Tansania ist nach Kenia und Äthiopien der drittgrößte Markt in Ostafrika. Es hat sich mit seinem Hafen in Daressalam als Handelsdrehscheibe für Lieferungen in die gesamte Region etabliert. 

Die Landwirtschaft beschäftigt einen Großteil der tansanischen Bevölkerung. Neben dem Goldbergbau und Tourismus erwirtschaftet der Export von Gemüse, Früchten, Tabak, Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen dringend benötigte Devisen. Das Land verfügt über große Mineralienreserven (etwa Grafit) sowie Gasvorkommen vor der Küste.

Der Konsumgütermarkt lockt Investoren mit einer wachsenden zahlungskräftigen Mittelschicht. Auch der Bausektor ist ein bedeutender Wachstumstreiber. Die Regierung legt großen Wert auf den Infrastrukturausbau. Zu den größten Projekten gehören die teilweise bereits im Betrieb stehende neue Eisenbahnstrecke, die eine Erschließung des Hinterlandes deutlich erleichtert. Viele Maßnahmen in diesem Bereich werden von internationalen Geberorganisationen wie der Weltbank, der EU oder der deutschen KfW finanziert.

Die seit 2021 regierende Präsidentin Samia Suluhu Hassan verfolgt im Gegensatz zu ihrem Vorgänger einen pragmatischen und wirtschaftsfreundlicheren Kurs. Dennoch mehrten sich kritische Stimmen. Im Umfeld der Wahlen im Herbst 2025 kam es zu teilweise massiven Protesten mit zahlreichen Toten. Seitdem hat sich die Lage stabilisiert, erneute Proteste können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Dank der Zugehörigkeit zur East African Community (EAC) lassen sich über den Hafen Daressalam insbesondere Burundi und Ruanda bedienen. Die Mitgliedschaft in der Southern African Development Community (SADC) erleichtert den Marktzugang zu Malawi, Sambia und in den Osten der Demokratischen Republik Kongo.

Das Länderprofil wurde zuletzt im Januar 2026 aktualisiert.

Christian Engels

Tansania zählt aktuell zu den dynamischsten Volkswirtschaften in Ostafrika. Besonders in den Sektoren erneuerbare Energien, Agrarwirtschaft, Rohstoffe und Tourismus bestehen interessante Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen – sei es durch den Export von Maschinen und Anlagen, durch Beratungs- und Ingenieursdienstleistungen oder durch Projektpartnerschaften. Gleichzeitig rücken Zukunftsfelder wie Digitalisierung, Gesundheitswirtschaft und nachhaltige Infrastruktur stärker in den Fokus.

Christian Engels Geschäftsführer AHK Services Eastern Africa Ltd., Leiter Büro Tansania

Daten und Fakten Tansania

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Mit knapp 70 Millionen Menschen einer der größeren Binnenmärkte Subsahara-Afrikas
  • Daressalam dient als regionale Drehscheibe in Ostafrika
  • Soziale Stabilität
  • Große Vorkommen von Bodenschätzen (u.a. Gold, Grafit, Nicke, Seltene Erden)
W

Weaknesses Schwächen

  • Geringe Kaufkraft der Bevölkerung
  • Hafen in Daressalam gilt als ineffizient
  • Schwieriger Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften und Kapital
  • Korruption nahm zuletzt wieder zu
O

Opportunities Chancen

  • Bausektor: Hoher Infrastrukturbedarf in den Bereichen Wohnungsbau, Straßenbau, Energie, Wasser und Telekommunikation
  • Landwirtschaft: Produktion für den lokalen Markt (u.a. Weizen, Zucker, Milchprodukte) und den Export (u.a. Kaffee, Tee, Schnittblumen)
  • Nahrungsmittelindustrie: Produktion für den lokalen Markt
  • Bergbau: Abbau von Gold, Nickel, Kohle und Grafit (geplant)
T

Threats Risiken

  • Politische Proteste können wieder aufflammen
  • Risiko von Zahlungsausfällen bei staatlichen Aufträgen
  • Hoher Druck aufseiten der Behörden, Steuern einzutreiben
  • Mangelhafte rechtliche Rahmenbedingungen (kein Eigentumserwerb möglich, keine Anerkennung internationaler Arbitragegerichte)

Potenzialbranchen in Tansania

Nahrungsmittel und Getränke

Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln steigt in Tansania angesichts eines jährlichen Bevölkerungswachstums von rund 1,8 Millionen Menschen rasant an. Die Mittelschicht wächst und fragt zunehmend industriell gefertigte und professionell verpackte Lebensmittel nach. Das Umfeld entwickelt sich gerade erst. Ausländische Supermarktketten gibt es nicht, und auch Fast-Foodketten betreiben bisher nur wenige Franchises. Hinzu kommt die deutlich steigende Zahl an Touristen. Tansania ist inzwischen der wichtigste Markt für deutsche Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen in Ostafrika.

Energiewirtschaft

Der tansanische Energiesektor erwartet in den kommenden Jahren hohe Investitionen. Für deutsche Unternehmen bieten sich Liefer- und Beratungsmöglichkeiten. Der rasant steigende Strombedarf macht weitere Kraftwerke notwendig. Dabei setzt die Regierung vor allem auf Wasserkraft. Längere Trockenperioden zeigen aber, dass auch privat betriebene Solar- und Windparks gebraucht werden. Außerdem investiert der Staat in Übertragungsleitungen und in Verteilernetze in den Städten. Bei der Elektrifizierung Tansanias ländlicher Regionen besteht indes noch großer Nachholbedarf.

