Südafrika ist mit Abstand das am stärksten industrialisierte Land des gesamten Kontinents. Die Wirtschaft ist breit aufgestellt und hat trotz einiger struktureller Wachstumshemmnisse wichtige Grundvoraussetzungen für eine gute Entwicklung.

Aufgrund seines wirtschaftlichen Gewichtes, einer ausgebauten Infrastruktur und eines entwickelten Finanzsektors nimmt die Kaprepublik für ausländische Unternehmen eine Sprungbrettfunktion für die Region ein. Zusammen mit Brasilien, Russland, China und Indien gehört Südafrika zur Gruppe der großen Schwellenländer BRICS.

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Südafrikas Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Das Länderprofil wurde zuletzt im November 2021 aktualisiert.

Daten und Fakten Südafrika

Expertenstimme

Südafrika ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent. Nahezu 600 deutsche Firmen sind vor Ort tätig. Schwerpunkte sind der Automobilbau sowie die Zulieferindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau und die Chemieindustrie. Gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten der Energiesektor und die Nahrungsmittelverarbeitung. Auch im Bereich "Green Economy" und in der Abfallwirtschaft eröffnen sich zunehmend Kooperationschancen zwischen deutschen und südafrikanischen Firmen.

Matthias Boddenberg Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK)

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Fortsetzung des Reformkurses
  • Diversifizierte, teils hochmoderne Industrie
  • Rohstoffvorkommen (Platin, Mangan, Gold und Kohle)
  • Im afrikanischen Vergleich gute Infrastruktur (Straßen, Häfen, Schienenverkehr)
  • Freie Presse und unabhängige Justiz
W

Weaknesses Schwächen

  • Ineffiziente und personell überbesetzte Verwaltung und Staatsbetriebe
  • Große gesellschaftliche Ungleichheit
  • Hohe Kriminalität mit Folgekosten für die Wirtschaft
  • Gravierende Defizite bei schulischer und beruflicher Ausbildung
  • Auflagen schrecken Investoren ab
O

Opportunities Chancen

  • Hoher Importbedarf bei Konsumgütern und Hightech-Produkten
  • Gute naturräumliche Voraussetzungen für erneuerbare Energien (Solar und Wind)
  • Standort für den afrikaweiten Markteinstieg mit eigenem großem Absatzmarkt
T

Threats Risiken

  • Kräfte innerhalb der Regierungspartei ANC sabotieren Reformen
  • Soziale Unruhen
  • Stromausfälle

Potenzialbranchen

Maschinenbau

Es werden vor allem Landtechnik, Maschinen für den Bau und Bergbau sowie für die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie hergestellt. Durch den schwachen Rand verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit südafrikanischer Maschinenbauer. Hoher Bedarf für Industrie 4.0 im Bergbau bringt gute Möglichkeiten für Kooperationen.

Chemie

Der Bergbau entwickelt sich gut und fragt verstärkt Sprengstoffe und Prozesschemikalien nach. Im Kfz-Sektor und der Bauwirtschaft stagniert die Nachfrage nach Kunststoffen und Lacken. Die Forderungen, in Treibstoffen den Schwefelgehalt zu vermindern, werden dringlicher.

Umwelt und Wasser

Eine neue Gesetzesinitiative nimmt Produzenten und Importeure stärker in die Pflicht, Verantwortung beim Recycling zu übernehmen. Kraftwerke und die Schwerindustrie müssen in Maßnahmen zur Luftreinhaltung investieren. Im Wassersektor hakt es bei der Projektumsetzung. Möglichkeiten zur Beteiligung bieten sich vor allem im Abwasserbereich.

Energiewirtschaft

Der Energiesektor befindet sich im Umbruch. Die Regierung tut etwas gegen die gravierenden Versorgungsengpässe. Ein Notprogramm zum Kapazitätsausbau ist auf den Weg gebracht. Seit langem angekündigte Projekte für Erneuerbare Energien, überwiegend für Wind- und Solarkraft, wurden ausgeschrieben. Hiervon profitiert die jüngst angeschlagene Teileproduktion für Wind- und Solarenergie. Fraglich ist, ob die für 2021 in Aussicht gestellten weiteren Ausschreibungen folgen. 
Bergbau und Rohstoffe


Wieder steigende Rohstoffpreise treiben die Exporte an. Eine hohe Nachfrage aus China und die Entwicklung der Wasserstofftechnologie können dem Sektor neue Impulse für Investitionen geben, auch wenn die Rahmenbedingungen nicht immer die besten sind. Der Bergbau könnte maßgeblich zur Erholung der Wirtschaft beitragen.

Automobil

In 2020 sind Produktion und Absatz um etwa 30 Prozent zurückgegangen. Davon wird sich die Schlüsselbranche nur langsam erholen. Zu den aktuellen Herausforderungen zählt der Umstieg von Verbrennungsmotoren auf E-Mobilität in zentralen europäischen Abnehmermärkten. Da die Branche stark exportorientiert ist, müssen die Hersteller auf diesen Trend reagieren.  

Gesundheitswirtschaft

Im Zuge der Coronapandemie bauen öffentlicher und privater Sektor die Kapazitäten aus. Der Markt für Medizintechnik ist der größte in Subsahara-Afrika. Mehr als 90 Prozent des Bedarfs werden importiert, wobei die Nachfrage zuletzt insgesamt schwach war.

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 verzeichnete die Landwirtschaft ein starkes Wachstum von 9 Prozent, 2021 wird ein Plus von 3 bis 4 Prozent erwartet. Der Import von Landmaschinen legt trotz des schwachen Rand weiter zu. Die Debatte um Landenteignungen ohne Entschädigungen könnte an Brisanz verlieren.

