Das Länderprofil wurde zuletzt im Juni 2021 aktualisiert.

Mosambik verfügt neben Malawi über das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen im südlichen Afrika. Das könnte sich auf mittlere Sicht ändern, wenn die Pläne zur Ausbeutung enormer Erdgasreserven verwirklicht werden. Bereits die Investitionen zum Aufbau der Förder- und Exportinfrastruktur werden für eine deutliche Belebung der Wirtschaft sorgen. Mit Aufnahme des Exports von verflüssigtem Erdgas (LNG) dürfte das Land einem Boom entgegensehen. Bis dahin sind die Bedingungen allerdings schwierig: Die tropischen Wirbelstürme Idai und Kenneth haben im Frühjahr 2019 erhebliche Teile der Infrastruktur und der Landwirtschaft beschädigt. Ein Ausweg aus der Schuldenkrise infolge illegitimer Kredite zeichnet sich ab. Eine breitere wirtschaftliche Dynamik wird im Land jedoch nur entstehen, wenn die Rohstoffeinkommen verantwortungsbewusst investiert werden.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Mosambiks Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.


Daten und Fakten

Mosambik

Der Africa Business Guide liefert Ihnen die wichtigsten Wirtschaftsdaten in einem ersten Länderüberblick zu Mosambik.

Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Mosambik, Maputo

Geschäftssprache: Portugiesisch

Einwohner: 31,3 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter Ø 17 (2020)*

Bevölkerungswachstum: 2,9 % (2020)*

Währung & Wechselkurs (März 2021): Metical (MT); 1 Euro = 79,87 MT

BIP: 449,6 US-Dollar pro Kopf (2020)*

BIP-Wachstum: 2,1 % (2021)*

Ausländische Direktinvestitionen: 42,98 Mrd. US-Dollar (2019)*

Deutsche Einfuhren: 133,8 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2020*; in Prozent der Gesamteinfuhr)

  1. NE-Metalle 52,7
  2. Getränke/Tabak 17,9
  3. Kohle 15,4
  4. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 8,2
  5. Nahrungsmittel 3,9
  6. Maschinen 0,3
  7. Textilien/Bekleidung 0,3
  8. Nichtmetallische Mineralien 0,2
  9. Mess- /Regeltech. 0,1

Deutsche Ausfuhren: 61,8 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2020*; in Prozent der Gesamtausfuhr)

  1. Maschinen 28,7
  2. Chemische Erzeugnisse 25,8
  3. Nahrungsmittel 13,8
  4. Kfz- und -Teile 7,0
  5. Metallwaren 3,1
  6. Elektrotechnik 3,1
  7. Mess-/Regeltechnik 2,6

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Mosambik von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Mosambik

Dr. Friedrich Kaufmann, Repräsentant der AHK südliches Afrika für Mosambik

Mosambik ist das Potenzialland des südlichen Afrika. Es ist nicht nur das logistische Zentrum der Region, es wird auch als Energiehub gehandelt. So laufen jetzt die Vorbereitungen, am Sambesi Fluss ein zweites großes Wasserkraftwerk a la Cahora Bassa zu bauen. Die riesigen Gasvorkommen, die in den nächsten Jahren von internationalen Konsortien ausgebeutet werden sollen, sind zurzeit durch terroristische Attacken gebremst und man wartet mit internationaler Hilfe auf eine Befriedung. Der Friedensprozess im Zentrum des Landes zwischen den alten Bürgerkriegsparteien belegt aber, dass sich Mosambik auf einen vielversprechenden Weg begeben kann, obwohl Bürokratie, schwache öffentliche Dienstleistungen und die anhaltenden Sicherheitsprobleme im Norden des Landes noch Hemmnisse bilden, die aber unter anderem mit Hilfe der stark präsenten Entwicklungszusammenarbeit überwunden werden können.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Mosambiks als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Enormes Vorkommen mineralischer Rohstoffe
  • Mega-Gasfelder im Romuva-Becken
  • Gute Bedingungen für die Landwirtschaft
  • Als Küstenland logistisch wichtig, unter anderem auch für benachbarte Binnenstaaten

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Relativ niedrige landwirtschaftliche Produktivität
  • Schwaches verarbeitendes Gewerbe
  • Keine flächendeckende Infrastruktur
  • Hohe Armutsquote
  • Korruption

O (Opportunities | Chancen)

