Seit Beginn der Diamantenförderung in den frühen 1970er-Jahren ist Botsuana von einem der weltweit 25 ärmsten Ländern zu einer Volkswirtschaft mit mittleren Einkommen aufgestiegen. Die Abhängigkeit vom Diamantengeschäft zu reduzieren und andere Wirtschaftszweige auf- und auszubauen, bleibt die wichtigste Aufgabe. 

Der verantwortungsbewusste Umgang des Landes mit den hohen Rohstoffeinnahmen hat in Subsahara-Afrika Maßstäbe gesetzt, beispielsweise im Bildungs-und Gesundheitswesen. Bei den Bemühungen, die Wirtschaft zu diversifizieren, stehen vor allem Tourismus, Finanzdienstleistungen, Logistik sowie mehr Verarbeitung von Bodenschätzen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Fokus. Als Nische könnte sich auch eine Zulieferung für die Industriezentren in Südafrika weiterentwickeln. 

Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Botsuanas Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.


Das Länderprofil wurde zuletzt im März 2021 aktualisiert.

Daten und Fakten Botsuana

Expertenstimme

Afrika-Experte Fausi Najjar

Afrika-Experte Fausi Najjar

In Sachen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, aber auch bei den Wohlstands- und Entwicklungsindikatoren und beim Geschäftsumfeld nimmt Botsuana für afrikanische Verhältnisse durchaus den Status eines Musterlandes ein. Getragen wird der Wohlstand praktisch ausschließlich vom Diamantenexport. Versuche, das Land zu diversifizieren, waren bislang wenig erfolgreich, das schränkt die wirtschaftliche Dynamik ein.

Fausi Najjar GTAI-Korrespondent für das südliche Afrika

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Politische Stabilität
  • Gute Infrastruktur
  • Geringe Kriminalität
  • Keine ethnischen Spannungen
  • Kaum internationale Kredite
W

Weaknesses Schwächen

  • Einseitige Abhängigkeit vom Rohstoffausfuhren
  • Markt mit nur 2,3 Millionen Einwohnern
  • Binnenlage macht Transporte teuer
  • Beinträchtigung durch hohe HIV-Infektionsrate
  • Niedrige Produktivität
O

Opportunities Chancen

  • Regionaler Standort für ausländische Direktinvestitionen
  • Logistik-Hub für benachbarte Länder
  • Fortschritt in der Berufsausbildung
  • Anstieg der Wertschöpfung vor Ort
  • Energieexport in die Region
T

Threats Risiken

  • Fallende Preise oder Nachfrage für Diamanten
  • Klimawandel löst zunehmende Trockenheit aus
  • Spannungen wegen ungleicher Verteilung der Einkommen
  • Energieengpässe aufgrund der Stromkrise in Südafrika
  • Konflikte in Nachbarländern

Potenzialbranchen

EnergiewirtschaftDie Regierung strebt Eigenversorgung an und hat im Dezember 2020 einen neuen Integrated Resource Plan (IRP) veröffentlicht. Der IRP beinhaltet Zielgrößen bis 2040. So sollen 1.500 Megawatt neue Erzeugungskapazitäten errichtet werden. Der Großteil entfällt auf die Solarenergie.
BauwirtschaftZuerst hat die Coronapandemie die Branche ausgebremst, 2021 könnte sie zu ihrem Motor werden. Ende 2020 hat der Staat einige Bauprojekte erneut aufgegriffen, darunter Krankenhäuser, weiterführende Schulen und eine Polizeistation. Die Fertigstellung der Kazungula-Brücke über den Sambesi schafft Optionen auf einen Bahnanschluss nach Sambia. 
GesundheitswirtschaftDer Sektor kämpft derzeit mit einem Personalmangel, denn eine steigende Zahl von Beschäftigen wurde seit Jahresbeginn 2021 positiv auf Covid-19 getestet. Indessen hat das Gesundheitsministerium begonnen eine elektronische Patientendatei (Electronic Health Record, EHR) aufzubauen. Dies geschieht im Zuge der e-Health Strategy 2020-2024. Im Januar 2021 wurde ein Krankenhausbau als öffentlich-privates Projekt (PPP) angekündigt. 
Landwirtschaft

Der Agrarsektor wird von der Viehhaltung dominiert, die 80 Prozent zur Wertschöpfung beiträgt. Wichtigste Exportware ist Rindfleisch. Zukünftig soll der Anbau, etwa von Getreide, nachhaltiger werden. Alternative Produkte, wie Zitrusfrüchte, Mangos oder Avocados, rücken in den Fokus. Die Regierung will zudem Aquakultur zur Fischzucht in geeigneten Zonen fördern. 

Bergbau und Rohstoffe

Mit einem Exportanteil von annähernd 90 Prozent sind Diamanten noch immer das wichtigste Bergbauprodukt des Landes. Der Abbau von Kupfer soll in den kommenden Jahren steigen. Mitte des Jahres 2021 soll die Mine Khoemacau den Betrieb aufnehmen. Darüber hinaus plant die Regierung den Abbau von Metallen, wie Nickel, Gold und Silber. Auch mehr Kohle soll gefördert werden. 

Automobil

In Zusammenarbeit mit Deloitte will die Regierung bis Ende 2022 weitere Unternehmen aus der Kfz-Branche für den Standort Botsuana gewinnen. Mit Zulieferern, wie dem Kabelhersteller Kromberg & Schubert oder dem Batteriehersteller Chloride Botswana haben sich in den letzten Jahren bereits erste Unternehmen im Land angesiedelt. Abnehmer ist die Automobilindustrie in Südafrika.

Umwelt und Wasser

Mit einem Gesamtvolumen von 384 Millionen Euro hat der staatliche Wasserversorger Water Utilities Corporation (WUC) 20 größere Projekte vergeben. Dazu gehören zum Beispiel Pumpstationen, Wasseraufbereitungsanlagen und Planungsaufträge. Unternehmen aus China sowie Südafrika und Japan erhielten die Zuschläge.

Der Branchencheck-Botsuana enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Botsuana sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Botsuana sind verschiedene bilaterale und multilaterale Geber aktiv. Institutionen der Europäischen Union, die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen.

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