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Das Länderprofil wurde zuletzt im Juli 2020 aktualisiert.

Im afrikanischen Kontext ist Benin ein kleiner Absatzmarkt, profitiert jedoch von seiner zentralen Lage und dem Marktzugang zum Nachbarn Nigeria. Die umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur werden zum großen Teil über Schulden finanziert. Auch die internationalen Geberorganisationen engagieren sich in zahlreichen Entwicklungsprojekten. Die reformorientierte Wirtschaftspolitik des westafrikanischen Landes wird von Investoren nicht immer als unternehmensfreundlich gewertet.


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Benin.

Offizieller Name: Republik Benin

Hauptstadt: Porto-Novo

Geschäftssprache: Französisch

Einwohner: ca. 11,8 Millionen (2019)*

Durchschnittsalter: Ø 18,4 (2018)*

Bevölkerungswachstum: 2,7% (2019)*

Währung & Wechselkurs (September 2019): CFA-Franc (FCFA), 1 Euro = 655,957 FCFA

BIP pro Kopf: 1.217 in US$ (2019)*

BIP-Wachstum: 6,6% (2019)*

Ausländische Direktinvestitionen:  2,3 Mrd. US$ (2018)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2018*, in % der Gesamteinfuhr):

  1. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 50,9%
  2. Nahrungsmittel 38,8%
  3. Maschinen 3,2%
  4. Natürliche Öle, Fette, Wachse 2,4%
  5. Textilien/Bekleidung 0,9%
  6. Elektronik 0,3%
  7. Mess-/Regeltechnik 0,1%
  8. Sonstige 3,4%

Deutsche Ausfuhren: 36,04 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2018*, in % der Gesamtausfuhr):

  1. Maschinen 23,1%
  2. Kfz und -Teile 22,4%
  3. Chemische Erzeugnisse 10,8%
  4. Elektronik 7,4%
  5. Elektrotechnik 6,2%
  6. Nahrungsmittel 5,7%
  7. Mess- und Regeltechnik 5,4%
  8. Sonstige 19,0

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Benin von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Benin

Wolfgang Karg, GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika:

GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika Wolfgang Karg

Wolfgang Karg

Einige Wirtschaftszweige verzeichnen einen Aufschwung mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Die Regierung des Präsidenten, dem ehemaligen Unternehmer Patrice Talon, treibt insbesondere die Landwirtschaft und den Infrastrukturausbau voran. Marktkenner stufen das Geschäftsumfeld allerdings immer noch als schwierig ein.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Benins als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Zentrale Lage in Westafrika
  • Hafenstadt Cotonou mit Funktionen als regionaler Hub zum Beispiel nach Niger oder Nigeria
  • Relativ sicheres Reiseland in Westafrika
  • Geringe Währungsrisiken; Franc FCA ist an den Euro gebunden

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Ineffizienz, Korruption in den Verwaltungen
  • Kleiner Markt mit 12 Millionen Einwohnern und geringer Kaufkraft
  • Dominanz französischer Unternehmen
  • Landwirtschaft und Exporte abhängig von Baumwollernten

O (Opportunities | Chancen)

  • Staatliche und geberfinanzierte Infrastrukturvorhaben
  • Nachfrage nach Konsumgütern wächst von einem geringen Niveau
  • Ausbau der Stromerzeugung und -übertragung

T (Threats | Risiken)

  • Unberechenbare staatliche Einflussnahme
  • Unklare Eigentumsrechte erschweren den Erwerb von Grund und Boden
  • Zahlungsverzögerungen und -ausfälle auch im öffentlichen Bereich

Potenzialbranchen


Bauwirtschaft

Die Auftragslage in der Bauwirtschaft hat sich verbessert. Ausländische Firmen führen Spezialprojekte im Küstenschutz oder den Ausbau des Hafens Cotonou aus. Internationale Bauconsultants haben bei geberfinanzierten Maßnahmen Chancen. Staatliche Projekte können sich nach der Vergabe aber verzögern.

Energieversorgung

Weitere Kraftwerke sind geplant. Geber wie die US-amerikanische Millennium Challenge Corporation finanzieren auch Netze und Offgrid-Vorhaben. MAN liefert Dual-Fuel-Motoren für das thermische Kraftwerk Maria Gleta.

Gesundheitswesen

Es besteht Potenzial für Importe von Medizintechnik. Die Regierung will beispielsweise ein Referenzkrankenhaus mit 430 Betten in Abomey-Calavi für etwa 175 Millionen Euro bauen. Der Fachkräftemangel bremst eine stärkere Expansion.

Landwirtschaft

Zuliefermöglichkeiten im Bereich der Landwirtschaft steigen. Benin ist einer der wichtigsten Baumwollproduzenten in der Region, die Erntemengen legen zu. Investitionen fließen in die Verarbeitung.

Maschinenbau

Der Absatz von Baumaschinen und Werkzeugen legt zu. Deutsche Maschinen haben auch im Verpackungs- und Nahrungsmittelbereich Chancen.

Umwelttechnik

Die Wasserversorgung in den Städten Cotonou, Calavi, Sèmè-Kpodji und Porto Nuovo wird ausgebaut. KfW Entwicklungsbank und die Weltbank finanzieren zwei Abwasseraufbereitungsanlagen.

Der Branchencheck-Benin enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.


Marktzugang

Information

Benin ist eines von zwölf afrikanischen Ländern der G20-Initiative Compact with Africa (CwA). Ziel ist es, die Bedingungen für private Investitionen in den Teilnehmerländern zu verbessern.
 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Benin sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Benin sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Projekte der öffentlichen Hand bereit. Aus geberfinanzierten Vorhaben resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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