Guinea verfügt über eines der größten Vorkommen von Bauxit weltweit, daneben über reiche Reserven an Eisenerz, Gold und Diamanten.

Durch den Ausbau seiner Bauxitproduktion entwickelt sich das westafrikanische Land derzeit wirtschaftlich dynamisch. Die wachsenden Einnahmen investiert Guinea verstärkt auch in den Ausbau der Infrastruktur. Nach dem Putsch im September 2021 gibt es Hoffnung auf politische Stabilität im Land.

Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.


Das Länderprofil wurde zuletzt im Oktober 2021 aktualisiert.

Daten und Fakten Guinea

Expertenstimme

GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika Wolfgang Karg

Wolfgang Karg

Guinea erlebt durch den Bauxitbergbau einen wirtschaftlichen Aufstieg. Deutsche Unternehmen können an den Milliarden-US-Dollar-Projekten teilhaben.

Wolfgang Karg GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Rohstoffreich und vergleichsweise dünn besiedelt
  • Zunehmende Kaufkraft in der Mittelschicht
  • Übergangsregierung stellt Weichen für die Rückkehr demokratischer Strukturen
W

Weaknesses Schwächen

  • Verunsicherung über weitere Entwicklung nach Militärputsch im September 2021
  • Starkes Stadt-Land-Gefälle, soziale Ungleichheit sorgt für Spannungen
  • Infrastruktur jenseits der Städte in schlechtem Zustand
O

Opportunities Chancen

  • Hohe Investitionen in Ausbau der Infrastruktur 
  • Starkes Wachstum in Industrie und KMU-Landschaft
  • Staatshaushalt profitiert durch Mehreinnahmen von Rohstoffhausse
  • Steigende Nachfrage nach Importgütern und Beratungsleistungen
T

Threats Risiken

  • Mögliche politische Instabilität
  • Gefahr weiterer Ebola-Ausbrüche und schleppender Fortschritt bei Corona-Impfung
  • Starke chinesische Aktivitäten im Rohstoffsektor
  • Landwirtschaftliche Produktion anfällig für Auswirkungen des Klimawandels

Potenzialbranchen

Bauwirtschaft

Investitionen in den Bergbau ziehen Infrastrukturprojekte wie Straßen, Eisenbahnen und Häfen nach sich. Steigende Einkommen geben auch dem Wohnungsbau Schwung.

Bergbau

Die großen Bauxitprojekte geben den Ton an. Die Produktion hat sich zwischen 2016 und 2018 auf 60 Millionen Tonnen verdreifacht.

Energiewirtschaft

Vor allem Wasserkraftwerke vergrößern die Kapazitäten zur Stromerzeugung, finanziert und gebaut von chinesischen Unternehmen. Chancen bei Solarenergie für die Industrie und Hotels.

Kfz-Markt

In den Bergwerken und für den Infrastrukturbau werden in großer Zahl Lkw benötigt. Die Nachfrage nach Pkw ist aufgrund der kleinen Oberschicht jedoch gering.

Metallindustrie

Mittelfristig Möglichkeiten in der Aufbereitung der mineralischen Rohstoffe. Aluminiumwerk Friguia von Rusal 2018 instandgesetzt.

Nahrungsmittelmarkt

Ein formaler Einzelhandel entsteht in der Hauptstadt Conakry. Rund 90 Prozent der Nahrungsmittel müssen importiert werden.

Umwelttechnik

Investitionen bisher vor allem in die Wasserversorgung. Riesiger Nachholbedarf in den Bereichen Abfall und Abwasser sowie im Umfeld der Minenprojekte.

Marktzugang

Information

Guinea ist eines von zwölf afrikanischen Ländern der G20-Initiative Compact with Africa (CwA). Ziel ist es, die Bedingungen für private Investitionen in den Teilnehmerländern zu verbessern.
 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Rechtssystem in Guinea basiert, historisch bedingt, überwiegend auf französischem Recht. Im Bereich des Wirtschaftsrechts gilt in weiten Teilen das vereinheitlichte Recht der Organisation zur Harmonisierung des Wirtschaftsrechts in Afrika (OHADA). Ausländische Investoren können in Guinea grundsätzlich in allen Bereichen investieren. Für einige strategisch wichtige Sektoren ist allerdings eine Genehmigung erforderlich. Die Sicherheitslage sowie die wirtschaftliche Situation im Land gelten als schwierig.

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Guinea sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Guinea sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Projekte der öffentlichen Hand bereit. Aus geberfinanzierten Vorhaben resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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