Das Länderprofil wurde zuletzt im Juli 2020 aktualisiert.

Togos Hauptstadt Lomé hat sich durch seine zentrale Lage in Westafrika sowie durch den Ausbau von Überlandstraßen, des Tiefseehafens und Flughafens zum regionalen Logistikhub entwickelt. Für positive Impulse sorgt auch die Landwirtschaft. Produktionssteigerungen werden insbesondere beim wichtigsten Exportgut Baumwolle erzielt. Das Geld für neue Infrastrukturprojekte im Plan National de Développement (PND) 2018-2022 kommt überwiegend von Geberorganisationen wie der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), der Europäischen Union (EU) oder auch einzelnen Staaten wie China und Frankreich. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im April 2020 dürften politische Spannungen im Land wieder zunehmen.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf die Wirtschaft in Afrika finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

Togo

Der Africa Business Guide liefert Ihnen die wichtigsten Wirtschaftsdaten für einen ersten Länderüberblick zu Togo.

Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Togo, Lomé

Geschäftssprache: Französisch

Einwohner: ca. 8 Millionen

Durchschnittsalter: Ø 19,9

Bevölkerungswachstum: 2,6%

Währung & Wechselkurs (Ø 2018):  1 Euro = 655,957 FCFA (CFA-Franc, fest an den Euro gekoppelt)

BIP: 682 US-Dollar pro Kopf (2019)*

BIP-Wachstum: 5,0% (2019)*

Ausländische Direktinvestitionen: 1,8 Mrd. US-Dollar (2018)

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter 2018 (in % der Gesamteinfuhr)

  1. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 81,0%
  2. Nahrungsmittel 15,9%
  3. Kork- und Holzwaren 0,3%

Deutsche Ausfuhren: 52,8 Millionen Euro (2019)

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter 2018 (in % der Gesamtausfuhr)

  1. Kfz und Kfz-Teile 28,5%
  2. Maschinen 16,5%
  3. Chemische Erzeugnisse 14,3%
  4. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 9,3%
  5. Getränke/Tabak 5,0%

*Prognose/Schätzung

Expertenstimme zu Togo

Carsten Ehlers, GTAI Korrespondent West- und Zentralafrika:

Afrika-Experte Carsten Ehlers

Afrika-Experte Carsten Ehlers

Das frankofone Togo zählt zu den kleineren Märkten in Westafrika. Doch besticht das Land mit seiner zentralen Lage zwischen den großen Nachbarn Ghana und Nigeria. In Togo gehen die Geschäfte deutlich ruhiger vonstatten. Auch sonst gibt es eine Reihe von Vorzügen: Denn zu Deutschland besteht eine besonders enge und positive Bindung und der Ausbau des Hafens sowie Flughafens von Lomé sorgen für eine sehr gute Anbindung innerhalb Westafrikas.

SWOT-Analyse

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Togos als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • CFA-Franc an den Euro gebunden, somit begrenztes Währungsrisiko
  • Gute Beziehungen zu Deutschland
  • Hauptstadt Lomé als regionaler Hub interessant
  • Togo ist ein im westafrikanischen Vergleich sicheres Reiseland

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Ineffizienz, Korruption und Vetternwirtschaft in der öffentlichen Verwaltung
  • Dominanz französischer Unternehmen
  • Mit 8,2 Millionen Einwohnern ein kleiner Markt
  • Geringe Kaufkraft der Bevölkerung mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 700 US-Dollar im Jahr

O (Opportunities | Chancen)

  • Beteiligung an geberfinanzierten Infrastrukturprojekten
  • Steigende Nachfrage nach Konsumgütern, vor allem durch Bevölkerungswachstum
  • Ausbau der Elektrizitätsinfrastruktur

T (Threats | Risiken)

  • Politische Spannungen verschlechtern das Investitionsklima
  • Bei Geschäften mit Behörden oder Staatsunternehmen können Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle entstehen
  • Eigentumsrechte beim Kauf von Grund und Boden sind nicht klar geregelt

Potenzialbranchen

Für Togo lassen sich folgende Kernbranchen identifizieren:

Bauwirtschaft

Vor den Wahlen 2020 dürften die Aufträge wieder zunehmen; geberfinanzierte Maßnahmen sind im Küstenschutz und im Straßenbau (Verbreiterung der Küstenstraße in Richtung Benin sowie Überlandstraße nach Burkina Faso) geplant; bislang dominieren französische Unternehmen den Bausektor.

Bergbau

Potenzial besteht bei Phosphat und Mangan; die Regierung will ihren Phosphatabbau in Kpémé privatisieren.

Energieversorgung

Deutsche Beteiligung an größeren Kraftwerksprojekten; EU und KfW Entwicklungsbank stellen mehr als 45 Millionen Euro für den Ausbau des Stromnetzes bereit; Solarstrom soll in entlegenen ländlichen Gebieten zum Einsatz kommen.

Nahrungsmittelindustrie

Bau einer zweiten Brauerei mit deutscher Beteiligung für Lomé im Gespräch; neben Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen werden Zusatzstoffe und Verpackungsmaterial nachgefragt.

Umwelttechnik

Wasserversorgung soll ausgebaut werden; ausländische Geber wie die Agence Francaise de Développement und die EU finanzieren die Maßnahmen.

Der Branchencheck-Togo enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Informationen zum Wirtschaftsrecht sowie zu Zoll- und Einfuhrregelungen in Togo finden Sie bei Germany Trade and Invest.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen 

In Togo sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Projekte der öffentlichen Hand bereit. Aus geberfinanzierten Vorhaben resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Erfahrungsberichte


Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Stern steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Togo. 

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