Seine Abhängigkeit von Rohstoffexporten macht Liberia anfällig für Schwankungen auf dem Weltmarkt. Nach zwei Rezessionen stehen die Zeichen seit 2021 wieder auf Erholungskurs.

Treiber für das wirtschaftliche Wachstum sind vor allem gute Entwicklungen im Agrarsektor und im Bergbau. Steigende Preise für Liberias wichtige Ausfuhrgüter Eisenerz, Kautschuk, Gold und Diamanten bringen wieder mehr Dynamik in beide Sektoren. Hemmnisse für die wirtschaftliche Entwicklung sind die geringe wirtschaftliche Diversifizierung und Mängel in der Verkehrs- und Energieinfrastruktur. Die Regierung Liberias möchte die hohe Importabhängigkeit verringern und mehr lokale Wertschöpfung aufbauen. Vor allem Investitionen in die Landwirtschaft, Energie und Gesundheit sollen gefördert werden. Darüber hinaus gibt es viel Potenzial im Tourismus, in der Logistik und im Fertigungssektor.

Das Länderprofil wurde zuletzt im August 2022 aktualisiert.

Afrika-Experte Corinna Päffgen

Afrika-Experte Corinna Päffgen

Liberia hat sich seit Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2003 politisch stabilisiert, die Wirtschaft erholt sich aber nur langsam. Aufgrund der hohen Importabhängigkeit bieten sich für deutsche Unternehmen vor allem Chancen als Lieferanten. Zudem gibt es zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten bei Ausschreibungen der Geberorganisationen vor Ort.“

Corinna Päffgen GTAI-Korrespondentin für West- und Zentralafrika

Daten und Fakten Liberia

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Reiche Rohstoffvorkommen (Gold, Eisenerz, Diamanten)
  • Gute klimatische Bedingungen für Landwirtschaft
  • Hohe Zuflüsse von Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit


W

Weaknesses Schwächen

  • Geringe Wirtschaftsleistung, kleiner Markt mit 4,9 Millionen Einwohnern
  • Schlechter Zustand der Infrastruktur
  • Korruption
  • Hohe Armutsquote
O

Opportunities Chancen

  • Steigerung der Rohstoffausbeute
  • Beteiligung an Projekten der Entwicklungszusammenarbeit
  • Lieferung von Konsumgütern
T

Threats Risiken

  • Sinkende Weltmarktpreise für Rohstoffe
  • Weitere Zunahme der Importabhängigkeit
  • Planungsrisiko bei Investitionen

Potenzialbranchen

Bauwirtschaft

Liberia muss die Infrastruktur ausbauen, um die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln. Weniger als 10% des Straßennetzes ist asphaltiert und somit nicht ganzjährig befahrbar. Auch das Schienennetz ist in einem schlechten Zustand und muss modernisiert werden. Internationale Geberinstitutionen beteiligen sich finanziell an Projekten.

Bergbau und Rohstoffe

Die Produktion von Gold und Eisenerzen im Land ist zuletzt gestiegen. Das kanadische Unternehmen Avesoro Resources betreibt die einzige Goldmine des Landes, die Player bei der Eisenerzförderung sind China Union und ArcelorMittal. Daneben spielt vor allem der Diamantenexport eine Rolle.

Landwirtschaft

Die Produktivität der Landwirtschaft ist niedrig, obwohl die klimatischen Bedingungen günstig wären. Nur Kautschuk, Palmöl, Kaffee und Kakao werden auf größeren Plantagen für den Export angebaut, haben jedoch seit Jahren kaum Investitionen erfahren. Das Land muss einen Großteil seiner Nahrungsmittel importieren.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Liberia sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

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