  • Erschließung neuer Gasfelder führt zu Folgeinvestitionen
  • Anziehende Nachfrage nach Mineralien
  • Realisierung von Kraftwerksvorhaben
  • Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen
  • Weniger Finanzierungsschwierigkeiten

T (Threats | Risiken)

  • Sinkende Rohstoffpreise
  • Stocken im Friedensprozess zwischen der Regierungspartei Frelimo und der Oppositionspartei Renamo
  • Schwere Wirbelstürme
  • Terroristische Attacken in der Gas-Provinz Capo Delgado

Potenzialbranchen


Bergbau und Rohstoffe

Aufgrund der jüngsten Angriffe auf die Stadt Palma hat der französische Konzern Total sein Erdgas-Projekt vorerst gestoppt. Der Beginn der Erdgas-Förderung, der für 2024 festgesetzt war, verschiebt sich damit um Jahre. Auch die US-amerikanische ExxonMobil setzt ihr Erdgas-Projekt aus. Branchenkenner gehen davon, dass einzig die italienische Eni Ende 2022 mit einer weitaus kleineren Förderung beginnen wird. Der Bergbausektor profitiert von den steigenden Weltmarktpreisen für verschiedene Metalle. Vor allem beim Graphit-Abbau ist Mosambik weltweiter Hauptlieferant.

Landwirtschaft

Das Agrarprogramm Sustenta sieht vor, dass 10 Prozent des Staatsbudgets in die Landwirtschaft fließen. Kleine Farmen sollen dadurch ihre Produktivität steigern und besser in die Wertschöpfungskette integriert werden.

Chemie

Von dem Rückschlag für die Erdgasförderung großen Stils dürften auch die Pläne für Downstream-Projekte in der Petrochemie und Düngemittelherstellung betroffen sein. Ist die Förderung erst einmal in Gang gekommen, sollen mindestens 25 Prozent des geförderten Gases im Land genutzt werden.

Energiewirtschaft

Mosambik verfügt über ein enormes Potenzial an bisher wenig genutzten Energiequellen. Der Staat plant zusätzliche Erzeugungskapazitäten, wovon etwa die Hälfte durch Erdgas abgedeckt werden sollen, gefolgt von der Wasserkraft. Die überregionalen Leitungen sollen ausgebaut, die Zahl der Netzanschlüsse erhöht werden. Bis 2030 soll mithilfe der internationalen Geber die gesamte Bevölkerung Strom erhalten. Die EU unterstützt Projekte in der Fotovoltaik. 

Nahrungsmittel

Die lokale Herstellung von Nahrungsmitteln ist wenig entwickelt. Der Aufbau einer Produktion ist schwierig. Gut aufgestellt sind die Geflügel- und Fleischwirtschaft. Investiert wird oftmals in weitgehend kapitalintensive Projekte, beispielsweise in die Raffinierung von Zucker und die Getränkesparte.

Der Branchencheck Mosambik enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Mosambik sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Mosambik sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv und finanzieren Entwicklungsvorhaben, die meist von staatlichen Stellen vor Ort durchgeführt werden. Stärkung des Bildungssystems und der Verwaltung, Förderung der Land- und Forstwirtschaft sowie Investitionen in das Wasser- und Abwassermanagement sind einige der Schwerpunkte dieser Vorhaben. Allein die Weltbank hat ein Portfolio von 45 laufenden Projekten und sagte von Juli 2018 bis Juli 2019 700 Millionen US-Dollar für neue Vorhaben zu. Auch die Afrikanische Entwicklungsbank, EU-Institutionen und die KfW-Entwicklungsbank sind vor Ort aktiv. Aus Projekten, die diese Organisationen finanzieren, resultieren viele Aufträge. Ab gewissen Schwellenwerten werden diese international ausgeschrieben. In erster Linie betreffen diese Tender den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch Liefer- und Bauleistungen - zum Beispiel in den Bereichen EDV-Telekommunikation und Wasser- und Abwassertechnik.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWi-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Mosambik zu erleichtern.

>> Aktuelle Veranstaltungen zum Zielmarkt Mosambik

Bergbau und Rohstoffe

Im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK Südliches Afrika) 2019 eine Zielmarktanalyse zum Thema Bergbau und Rohstoffe in Mosambik veröffentlicht.

Das Kompetenzzentrum Bergbau und Rohstoffe der AHK Südliches Afrika berät Unternehmen vor Ort und bietet Marktinformationen.

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Motto steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Angola.

Bauwirtschaft

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