Mali ist ein rohstoffreiches und zugleich bitterarmes Entwicklungsland. Landwirtschaft, Bergbau und Rohstoffexporte sind die Eckpfeiler der kaum diversifizierten Wirtschaft. Gold und Baumwolle sind die Hauptexportgüter.

Aufgrund des Vordringens terroristischer Gruppen ist seit 2013 die Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) als Friedensmission aktiv, um die Sicherheitslage im Land zu verbessern. Ein Militärputsch im August 2020 hat gezeigt, dass das Land von einer stabilen politischen Situation weit entfernt ist. Eine Übergangsregierung soll das Land nun bis zu einem Wahltermin im ersten Halbjahr 2022 führen. 

Hinweis

 Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.


Das Länderprofil wurde zuletzt im Januar 2021 aktualisiert.


Daten und Fakten

GTAI Mali GTAI Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Mali.


Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Mali, Bamako

Geschäftssprache: Französisch

Einwohner: 20,9 Millionen (2021)*

Durchschnittsalter: Ø 15,8 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,9% (2021)*

Währung & Wechselkurs (Ø 2020): CFA-Franc (FCFA), 1 Euro = 655,957 FCFA

BIP pro Kopf: 899,2 US$ (2020)*

BIP-Wachstum: -2,0% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 4,5 Mrd. US-Dollar (2018)

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 43,5
  2. Nahrungsmittel 41,2
  3. Maschinen 5,1
  4. Elektronik 4,1

Deutsche Ausfuhren: 79,9 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Kfz und -teile 25,5
  2. Maschinen 12,0
  3. Chemische Erzeugnisse 11,4
  4. Textilien/Bekleidung 9,9
  5. Elektrotechnik 7,8

*Prognose/Schätzung

Expertenstimme

Michael Monnerjahn, Manager Afrika/Nahost, GTAI

Michael Monnerjahn

Mali ist traditionell ein wichtiger Standort für den Handel, den Bergbau und die Landwirtschaft. Auf Grund der politischen Instabilität und des in der Region grassierenden Terrorismus kann das Sahel-Land sein Potenzial momentan jedoch nicht nutzen. Langfristig bieten sich allerdings interessante Geschäftsmöglichkeiten, da sich die Bevölkerung bis 2050 auf dann voraussichtlich 45 Millionen Einwohner mehr als verdoppeln wird.

Michael Monnerjahn Manager Afrika/Nahost bei Germany Trade & Invest

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Trotz erheblicher Unsicherheit noch ein BIP-Wachstum (Prognose 2021: 2 Prozent)
  • Umfangreiche, teilweise noch unerschlossene Rohstoffvorkommen
  • Regionale Zusammenarbeit mit Burkina Faso, Mauretanien, Niger und Tschad in der G5 Sahel-Gruppe


W

Weaknesses Schwächen

  • Binnnenland ohne direkten Zugang zu Seehäfen
  • Abhängigkeit vom Rohstoffexporten (Baumwolle, Gold)
  • Schwacher Industriesektor
  • Schlechte Infrastruktur außerhalb größerer Städte
  • Geringe wirtschaftliche Diversifizierung
O

Opportunities Chancen

  • Mali ist zunehmend marktwirtschaftlich orientiert
  • Hoher Nachholbedarf im Ausbau der Infrastruktur
  • Schaffung von Sonderwirtschaftszonen mit Burkina Faso und Côte d‘Ivoire
  • Potenziale für den Einsatz erneuerbarer Energien
T

Threats Risiken

  • Aktivitäten von Terrorgruppen in Teilen des Landes 
  • Politische Reformen kommen nicht voran
  • Schwankende Erträge in der Landwirtschaft als Folge des Klimawandels
  • Hohe Armutsquote, Jugendarbeitslosigkeit, Fachkräftemangel

Potenzialbranchen


Bergbau und Rohstoffe


Neben bereits teilweise erschlossenen Gold- und Bauxitvorkommen gibt es Chrom, Eisen, Lithium, Mangan, Nickel, Niob, Palladium, Wolfram, Phosphor, Silber, Thorium, Zinn, Titan sowie Uran. Langfristig bietet dies Chancen für deutsche Unternehmen aus Maschinenbau, Automatisierungs- und Umwelttechnologie

Landwirtschaft

Mali ist einer der größten Baumwollproduzenten Afrikas. Die Regierung versucht, die Landwirtschaft stärker zu diversifizieren. Nur 5 Prozent der für Landwirtschaft geeigneten Flächen werden bislang genutzt, der Anbau ist noch wenig mechanisiert.

Energiewirtschaft

Trotz eigener Öl- und Gasvorkommen ist Mali bislang weitgehend von Energieimporten abhängig. Wind- und Solarenergie wurden bereits als dezentrale Lösungen entwickelt. Der weitere Ausbau wird jedoch von einer Stabilisierung des Landes abhängig sein.

Maschinen- und Anlagenbau

Angesichts des rapiden Bevölkerungswachstums bietet der Markt für Maschinen und Anlagen zur Weiterverarbeitung von Nahrungs- und sonstigen Konsumgütern langfristig ein Wachstumspotenzial. 

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Mali sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Mali sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank, die KfW Entwicklungsbank und andere finanzieren Vorhaben der öffentlichen Hand. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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