Liberias Wirtschaft müsste deutlich wachsen, um den niedrigen Entwicklungsstand anzuheben. Aktuell belasten eine hohe Inflation, eine steigende Verschuldung und die Abwertung der Landeswährung den Staatshaushalt.

Die Handelsstatistik Liberias beinhaltet auch Schiffsumflaggungen – etliche Schiffe deutscher Reedereien fahren unter liberianischer Flagge. Deutschlands Lieferungen in das Land dürften deshalb in Wahrheit gering und ausbaufähig sein. Internationale Geberinstitutionen spielen eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Projekten.

Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.


Das Länderprofil wurde zuletzt im Dezember 2020 aktualisiert.

Daten und Fakten

Karte Liberia Grafik Liberia


Offizieller Name: Republik Liberia

Hauptstadt: Monrovia

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: 4,7 Millionen (2020*)

Durchschnittsalter: Ø 18 (2019*)

Bevölkerungswachstum: 2,4% (2020*)

Währung & Wechselkurs (Ø 2019): Liberianischer Dollar (Lib$), 1 Euro = 210,83 Lib$

BIP pro Kopf: 653,6 US$ (2020*)

BIP-Wachstum: -3,0% (2020*)

Ausländische Direktinvestitionen: 8,86 Mrd. US$ (2019*)

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 80,3
  2. Sonstige Fahrzeuge 15,9
  3. Nahrungsmittel 3,3

Deutsche Ausfuhren: 219,0 Millionen Euro (2019*)

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Sonstige Fahrzeuge 93,8
  2. Maschinen <1
  3. Nahrungsmittel <1

* Prognose/Schätzung

Expertenstimme

Afrika-Experte Corinna Päffgen

Afrika-Experte Corinna Päffgen

Liberia hat sich seit Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2003 politisch stabilisiert, die Wirtschaft erholt sich aber nur langsam. Aufgrund der hohen Importabhängigkeit bieten sich für deutsche Unternehmen vor allem Chancen als Lieferanten. Zudem gibt es zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten bei Ausschreibungen der Geberorganisationen vor Ort. Ob es Liberia gelingt, an die guten wirtschaftlichen Entwicklungen vor dem Ausbruch der Ebola-Epidemie 2014/2015 anzuknüpfen, bleibt abzuwarten.“

Corinna Päffgen GTAI-Korrespondentin für West- und Zentralafrika

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Reiche Rohstoffvorkommen (Gold, Eisenerz, Diamanten)
  • Gute klimatische Bedingungen für Landwirtschaft
  • Hohe Zuflüsse von Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit


W

Weaknesses Schwächen

  • Geringe Wirtschaftsleistung, kleiner Markt mit 4,9 Millionen Einwohnern
  • Schlechter Zustand der Infrastruktur
  • Korruption
  • Hohe Armutsquote
O

Opportunities Chancen

  • Steigerung der Rohstoffausbeute
  • Beteiligung an Projekten der Entwicklungszusammenarbeit
  • Lieferung von Konsumgütern
T

Threats Risiken

  • Sinkende Weltmarktpreise für Rohstoffe
  • Weitere Zunahme der Importabhängigkeit
  • Planungsrisiko bei Investitionen

Potenzialbranchen

Bauwirtschaft

Liberia muss die Infrastruktur ausbauen, um die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln. Weniger als 10% des Straßennetzes ist asphaltiert und somit nicht ganzjährig befahrbar. Auch das Schienennetz ist in einem schlechten Zustand und muss modernisiert werden. Internationale Geberinstitutionen beteiligen sich finanziell an Projekten.

Bergbau und Rohstoffe

Die Produktion von Gold und Eisenerzen im Land ist zuletzt gestiegen. Das kanadische Unternehmen Avesoro Resources betreibt die einzige Goldmine des Landes, die Player bei der Eisenerzförderung sind China Union und ArcelorMittal. Daneben spielt vor allem der Diamantenexport eine Rolle.

Landwirtschaft

Die Produktivität der Landwirtschaft ist niedrig, obwohl die klimatischen Bedingungen günstig wären. Nur Kautschuk, Palmöl, Kaffee und Kakao werden auf größeren Plantagen für den Export angebaut, haben jedoch seit Jahren kaum Investitionen erfahren. Das Land muss einen Großteil seiner Nahrungsmittel importieren.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Liberia sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

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