Das Länderprofil wurde zuletzt im August 2020 aktualisiert.

Mosambik verfügt neben Malawi über das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen im südlichen Afrika. Das könnte sich auf mittlere Sicht ändern, wenn die Pläne zur Ausbeutung enormer Erdgasreserven verwirklicht werden. Bereits die Investitionen zum Aufbau der Förder- und Exportinfrastruktur werden für eine deutliche Belebung der Wirtschaft sorgen. Mit Aufnahme des Exports von verflüssigtem Erdgas (LNG) dürfte das Land einem Boom entgegensehen. Bis dahin sind die Bedingungen allerdings schwierig: Die tropischen Wirbelstürme Idai und Kenneth haben im Frühjahr 2019 erhebliche Teile der Infrastruktur und der Landwirtschaft beschädigt. Ein Ausweg aus der Schuldenkrise infolge illegitimer Kredite zeichnet sich ab. Eine breitere wirtschaftliche Dynamik wird im Land jedoch nur entstehen, wenn die Rohstoffeinkommen verantwortungsbewusst investiert werden.


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.


Daten und Fakten

Mosambik

Der Africa Business Guide liefert Ihnen die wichtigsten Wirtschaftsdaten in einem ersten Länderüberblick zu Mosambik.

Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Mosambik, Maputo

Geschäftssprache: Portugiesisch

Einwohner: 31,3 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter Ø 17,3 (2018)*

Bevölkerungswachstum: 2,9% (2020)*

Währung & Wechselkurs (Ø 2020): 1 Euro = 74,41 MT (Metical)

BIP: 455 US-Dollar pro Kopf (2020)*

BIP-Wachstum: 0,5% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 42,9 Mrd. US-Dollar (2018)

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter 2019* (in Prozent der Gesamteinfuhr)

  1. NE-Metalle 52,8
  2. Kohle 30,5
  3. Getränke/Tabak 8,8
  4. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 3,4
  5. Nahrungsmittel 2,3

Deutsche Ausfuhren: 98,1 Millionen Euro (2019)

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter 2019* (in Prozent der Gesamtausfuhr)

  1. Maschinen 39,2
  2. Nahrungsmittel 18,6
  3. Elektronik 7,9
  4. Chemische Erzeugnisse 6,9
  5. Mess-/Regeltechnik 5,7
  6. Elektrotechnik 4,7%

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Mosambik

Dr. Friedrich Kaufmann, Repräsentant der AHK südliches Afrika für Mosambik

Mosambik ist das Potenzialland des südlichen Afrika. Es ist nicht nur das logistische Zentrum der Region, es wird auch als Energiehub gehandelt und verfügt über riesige Gasvorkommen, die in den nächsten Jahren von internationalen Konsortien ausgebeutet werden sollen. Dies wird Investitionen freisetzen, das Land weiter stabilisieren, internationalisieren und für ausländische Firmen attraktiv machen. Der Friedensprozess zwischen den alten Bürgerkriegsparteien belegt, dass sich Mosambik auf einem vielversprechenden Weg befindet, obwohl Bürokratie, schwache öffentliche Dienstleistungen und Sicherheitsprobleme im Norden des Landes noch Hemmnisse bilden, die aber unter anderem mit Hilfe der stark präsenten Entwicklungszusammenarbeit überwunden werden sollten.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Mosambiks als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Enormes Vorkommen mineralischer Rohstoffe
  • Mega-Gasfelder im Romuva-Becken
  • Gute Bedingungen für die Landwirtschaft
  • Als Küstenland logistisch wichtig, unter anderem auch für benachbarte Binnenstaaten

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Relativ niedrige landwirtschaftliche Produktivität
  • Schwaches verarbeitendes Gewerbe
  • Keine flächendeckende Infrastruktur
  • Hohe Armutsquote
  • Korruption

O (Opportunities | Chancen)

  • Erschließung neuer Gasfelder führt zu Folgeinvestitionen
  • Anziehende Nachfrage nach Mineralien
  • Realisierung von Kraftwerksvorhaben
  • Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen
  • Weniger Finanzierungsschwierigkeiten