Bergbau und Rohstoffe

Hohe Weltmarktpreise beflügeln Minenprojekte für Gold, Grafit und Nickel. Seltene Erden, Mineralsande, Uran und Kohle werden ebenfalls abgebaut. Entsprechend stocken die tansanischen Minen ihre Maschinenparks auf. Chancen für deutsche Firmen liegen vor allem in der Lieferung von technischer Ausrüstung und Chemikalien. Minenbetreiber suchen außerdem nach nachhaltigen Lösungen in den Bereichen Stromversorgung sowie Wasser und Abwasser, teilweise unterstützt durch Entwicklungsprojekte. Trotz insgesamt verbesserter Rahmenbedingungen in Tansanias Bergbau sind hohe Importkosten und der administrative Aufwand für Einfuhren teilweise erschwerend.

Wasser und Umwelt

Der Investitionsbedarf im Bereich Wasser und Abwasser Tansanias steigt, und wird auch die Nachfrage nach deutscher Umwelttechnik ankurbeln. Die wachsende Bevölkerung sowie expandierende Landwirtschaft und Industrie erhöhen den Durst nach Wasser. Klimatische Veränderungen verstärken den Trend zusätzlich. Umweltprobleme in den Ballungszentren erfordern neue Abwasserbecken und Aufbereitungsanlagen. Internationale Geber engagieren sich in diesem Bereich besonders stark mit Projekten und Ausschreibungen, was konkrete Geschäftschancen mit sich bringt.  

Bauwirtschaft

Die Aussichten für die tansanische Bauwirtschaft sind positiv. Dabei entwickelt sich der Hochbau dynamisch. Einen regelrechten Bauboom erlebt derzeit die Insel Sansibar, wo Vorstädte und größere Hotels entstehen. Staatliche Infrastrukturprojekte sorgen ebenfalls für eine gute Auftragslage im Land. Sparzwänge internationaler Geber könnten diese jedoch mittelfristig trüben. Ein weiterer Wachstumsbereich ist die lokale Produktion von Baumaterialien und Baukonstruktion. Die Devisenknappheit har sich etwas gebessert. 

Mehr Brancheninfos

Germany Trade & Invest (GTAI) bietet weitergehende Informationen zu aussichtsreichen Branchen in Tansania

Die Analysen beleuchten neben der Marktentwicklung auch politische Rahmenbedingungen, aktuelle und geplante Projekte sowie Geschäftschancen für deutsche Unternehmen.

Marktzugang

Rechtlicher Rahmen, Gründen, Investieren

Zoll- und Einfuhrregelungen

Arbeitsmarkt und Löhne

Das Kompetenzzentrum Berufsbildung (Skills Expert Projekt) der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika bietet deutschen und lokalen Unternehmen sowie Bildungsanbietern Informationen und Beratung rund um das Thema Berufsbildung.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Tansania fördern internationale Geber viele Entwicklungsprojekte. Am aktivsten sind die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die KfW Entwicklungsbank. Die Geber fördern insbesondere Projekte in den Sektoren Wasser und Umwelt. Aus geberfinanzierten Vorhaben resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Einen Überblick über Geschäftschancen bei öffentlichen Aufträgen gibt Germany Trade & Invest (GTAI) im Bericht Entwicklungszusammenarbeit mit Tansania. Bei GTAI finden Sie zudem aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg in Tansania

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Tansania zu erleichtern.

Beratungsgutscheine Afrika

Das BMWE unterstützt den Markteinstieg deutscher KMU in Afrika. Unternehmen erhalten bis zu 85 Prozent der Kosten für maximal 15 Beratungstage.

BMWE-Markterschließungsprogramm Neues Fenster zu "BMWE-Markterschließungsprogramm".

Das Markterschließungsprogramm (MEP) erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in ausländische Märkte und bietet aktuell Maßnahmen für Tansania an.

Investitionsgarantien des Bundes Neues Fenster zu "Investitionsgarantien des Bundes".

Die Investitionsgarantien sichern Direktinvestitionen deutscher Unternehmen in Tansania gegen politische Risiken ab und unterstützten Projekte vor Ort.

Export­kredit­versicherungen für Privatwirtschaft Neues Fenster zu "Export­kredit­versicherungen für Privatwirtschaft".

Die Hermesdeckungen schützen Exporteure und Banken bei Geschäften mit tansanischen Handelspartnern vor wirtschaftlich und politisch bedingten Zahlungsausfällen.

Kompetenzzentrum Energie, Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften Neues Fenster zu "Kompetenzzentrum Energie, Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften ".

Das Kompetenzzentrum Energie, Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften der AHK Ostafrika berät Unternehmen vor Ort und bietet Marktinformationen.

Kompetenzzentrum berufliche Bildung Neues Fenster zu " Kompetenzzentrum berufliche Bildung".

Mit dem Skills Experts Programm unterstützt das Kompetenzzentrum der AHK Ostafrika Unternehmen und Bildungsanbieter.

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