Die Republik Tschad ist ein zentralafrikanisches Binnenland, das stark vom Erdölsektor abhängig ist. Er steht für 75 Prozent der gesamten Ausfuhren des Landes.

Daneben exportiert der Tschad Gold, Baumwolle und Vieh. Der Telekommunikations- und Bankensektor ziehen ausländische Direktinvestitionen an. Aufgrund des steigenden Ölpreises erwartet der International Monetary Fund (IMF), dass die Staatsverschuldung mittelfristig sinkt.

Ethnische Gewalt und Aktivitäten islamistischer Terrorgruppen sorgen für Spannungen und politische Instabilität. Hunderttausende Menschen sind aus den Nachbarländern Sudan und Zentralafrikanische Republik in den Tschad geflohen. Ein neues Friedensabkommen, das im Sommer 2022 von 42 der insgesamt 47 Rebellengruppen abgeschlossen haben, gibt Grund zur Hoffnung.

Das Länderprofil wurde zuletzt im September 2022 aktualisiert.

Daniela Vaziri

Daniela Vaziri

Der Tschad ist auf den ersten Blick kein attraktiver Standort. Aber die Rohstoffförderung im Land steigt und sorgt für Investitionen aus dem Ausland. Die Bevölkerungsentwicklung sowie die strategische Lage des Tschad in Zentralafrika rufen internationale Geldgeber auf den Plan. Das schafft durchaus Nischen für Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland.

Daniela Vaziri Bereichsleiterin Afrika/Nahost bei Germany Trade & Invest


Daten und Fakten Tschad

Potenzialbranchen

Bergbau und Rohstoffe

Im Norden Tschads wird Gold abgebaut. Es kommt jedoch zu Spannungen zwischen Minenunternehmen, Behörden, Militär und Bevölkerung. Weitere Vorkommen von Bauxit, Uran, Silber und Diamanten werden vermutet, sind aber noch nicht in größerem Umfang erschlossen.

Energiewirtschaft

Das wichtigste Exportgut des Tschads ist Erdöl. Es wird im Süden des Landes gefördert und durch eine Pipeline über Kamerun exportiert. Weitere Fördergebiete werden erschlossen. Es besteht Potential für Wind- und Solarenergie als dezentrale Lösungen.

Landwirtschaft

90 Prozent der Menschen im Tschad leben von Subsistenzlandwirtschaft. Baumwolle, Zucker und Gummi arabicum werden auch exportiert. Die Regierung versucht die Landwirtschaft durch Strukturreformen leistungsfähiger zu machen und die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten zu verringern. Der Markt für Maschinen und Anlagen zur Weiterverarbeitung von Nahrungs- und sonstigen Konsumgütern wird aufgrund des Bevölkerungswachstums weiter zulegen. Deutsche Unternehmen können mit Technik und Know-how beim Ausbau der Infrastruktur punkten.

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Ölförderung wird ausgebaut und schafft Chancen für Zulieferindustrie
  • Weitere, weitgehend unerschlossene Rohstoffvorkommen
  • Mit Burkina Faso, Mali, Mauretanien und Niger setzt Tschad in der G5 Sahel-Gruppe auf stärkere regionale Zusammenarbeit
  • Finanzielles Engagement arabischer Geberländer und Investoren (Tschad als Brücke zu Subsahara-Afrika)
W

Weaknesses Schwächen

  • Schlechtes Geschäftsklima, niedrige Steuerrate und ineffiziente, korrupte Behörden
  • Binnenland ohne direkten Zugang zu Seehäfen
  • Abhängigkeit vom Rohstoffexport (Erdöl, Gold, Baumwolle) 
  • Industriesektor kaum vorhanden
  • Schlechte Infrastruktur außerhalb größerer Städte
O

Opportunities Chancen

  • Die G5 Sahel-Gruppe will die regionale Infrastruktur ausbauen
  • Potenziale für den Einsatz erneuerbarer Energien
  • Hohes Bevölkerungswachstum schafft Bedarf bei Maschinen- und Anlagenbau für Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie sowie im Gesundheitswesen 
T

Threats Risiken

  • Ethnische Spannungen und Aktivitäten von Terrorgruppen
  • Traditionell stark schwankende Erträge in der Landwirtschaft werden durch Klimawandel verstärkt
  • Hohe Armutsquote, steigende Jugendarbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit, Fachkräftemangel

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Gewerbliche Wareneinfuhr und Zoll

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg im Tschad

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWK-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Sambia zu erleichtern.

Unabhängig von der Branche und vom Zielland können Unternehmen die "Beratungsgutscheine Afrika" in Anspruch nehmen. Das Förderprogramm des BMWK unterstützt den Markteinstieg deutscher KMU in Afrika mit bis zu 75 Prozent der Kosten für maximal 15 Beratertage. 

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