T (Threats | Risiken)

  • Sinkende Rohstoffpreise
  • Stocken im Friedensprozess zwischen der Regierungspartei Frelimo und der Oppositionspartei Renamo
  • Schwere Wirbelstürme
  • Terroristische Attacken in der Gas-Provinz Capo Delgado

Potenzialbranchen


Bauwirtschaft

Riesiger Bedarf in der Infrastruktur, aber schleppende Umsetzung. Als wahrscheinlich gilt der Ausbau des Hafens Nacala. Andere Hafen-, Kraftwerks- und Eisenbahnprojekte verzögern sich.

Bergbau und Rohstoffe

Die Entdeckung neuer Rohstoffquellen befeuert die Hoffnung auf einen zukünftigen Boom. Vor allem die Erdgas-Förderung ist mit großen Erwartungen verbunden. Investitionen wurden durch die Coronakrise teils verschoben. Weiterhin sorgen Graphit, Gold, Titan und Edelsteine für Optimismus.

Landwirtschaft

Das Agrarprogramm Sustenta sieht vor, dass 10 Prozent des Staatsbudgets in die Landwirtschaft fließen. Kleine Farmen sollen dadurch ihre Produktivität steigern und besser in die Wertschöpfungskette integriert werden.

Chemie

Mit Aufnahme der Erdgasförderung in großem Stil dürften sich auch Potenziale in der Petrochemie und Düngemittelherstellung ergeben. Mindestens 25 Prozent des geförderten Gases sollen im Land genutzt werden. Es gibt erste Pläne, eine Konkretisierung bleibt abzuwarten.

Energiewirtschaft

Mosambik verfügt über ein enormes Potenzial an bisher wenig genutzten Energiequellen. Der Staat plant zusätzliche Erzeugungskapazitäten, wovon etwa die Hälfte durch Erdgas abgedeckt werden sollen, gefolgt von der Wasserkraft.  Die überregionalen Leitungen sollen ausgebaut, die Zahl der Netzanschlüsse erhöht werden.

Nahrungsmittel

Die lokale Herstellung von Nahrungsmitteln ist wenig entwickelt. Der Aufbau einer Produktion ist schwierig. Gut aufgestellt sind die Geflügel- und Fleischwirtschaft. Investiert wird oftmals in weitgehend kapitalintensive Projekte, beispielsweise in die Raffinierung von Zucker und die Getränkesparte.

Wasser und Umwelt

Nur jeder zehnte Haushalt hat Zugang zu sanitären Einrichtungen und jeder dritte Zugriff auf sicheres Trinkwasser. Die Wasserversorgung ist aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre und wegen des unzureichenden Leitungsnetzes zentrales entwicklungspolitisches Thema. Internationale Geber unterstützen landesweit Wasserprojekte.

Der Branchencheck Mosambik enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Mosambik sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Mosambik sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv und finanzieren Entwicklungsvorhaben, die meist von staatlichen Stellen vor Ort durchgeführt werden. Stärkung des Bildungssystems und der Verwaltung, Förderung der Land- und Forstwirtschaft sowie Investitionen in das Wasser- und Abwassermanagement sind einige der Schwerpunkte dieser Vorhaben. Allein die Weltbank hat ein Portfolio von 45 laufenden Projekten und sagte von Juli 2018 bis Juli 2019 700 Millionen US-Dollar für neue Vorhaben zu. Auch die Afrikanische Entwicklungsbank, EU-Institutionen und die KfW-Entwicklungsbank sind vor Ort aktiv. Aus Projekten, die diese Organisationen finanzieren, resultieren viele Aufträge. Ab gewissen Schwellenwerten werden diese international ausgeschrieben. In erster Linie betreffen diese Tender den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch Liefer- und Bauleistungen - zum Beispiel in den Bereichen EDV-Telekommunikation und Wasser- und Abwassertechnik.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Motto steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Mosambik.

Bauwirtschaft

Kontakte und weiterführende Links