Das Länderprofil wurde zuletzt im März 2021 aktualisiert.

Botsuana ist seit Beginn der Diamantenförderung in den frühen 1970er-Jahren von einem der weltweit 25 ärmsten Ländern zu einer Volkswirtschaft mit mittleren Einkommen aufgestiegen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit den hohen Rohstoffeinnahmen setzt in Subsahara-Afrika Maßstäbe, beispielsweise im Bildungs-und Gesundheitswesen. Die Diversifizierung der Wirtschaft bleibt das Ziel. Im Fokus sind Tourismus, Finanzdienstleistungen, Logistik und mehr Verarbeitung von Bodenschätzen sowie landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Als Nische könnte sich auch eine Zulieferung für die Industriezentren in Südafrika weiterentwickeln.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Botsuanas Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

Botsuana

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Botsuana.

Offizieller Name: Republik Botsuana

Hauptstadt: Gaborone

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: ca. 2,4 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 25 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,0% (2020)*

Währung & Wechselkurs (September 2020): Pula (P), 1 Euro = 13,624 P

BIP pro Kopf: 7.773 US$ (2019)*

BIP-Wachstum: -9,6% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 5,04 Mrd. US$ (2019)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in Prozent der Gesamteinfuhr):

  1. Nahrungsmittel 72,2
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 11,4
  3. Maschinen 3,7
  4. Elektrotechnik 2,8
  5. Elektronik 2,6
  6. Nichtmetallische Mineralien 1,0
  7. Metallwaren 1,0
  8. Chem. Erzeugnisse 0,7

Deutsche Ausfuhren: 66,1 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in Prozent der Gesamtausfuhr):

  1. Elektrotechnik 70,0
  2. Maschinen 9,2
  3. Chemische Erzeugnisse 4,6
  4. Mess- und Regeltechnik 3,4
  5. Elektronik 2,3%
  6. Kautschuk Erzeugnisse 1,9

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Botsuana von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Botsuana

Fausi Najjar, GTAI-Korrespondent für das südliche Afrika:

Afrika-Experte Fausi Najjar

Afrika-Experte Fausi Najjar

In Sachen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, aber auch bei den Wohlstands- und Entwicklungsindikatoren sowie beim Geschäftsumfeld nimmt Botsuana für afrikanische Verhältnisse durchaus den Status eines Musterlandes ein. Getragen wird der Wohlstand praktisch ausschließlich vom Diamantenexport. Weitaus kleiner fallen die Einkommen aus dem Tourismus aus. In Zukunft werden die Ausfuhren von Kupfer und Kohle an Gewicht zunehmen. Versuche, das Land zu diversifizieren, waren bislang wenig erfolgreich, das schränkt die wirtschaftliche Dynamik ein.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Botsuanas als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Politische Stabilität
  • Gute Infrastruktur
  • Geringe Kriminalität
  • Keine ethnischen Spannungen
  • Kaum internationale Kredite

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Einseitige Abhängigkeit vom Rohstoffausfuhren
  • Markt mit nur 2,3 Millionen Einwohnern
  • Binnenlage macht Transporte teuer
  • Beinträchtigung durch hohe HIV-Infektionsrate
  • Niedrige Produktivität

O (Opportunities | Chancen)

  • Regionaler Standort für ausländische Direktinvestitionen
  • Logistik-Hub für benachbarte Länder
  • Fortschritt in der Berufsausbildung
  • Anstieg der Wertschöpfung vor Ort
  • Energieexport in die Region

T (Threats | Risiken)

  • Fallende Preise oder Nachfrage für Diamanten
  • Klimawandel löst zunehmende Trockenheit aus
  • Spannungen wegen ungleicher Verteilung der Einkommen
  • Energieengpässe aufgrund der Stromkrise in Südafrika
  • Konflikte in Nachbarländern

Potenzialbranchen


EnergiewirtschaftDie Regierung strebt Eigenversorgung an und hat im Dezember 2020 einen neuen Integrated Resource Plan (IRP) veröffentlicht. Der IRP beinhaltet Zielgrößen bis 2040. So sollen 1.500 Megawatt neue Erzeugungskapazitäten errichtet werden. Der Großteil entfällt auf die Solarenergie.
BauwirtschaftZuerst hat die Coronapandemie die Branche ausgebremst, 2021 könnte sie zu ihrem Motor werden. Ende 2020 hat der Staat einige Bauprojekte erneut aufgegriffen, darunter Krankenhäuser, weiterführende Schulen und eine Polizeistation. Die Fertigstellung der Kazungula-Brücke über den Sambesi schafft Optionen auf einen Bahnanschluss nach Sambia. 
GesundheitswirtschaftDer Sektor kämpft derzeit mit einem Personalmangel, denn eine steigende Zahl von Beschäftigen wurde seit Jahresbeginn 2021 positiv auf Covid-19 getestet. Indessen hat das Gesundheitsministerium begonnen eine elektronische Patientendatei (Electronic Health Record, EHR) aufzubauen. Dies geschieht im Zuge der e-Health Strategy 2020-2024. Im Januar 2021 wurde ein Krankenhausbau als öffentlich-privates Projekt (PPP) angekündigt. 
Landwirtschaft

Der Agrarsektor wird von der Viehhaltung dominiert, die 80 Prozent zur Wertschöpfung beiträgt. Wichtigste Exportware ist Rindfleisch. Zukünftig soll der Anbau, etwa von Getreide, nachhaltiger werden. Alternative Produkte, wie Zitrusfrüchte, Mangos oder Avocados, rücken in den Fokus. Die Regierung will zudem Aquakultur zur Fischzucht in geeigneten Zonen fördern. 

Bergbau und Rohstoffe

Mit einem Exportanteil von annähernd 90 Prozent sind Diamanten noch immer das wichtigste Bergbauprodukt des Landes. Der Abbau von Kupfer soll in den kommenden Jahren steigen. Mitte des Jahres 2021 soll die Mine Khoemacau den Betrieb aufnehmen. Darüber hinaus plant die Regierung den Abbau von Metallen, wie Nickel, Gold und Silber. Auch mehr Kohle soll gefördert werden. 

Automobil

In Zusammenarbeit mit Deloitte will die Regierung bis Ende 2022 weitere Unternehmen aus der Kfz-Branche für den Standort Botsuana gewinnen. Mit Zulieferern, wie dem Kabelhersteller Kromberg & Schubert oder dem Batteriehersteller Chloride Botswana haben sich in den letzten Jahren bereits erste Unternehmen im Land angesiedelt. Abnehmer ist die Automobilindustrie in Südafrika.

Umwelt und Wasser

Mit einem Gesamtvolumen von 384 Millionen Euro hat der staatliche Wasserversorger Water Utilities Corporation (WUC) 20 größere Projekte vergeben. Dazu gehören zum Beispiel Pumpstationen, Wasseraufbereitungsanlagen und Planungsaufträge. Unternehmen aus China sowie Südafrika und Japan erhielten die Zuschläge.

Der Branchencheck-Botsuana enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Botsuana sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Botsuana sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Institutionen der Europäischen Union, die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen.

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