbarländern Sudan und Zentralafrikanische Republik in den Tschad geflohen.                 


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bietet deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

   

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zur Zentralafrikanischen Republik.


Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Tschad, N’Djamena

Geschäftssprache: Arabisch, Französisch

Einwohner: 16,9 Millionen (2021)*

Durchschnittsalter: Ø 15,8 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,9% (2021)*

Währung & Wechselkurs (Ø 2020):  1 Euro = 655,957 FCFA (CFA-Franc, fest an den Euro gekoppelt)

BIP: 639,8 US-Dollar pro Kopf (2020)*

BIP-Wachstum: -0,7% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 6,1 Mrd. US-Dollar (2018)

Deutsche Einfuhren: 60,1 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter 2019 (in % der Gesamteinfuhr)

  1. Erdöl 97,2
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 2,4

Deutsche Ausfuhren: 15,3 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter 2019 (in % der Gesamtausfuhr)

  1. Maschinen 21,0
  2. Rohstoffe 19,1
  3. Kfz und –teile 16,1
  4. Chemische Erzeugnisse 11,9
  5. Getränke/Tabak 10,6
  6. Mess- und Regeltechnik 7,4
  7. Elektronik 3,1

*Prognose/Schätzung

Expertenstimme zu Tschad

Martin Kalhöfer, Bereichsleiter Afrika/Nahost bei Germany Trade & Invest

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Der Tschad ist auf den ersten Blick kein attraktiver Standort. Aber die Rohstoffförderung im Land steigt und sorgt für Investitionen aus dem Ausland. Die Bevölkerungsentwicklung sowie die strategische Lage des Tschad in Zentralafrika rufen internationale Geldgeber auf den Plan. Das schafft durchaus Nischen für Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland.

Potenzialbranchen

Bergbau und Rohstoffe

Im Norden Tschads wird Gold abgebaut. Es kommt jedoch zu Spannungen zwischen Minenunternehmen, Behörden, Militär und Bevölkerung. Weitere Vorkommen von Bauxit, Uran, Silber und Diamanten werden vermutet, sind aber noch nicht in größerem Umfang erschlossen.

Energiewirtschaft

Das wichtigste Exportgut des Tschads ist Erdöl. Es wird im Süden des Landes gefördert und durch eine Pipeline über Kamerun exportiert. Weitere Fördergebiete werden erschlossen. Es besteht Potential für Wind- und Solarenergie als dezentrale Lösungen.

Landwirtschaft

90 Prozent der Menschen im Tschad leben von Subsistenzlandwirtschaft. Baumwolle, Zucker und Gummi arabicum werden auch exportiert. Die Regierung versucht die Landwirtschaft durch Strukturreformen leistungsfähiger zu machen und die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten zu verringern. Der Markt für Maschinen und Anlagen zur Weiterverarbeitung von Nahrungs- und sonstigen Konsumgütern wird aufgrund des Bevölkerungswachstums weiter zulegen. Deutsche Unternehmen können mit Technik und Know-how beim Ausbau der Infrastruktur punkten.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken des Tschad als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Ölförderung wird ausgebaut und schafft Chancen für Zulieferindustrie
  • Weitere und noch weitgehend unerschlossene Rohstoffvorkommen
  • Mit Burkina Faso, Mali, Mauretanien und Niger setzt Tschad in der G5 Sahel-Gruppe auf stärkere regionale Zusammenarbeit
  • Steigendes finanzielles Engagement arabischer Geberländer und Investoren, die Tschad als Brücke zu Subsahara-Afrika nutzen wollen

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Schlechtes Geschäftsklima, niedrige Steuerrate und ineffiziente, korrupte Behörden
  • Binnenland ohne direkten Zugang zu Seehäfen für Import und Export
  • Abhängigkeit vom Rohstoffexport und Weltmarktpreisen für Erdöl, Gold und Baumwolle 
  • Industriesektor kaum vorhanden
  • Schlechte Infrastruktur außerhalb größerer Städte

O (Opportunities | Chancen)

  • Die G5 Sahel-Gruppe will die regionale Infrastruktur ausbauen
  • Potenziale für den Einsatz erneuerbarer Energien
  • Hohes Bevölkerungswachstum schafft Bedarf bei Maschinen- und Anlagenbau für Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie sowie im Gesundheitswesen 

T (Threats | Risiken)

  • Ethnische Spannungen und Aktivitäten von Terrorgruppen 
  • Schaffung von Arbeitsplätzen hält nicht mit hohem Bevölkerungswachstum mit
  • Traditionell stark schwankende Erträge in der Landwirtschaft werden durch Klimawandel verstärkt
  • Hohe Armutsquote, steigende Jugendarbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit, Fachkräftemangel

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren in den Tschad sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Kontakte und weiterführende Links