(GTAI) - Afrikanische Staaten wollen künftig einen größeren Teil ihrer Rohstoffe im eigenen Land verarbeiten und dadurch mehr Wertschöpfung erzielen. Unterstützt wird dieses Ziel unter anderem durch die 2025 verabschiedete Africa's Green Minerals Strategy der Afrikanischen Union. Doch der Weg von der Rohstoffförderung zur wettbewerbsfähigen Industrie bleibt anspruchsvoll.

Tatsächlich entstehen in mehreren Ländern neue Verarbeitungsprojekte. Guinea treibt den Aufbau von Aluminiumoxidraffinerien voran, während die rohstoffreiche Copperbelt-Region in der Demokratischen Republik Kongo und Sambia ihre Kapazitäten für die Verarbeitung von Kupfer und Kobalt ausbauen möchte. Auch der Ausbau des Lobito-Korridors verbessert die Anbindung der Bergbauregionen an internationale Märkte.

Als wichtigster Verarbeitungsstandort des Kontinents gilt weiterhin Südafrika. Das Land verfügt über eine vergleichsweise breite industrielle Basis und verarbeitet bereits eine Reihe strategischer Rohstoffe. Gleichzeitig belasten Energieengpässe und logistische Probleme die Wettbewerbsfähigkeit vieler Projekte. 

Experten weisen darauf hin, dass große Rohstoffvorkommen allein keinen erfolgreichen Industrialisierungspfad garantieren. Häufig fehlen zuverlässige Energieversorgung, Infrastruktur und industrielle Netzwerke. Die Weltbank empfiehlt deshalb eine stärkere regionale Spezialisierung statt des Aufbaus vollständiger Wertschöpfungsketten in jedem einzelnen Land.

Für internationale Unternehmen ergeben sich Chancen beim Aufbau von Verarbeitungsanlagen, Energie- und Logistikinfrastruktur sowie bei Technologien zur Aufbereitung und Weiterverarbeitung kritischer Rohstoffe. Ob Afrika künftig stärker in globale Wertschöpfungsketten integriert wird, hängt jedoch von langfristigen Investitionen und belastbaren Rahmenbedingungen ab.

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