Tansania zählt zu den wichtigen Märkten in Ostafrika - mit vielfältigen Investitionschancen. Der Staat will vor allem die Transport- und die Energieinfrastruktur ausbauen und hofft neben internationalen Gebern auch auf den Privatsektor. 

Auch der Bau der neuen Hauptstadt Dodoma im Landesinneren wird weiter vorangetrieben. Im Jahr 2018 hat Tansania bereits die Ministerien von Daressalam nach Dodoma verlegt. Mit seinem Hafen bleibt Daressalam wichtiges Handelszentrum und Drehkreuz für die Region. 

Das Länderprofil wurde zuletzt im Januar 2022 aktualisiert.

Daten und Fakten Tansania

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Mit über 63 Millionen Menschen einer der größeren Binnenmärkte Subsahara-Afrikas
  • Daressalam ist regionale Drehscheibe in Ostafrika
  • Soziale und politische Stabilität
  • Regierung stellt viel Geld für Infrastrukturausbau bereit

W

Weaknesses Schwächen

  • Geringe Kaufkraft der Bevölkerung
  • Schwieriger Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften und Kapital
  • Hafen in Daressalam gilt als ineffizient (Lieferungen können sich dadurch verlangsamen)
O

Opportunities Chancen

  • Teilhabe an Infrastrukturprojekten 
  • Investitionsmöglichkeiten in den Wachstumssektoren Bau/Baustoffe, Konsumgüter, Tourismus und Landwirtschaft
  • Zulieferung von Maschinen und Inputgütern für die wachsende Konsumgüterindustrie, Bau, Bergbau und Landwirtschaft
  • Bedienung des lokalen Marktes mit importierten sowie lokal gefertigten Konsumgütern
T

Threats Risiken

  • Risiko von Zahlungsausfällen bei staatlichen Aufträgen
  • Stringente Local-Content-Regelungen schrecken Investoren ab  
  • Hoher Druck aufseiten der Behörden, Steuern einzutreiben
  • Mangelhafte rechtliche Rahmenbedingungen (kein Eigentumserwerb möglich, keine Anerkennung internationaler Arbitragegerichte)

Potenzialbranchen

Bauwirtschaft

Der private Häuserbau war in der Pandemie eingebrochen, zieht jedoch gerade in den Ballungszentren wieder an. Interessant bleiben öffentliche Infrastrukturprojekte im Transportwesen, sowie im Bereich der Strom- und Wasserversorgung. Die lokale Produktion von Baustoffen und -konstruktionen bietet Geschäftsmöglichkeiten. 

Bergbau und Rohstoffe

Tansania ist reich an Vorkommen und verfügt über Gold, Grafit, Nickel und Eisenerz. Für Zurückhaltung sorgt ein Bergbaugesetz (Minerals Act), das dem Staat einen Mindestanteil von 16 Prozent an den Minen einräumt. Für deutsche Unternehmen bestehen vor allem Chancen in der Zulieferung von technischem Gerät und Chemikalien.

Energiewirtschaft

Der Staat investiert in die Stromversorgung, baut Kraftwerke und erweitert Verteilernetze in den Städten. Wasserkraft ist dabei der wichtigste Energieträger. Industriebetriebe, Minen, Farmen und Lodges interessieren sich zunehmend für eine eigene Stromversorgung mit erneuerbaren Energien. Für deutsche Unternehmen bestehen Chancen bei der Zulieferung technischer Komponenten sowie bei der Beratung. 

Gesundheitswirtschaft

Der Gesundheitssektor dürfte in Zukunft wachsen, denn chronische Erkrankungen nehmen zu. Deutsche Unternehmen liefern vor allem Pharmazeutika und Medizintechnik. Da dem Staat eigenes Geld fehlt, ist er verstärkt zu Kooperationen im Rahmen von Public-Private Partnerships mit dem Privatsektor bereit. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Staatsverschuldung hat die Regierung dennoch Spielraum für Investitionen.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft machte 2020 fast 27 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus und ist einer der größten Devisenbringer. Eine Industrialisierung findet beispielsweise in der Geflügelzucht und beim Anbau von Getreide statt. Investitionen sind jedoch in allen Bereichen notwendig. 

Nahrungsmittel

Aufgrund der wachsenden Bevölkerung steigt auch der Nahrungsmittelbedarf. Der formelle Einzelhandel wächst. Fast-Food-Ketten investieren im Land. Lokale und kleinere Produzenten können die steigende Nachfrage nur teilweise bedienen, weshalb Nahrungsmittel importiert werden müssen.

Wasser und Umwelt

Parallel zum Bevölkerungswachstum steigt der Wasserbedarf in Städten, in der Landwirtschaft und in der Industrie. Bei der Finanzierung sind die staatlichen Versorgungsunternehmen auf die Unterstützung internationaler Geber und des Privatsektors angewiesen. Für deutsche Unternehmen gibt es immer wieder Chancen als Zulieferer von Technik und in der Beratung. 

Der Branchencheck-Tansania enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtlicher Rahmen, Gründen, Investieren

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Tansania sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Arbeitsmarkt und Löhne

Das Kompetenzzentrum Berufsbildung (Skills Expert Projekt) der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika bietet deutschen und lokalen Unternehmen sowie Bildungsanbietern Informationen und Beratung rund um das Thema Berufsbildung.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Tansania sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Einen Überblick über Geschäftschancen bei öffentlichen Aufträgen gibt Germany Trade & Invest (GTAI) im Bericht Entwicklungszusammenarbeit mit Tansania. Bei GTAI finden Sie zudem aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg in Tansania

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWK-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Tansania zu erleichtern.

Lebensmittelverarbeitung

Tansania gehörte zu den Zielländern des Projektes "Lebensmittelverarbeitung inkl. Kreislaufwirtschaft in Ostafrika" des Wirtschaftsnetzwerks Afrika. Im Rahmen dieses Projektes hat die Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika 2021 eine Marktstudie veröffentlicht.

Symbolbild: Mann liest am Tablet

Download Marktstudie Ostafrika

Marktstudie zu Geschäftschancen in Äthiopien, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda für Unternehmen im Bereich Lebensmittelverarbeitung inklusive Kreislaufwirtschaft.

 

Gesundheitswirtschaft

Das BMWK-Markterschließungsprogramm hat 2020 eine Zielmarktanalyse zur Gesundheitswirtschaft in Ruanda und Tansania veröffentlicht.

Energiewirtschaft 

Im Rahmen der Exportinitiative Energie des BMWK hat die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Kenia 2019 eine Zielmarktanalyse zum Thema Inselnetze und netzferne Energietechnologien in Tansania veröffentlicht.

Das Kompetenzzentrum Energie, Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika informiert und unterstützt Unternehmen vor Ort zu den Themen Bio- und Solarenergie, Energieeffizienz, Frischwasserversorgung, Abwasserbehandlung und Abfallmanagement.

Umwelt und Wasser

Das Markterschließungsprogramm hat 2021 eine Geschäftsanbahnungsreise durchgeführt und dazu die Zielmarktanalyse Wasserwirtschaft in Tansania und Uganda veröffentlicht.

Erfahrungsberichte von Unternehmen in Tansania

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Motto steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Tansania.

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