Das Länderprofil wurde zuletzt im Juli 2020 aktualisiert.

Das westafrikanische Guinea verfügt über eines der größten Vorkommen von Bauxit weltweit, daneben über reiche Reserven an Eisenerz, Gold und Diamanten. Durch den Ausbau seiner Bauxitproduktion befindet sich das Land derzeit in einer dynamischen wirtschaftlichen Phase. Die wachsenden Einnahmen werden auch verstärkt in die Infrastruktur investiert.


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Guinea.

Offizieller Name: Republik Guinea

Hauptstadt: Conakry

Geschäftssprache: Französisch

Einwohner: 12,8 Millionen (2019)*

Durchschnittsalter: Ø 18 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,8% (2019)*

Währung & Wechselkurs (August 2019): Guinea-Franc (FG), 1 Euro = 10.163,105 FG

BIP pro Kopf: 981,0 US$ (2019)*

BIP-Wachstum: 5,9% (2019)*

Ausländische Direktinvestitionen: 4,8 Mrd. US$ (2018)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2018*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 94,0%
  2. Chemische Erzeugnisse 4,5%
  3. Nahrungsmittel 1,4%

Deutsche Ausfuhren: 149,01 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2018*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Maschinen 33,7%
  2. Nahrungsmittel 31,0%
  3. Kfz und Kfz-Teile 10,0%
  4. Sonstige Fahrzeuge 3,0%
  5. Chemische Erzeugnisse 2,9%

* Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Guinea von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Guinea

Wolfgang Karg, GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika:

GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika Wolfgang Karg

Wolfgang Karg

Guinea erlebt durch den Bauxitbergbau einen plötzlichen wirtschaftlichen Aufstieg. Deutsche Unternehmen können an den Milliarden-US-Dollar-Projekten teilhaben.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Guineas als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Relative politische Stabilität
  • Große Vorkommen an Rohstoffen: Bauxit, Eisenerz
  • Wachsende und konsumfreudige Mittelschicht, vor allem in Conakry

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Schlechte Transportinfrastruktur behindert Bergbau und Landwirtschaft
  • Korruption und Vetternwirtschaft prägen das Wirtschaftsleben
  • Relativ kleiner Konsummarkt mit 13,3 Millionen Einwohnern und geringem Pro-Kopf-Einkommen

O (Opportunities | Chancen)

  • Hohe Investitionen im Bergbau sorgen für Bedarf an entsprechender Technik
  • Für Infrastrukturprojekte werden Beratungsdienstleistungen sowie Maschinen und Ausrüstungen benötigt
  • Lieferung von Nahrungsmitteln

T (Threats | Risiken)

  • Währungsrisiko durch schwache Landeswährung
  • Starke Abhängigkeit vom Rohstoffexport
  • Wenig nachhaltige Investitionen durch schnelles Wachstumstempo

Potenzialbranchen


Bauwirtschaft

Investitionen in den Bergbau ziehen Infrastrukturprojekte wie Straßen, Eisenbahnen und Häfen nach sich. Steigende Einkommen geben auch dem Wohnungsbau Schwung.

Bergbau

Die großen Bauxitprojekte geben den Ton an. Die Produktion hat sich zwischen 2016 und 2018 auf 60 Millionen Tonnen verdreifacht.

Energiewirtschaft

Vor allem Wasserkraftwerke vergrößern die Kapazitäten zur Stromerzeugung, finanziert und gebaut von chinesischen Unternehmen. Chancen bei Solarenergie für die Industrie und Hotels.

Kfz-Markt

In den Bergwerken und für den Infrastrukturbau werden in großer Zahl Lkw benötigt. Die Nachfrage nach Pkw ist aufgrund der kleinen Oberschicht jedoch gering.

Metallindustrie

Mittelfristig Möglichkeiten in der Aufbereitung der mineralischen Rohstoffe. Aluminiumwerk Friguia von Rusal 2018 instandgesetzt.

Nahrungsmittelmarkt

Ein formaler Einzelhandel entsteht in der Hauptstadt Conakry. Rund 90 Prozent der Nahrungsmittel müssen importiert werden.

Umwelttechnik

Investitionen bisher vor allem in die Wasserversorgung. Riesiger Nachholbedarf in den Bereichen Abfall und Abwasser sowie im Umfeld der Minenprojekte.

Marktzugang

Information

Guinea ist eines von zwölf afrikanischen Ländern der G20-Initiative Compact with Africa (CwA). Ziel ist es, die Bedingungen für private Investitionen in den Teilnehmerländern zu verbessern.
 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Rechtssystem in Guinea basiert, historisch bedingt, überwiegend auf französischem Recht. Im Bereich des Wirtschaftsrechts gilt in weiten Teilen das vereinheitlichte Recht der Organisation zur Harmonisierung des Wirtschaftsrechts in Afrika (OHADA). Ausländische Investoren können in Guinea grundsätzlich in allen Bereichen investieren. Für einige strategisch wichtige Sektoren ist allerdings eine Genehmigung erforderlich. Die Sicherheitslage sowie die wirtschaftliche Situation im Land gelten als schwierig.

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Guinea sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Guinea sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Projekte der öffentlichen Hand bereit. Aus geberfinanzierten Vorhaben resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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