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Das Länderprofil wurde zuletzt im Juni 2021 aktualisiert.

Die Gewinnung von Rohstoffen sowie die Fischerei sind für Mauretanien die mit Abstand wichtigsten Wirtschaftssektoren. Der Weltmarktpreis für Eisenerz - dem wichtigsten Exportgut - beeinflusst maßgeblich das Bruttoinlandsprodukt, das 2021 um 3,1 Prozent wachsen soll. Mauretanien leidet unter chronischer Armut und nimmt im UN-Wohlstandsindikator Human Development Index Rang 157 (von 189 Ländern) ein. Die geplante Erschließung von Offshore-Gasfeldern könnte der Wirtschaft sowie den Staatseinnahmen in zwei bis drei Jahren neuen Schub geben.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Mauretaniens Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.


Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Mauretanien.

Offizieller Name & Hauptstadt: Islamische Republik Mauretanien, Nouakchott

Geschäftssprachen: Arabisch, Französisch

Einwohner: 4,7 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 21 (2020)*

Bevölkerungswachstum: 2,7 % (2020)*

Währung & Wechselkurs (Mai 2021)Ouguiya (UM), 1 Euro = 44,35 UM

BIP pro Kopf: 1.971 USD (2020)*

BIP-Wachstum: 3,1 % (2021)*

Ausländische Direktinvestitionen: 9 Mrd. US-Dollar (2019)*

Deutsche Einfuhren: 115 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2020 in % der Gesamteinfuhr)*

  1. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 99,8
  2. Nahrungsmittel 0,1

Deutsche Ausfuhren: 58,4 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2020 in % der Gesamtausfuhr)*

  1. Nahrungsmittel 36,2
  2. Maschinen 17,86
  3. Kfz und -Teile 15,4
  4. Chemische Erzeugnisse 8,8
  5. Elektrotechnik 3,6
  6. Metallwaren 2,8
  7. Mess- und Regeltechnik 2,7

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Mauretanien von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Mauretanien

Friedrich Henle, GTAI-Reisekorrespondent Nordafrika:

Afrika-Experte Friedrich Henle

Afrika-Experte Friedrich Henle

Die Wahl von Mohamed Ould Ghazouani im Juni 2019 markiert den ersten demokratischen Übergang zwischen zwei Präsidenten seit der Unabhängigkeit im Jahr 1960. Ob damit Hoffnungen auf eine Verbesserung der Wirtschaft und eine gerechtere Einkommensverteilung erfüllt werden, bleibt noch abzuwarten.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Mauretaniens als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Ergiebige Rohstoffvorkommen (Eisenerz, Gold, Kupfer, Gas)
  • Relative makroökonomische Stabilität
  • Gute Voraussetzungen für erneuerbare Energien (Klima, Flächen)

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Geringe Wirtschaftsleistung, kleiner Markt mit 4,7 Millionen Einwohnern
  • Hohe Abhängigkeit vom Rohstoffexport
  • Hohe Armutsquote und ungleiche Einkommensverteilung

O (Opportunities | Chancen)

  • Steigerung der Rohstoffausbeute
  • Nutzung der neuen Gasfunde für die Stromerzeugung
  • Ausbau der erneuerbaren Energien
  • Stärkere Nutzung des Senegal-Flusses für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen
  • Beteiligung an Projekten der Entwicklungszusammenarbeit

T (Threats | Risiken)

  • Wiederkehrende Dürreperioden
  • Sinkende Weltmarktpreise für Rohstoffe
  • Verschlechterung der Sicherheitslage (Terrorismusgefahr)

Potenzialbranchen

Für Mauretanien lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

Bergbau

Eisenerz dominiert den Sektor, in der Bedeutung folgen Gold und Kupfer. Diese drei Rohstoffe stellen etwa die Hälfte der gesamten Exporterlöse dar. Das kanadische Unternehmen Kinross investiert bis 2023 weitere 300 Millionen US$ in seine Goldmine in Tasiast, um die Jahresproduktion auf 563.000 Unzen zu verdoppeln.

Energiewirtschaft

Investitionen in Stromproduktion und -netze sind notwendig, um mehr Einwohnern den Zugang zu Elektrizität zu ermöglichen. 2019 waren es erst 46 Prozent. Erneuerbare Energien lieferten 2020 bereits 34 Prozent des Stroms. Gute Umsetzungschancen bieten weiterhin Fotovoltaikanlagen auf dem Land.

Landwirtschaft

Die Produktivität der Landwirtschaft ist niedrig, wiederkehrende Dürren belasten zusätzlich. Das Land muss 70 Prozent seiner Nahrungsmittel importieren, vor allem Getreide und Milchprodukte. Große Bedeutung hat der Fischfang vor der Küste Mauretaniens. Ein Fischereivertrag mit der Europäischen Union bringt dem Land jährlich mindestens 62 Millionen Euro an Lizenzgebühren.

Öl und Gas

Weitere Funde erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Land ab 2023 erstmalig Gas fördern und exportieren wird. Mauretanien und Senegal, vor deren Küsten das Greater Tortue Ahmeyim-Feld liegt, haben 2018 einen Kooperationsvertrag zur Erschließung der Lagerstätte unterzeichnet. Die Reserven werden auf 0,71 Billionen Kubikmeter geschätzt (im Vergleich dazu Algerien: 4,3 Billionen Kubikmeter).

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Mauretanien sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Mauretanien sind verschiedene bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Einen Überblick über Geschäftschancen bei öffentlichen Aufträgen gibt Germany Trade & Invest (GTAI) im Bericht Entwicklungszusammenarbeit mit Mauretanien. Bei GTAI finden Sie zudem aktuelle

Kontakte und weiterführende Links