Das Länderprofil wurde zuletzt im August 2020 aktualisiert.

Botsuana ist seit Beginn der Diamantenförderung in den frühen 1970er-Jahren von einem der weltweit 25 ärmsten Ländern zu einer Volkswirtschaft mit mittleren Einkommen aufgestiegen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit den hohen Rohstoffeinnahmen setzt in Subsahara-Afrika Maßstäbe, beispielsweise im Bildungs-und Gesundheitswesen. Die Diversifizierung der Wirtschaft bleibt das Ziel. Im Fokus sind Tourismus, Finanzdienstleistungen, Logistik und mehr Verarbeitung von Bodenschätzen sowie landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Als Nische könnte sich auch eine Zulieferung für die Industriezentren in Südafrika weiterentwickeln.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Botsuanas Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

Botsuana

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Botsuana.

Offizieller Name: Republik Botsuana

Hauptstadt: Gaborone

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: ca. 2,3 Millionen (2019)*

Durchschnittsalter: Ø 25 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,1% (2019)*

Währung & Wechselkurs (September 2019): Pula (P), 1 Euro = 12,077 P

BIP pro Kopf: 7.859 US$ (2019)*

BIP-Wachstum: 3,5% (2019)*

Ausländische Direktinvestitionen: 4,8 Mrd. US$ (2018)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2018*; in Prozent der Gesamteinfuhr):

  1. Nahrungsmittel 78,1%
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 12,4%
  3. Maschinen 2,3%
  4. Elektrotechnik 1,5
  5. Nichtmetallische Mineralien 1,1

Deutsche Ausfuhren: 66,1 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2018*; in Prozent der Gesamtausfuhr):

  1. Elektrotechnik 65,4%
  2. Mess- und Regeltechnik 11,7%
  3. Maschinen 5,8%
  4. Chemische Erzeugnisse 3,7%
  5. Kfz und -Teile 2,8%
  6. Elektronik 2,4%

*Prognose/Schätzung

Expertenstimme zu Botsuana

Fausi Najjar, GTAI-Korrespondent für das südliche Afrika:

Afrika-Experte Fausi Najjar

Afrika-Experte Fausi Najjar

In Sachen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, aber auch bei den Wohlstands- und Entwicklungsindikatoren sowie beim Geschäftsumfeld nimmt Botsuana für afrikanische Verhältnisse durchaus den Status eines Musterlandes ein. Getragen wird der Wohlstand praktisch ausschließlich vom Diamantenexport. Weitaus kleiner fallen die Einkommen aus dem Tourismus aus. In Zukunft werden die Ausfuhren von Kupfer und Kohle an Gewicht zunehmen. Versuche, das Land zu diversifizieren, waren bislang wenig erfolgreich, das schränkt die wirtschaftliche Dynamik ein.

SWOT-Analyse

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Botsuanas als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Politische Stabilität
  • Gute Infrastruktur
  • Geringe Kriminalität
  • Keine ethnischen Spannungen
  • Kaum internationale Kredite

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Einseitige Abhängigkeit vom Rohstoffausfuhren
  • Markt mit nur 2,3 Millionen Einwohnern
  • Binnenlage macht Transporte teuer
  • Beinträchtigung durch hohe HIV-Infektionsrate
  • Niedrige Produktivität

O (Opportunities | Chancen)

  • Regionaler Standort für ausländische Direktinvestitionen
  • Logistik-Hub für benachbarte Länder
  • Fortschritt in der Berufsausbildung
  • Anstieg der Wertschöpfung vor Ort
  • Energieexport in die Region

T (Threats | Risiken)

  • Fallende Preise oder Nachfrage für Diamanten
  • Klimawandel löst zunehmende Trockenheit aus
  • Spannungen wegen ungleicher Verteilung der Einkommen
  • Energieengpässe aufgrund der Stromkrise in Südafrika
  • Konflikte in Nachbarländern

Potenzialbranchen


Bergbau und Rohstoffe

Der Sektor bleibt eine Schlüsselindustrie. In der dominierenden Diamantensparte sorgt die Erschließung neuer Abbauschichten für Investitionen. Der Abbau weiterer Ressourcen soll verstärkt werden, etwa von Kupfer in der Khoemacau-Mine.  Die großen Kohlevorkommen bieten sich als Energierohstoff, für die Herstellung von Treibstoffen oder die Petrochemie an.

Energiewirtschaft

Das natürliche Potenzial für Solarenergie ist groß, aber der gesetzliche Rahmen erst im Aufbau begriffen. Jüngere Untersuchungen sehen auch Windkraft als mögliche Energieressource.

Landwirtschaft

Die Rinderzuchtträgt vier Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt des Agrarsektors bei. Mehr als 90 Prozent der Tiere gehen in den Export. . Durch Kooperationen soll der Ackerbau produktiver und auf neue Sorten erweitert werden.

Nahrungsmittel

Die geplante Teilprivatisierung der staatlichen Botswana Meat Commission und die Aufhebung ihres Monopols für die Rinderausfuhr dürften die private Schlachtwirtschaft und den Export beleben. Da mehr Milch anfällt, verbessern sich die Voraussetzungen für eine Verarbeitung zu Molkereiprodukten.

Der Branchencheck-Botsuana enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Botsuana finden Sie bei Germany Trade & Invest.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Botsuana sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Institutionen der Europäischen Union, die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle

Beratung und Unterstützung für Ihr Botsuana-Geschäft