Nahrungsmittelindustrie

Der Endkonsum bleibt schwach und damit das Marktumfeld für die breit aufgestellte Branche schwierig. Hersteller von hochpreisigen Nahrungsmitteln und von alkoholischen Getränken verzeichnen zum Teil starke Umsatzeinbußen. Die Getränkeindustrie strebt an grüner zu werden.

Bauwirtschaft


Der Bausektor soll zum Wachstumsmotor für die südafrikanische Wirtschaft werden. Mit der Hilfe privater Investoren und internationaler Partner will der Staat Projekte in den Bereichen Energie, Wohnungsbau, Gütertransport, Wasser und digitale Infrastruktur anschieben. Die Umsetzung der Vorhaben kann sich durch offene Finanzierungsfragen und strukturelle Probleme verzögern. Für etwas besser gefüllte Auftragsbücher sorgen auch die Minenbetreiber, die zurückgestellte Instandsetzungen und Erweiterungen nachholen.

Der Branchencheck Südafrika enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtlicher Rahmen

Gewerbliche Wareneinfuhr und Zoll

Arbeitsmarkt und Löhne

Südafrika verfügt im afrikanischen Vergleich über einen großen Pool an Fachkräften. Dieser kann jedoch den Bedarf der teils hochmodernen Wirtschaft nicht decken. Die Reallöhne sind über die letzten Jahre gesunken, wodurch Fachkräfte abwandern. Ausnahmen bei der Lohnentwicklung bilden der Bergbau- und Automobilsektor sowie der öffentliche Sektor. Hier spielen Südafrikas Gewerkschaften eine wichtige politische, wirtschaftliche und historische Rolle. Die Rekrutierung ausländischer Mitarbeiter ist aufgrund strenger Einwanderungsgesetze schwierig. Deshalb müssen sich Unternehmen oftmals selbst um die Fort- und Weiterbildung von Personal kümmern. 

Einen detaillierten Überblick über die Lage am Arbeitsmarkt, Löhne und den arbeitsrechtlichen Rahmen in Südafrika gibt die GTAI-Publikation Lohn- und Lohnnebenkosten Südafrika.

Die Qualifizierung junger Fachkräfte, die sich am Bedarf der südafrikanischen Wirtschaft ausrichtet, ist eine der großen Herausforderungen des Landes. iMOVE: Training – Made in Germany bietet Informationen zum südafrikanischen Markt der Aus- und Weiterbildung und Chancen, die sich für deutsche Bildungsanbieter ergeben.

Das Kompetenzzentrum Training (Aus- und Weiterbildung) der AHK Südliches Afrika (Skills Experts Programm) bietet deutschen und lokalen Unternehmen sowie Bildungsanbietern Informationen und Beratung rund um das Thema Berufsbildung.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Südafrika sind verschiedene Geber, wie die KfW Entwicklungsbank oder die Weltbank, aktiv. Geberfinanzierte Projekte haben hier jedoch eine geringere Bedeutung als in weniger entwickelten Ländern der Region. Trotzdem ergeben sich Geschäftsmöglichkeiten aus diesen Vorhaben im Rahmen internationaler Ausschreibungen. Im Jahr 2018 resultierten die meisten Tender aus Projekten, die die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit finanzieren. Eingekauft wurden in erster Linie Consultingleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg in Südafrika

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWK-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Südafrika zu erleichtern.

Energiewirtschaft

Im Rahmen der Exportinitiative Energie des BMWK wurden zwei Zielmarktanalysen für Südafrika veröffentlicht: 

Das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Energieeffizienz der AHK für das südliche Afrika berät Unternehmen vor Ort und bietet Marktinformationen.

Wasser und Umwelt

Südafrika gehört zu den Zielländern des Projektes "Abfallwirtschaft im südlichen Afrika" des Wirtschaftsnetzwerks Afrika. Am 31.03.2022 gibt es eine digitale Informationsveranstaltung zum Projekt. Zudem können Unternehmen im Rahmen des Projektes bis zu 40 Stunden kostenloser Beratung in Anspruch nehmen. Weitere Informationen gibt es im Infoletter oder bei der Geschäftsstelle des Wirtschaftsnetzwerks Afrika.

Das BMWK-Markterschließungsprogramm hat 2019 eine Zielmarktanalyse zum Thema Wasserwirtschaft in Südafrika und Namibia veröffentlicht.

Zu den Bereichen Wasser und Umwelt unterstützen zwei Kompetenzzentren der AHK für das südliche Afrika Unternehmen vor Ort:

Bergbau und Rohstoffe

Das Kompetenzzentrum Bergbau und Rohstoffe der AHK Südliches Afrika fördert die Kooperation mit Partnern vor Ort. Auf der Website des Kompetenzzentrums finden Sie zahlreiche Publikationen; u.a. "Health and Safety in South African mines: A best practice report 2018".

Sicherheitstechnologie

Das BMWK-Markterschließungsprogramm hat 2020 eine Zielmarktanalyse zum Thema zivile Sicherheit in Südafrika veröffentlicht.

Erfahrungsberichte aus Südafrika

Unternehmen geben Einblicke in ihr Südafrika-Geschäft - wie es vor Ort läuft, welche Chancen sie sehen und welche Herausforderungen sie bewältigt haben.

Junge afrikanische Frau hält einen Vortrag vor dem Hintergrund eines großen Recycling-Symbols.

Lieferketten: Sourcing im südlichen Afrika

Das Kompetenzzentrum Sourcing an der AHK Südliches Afrika vernetzt deutsche Unternehmen mit lokalen Zulieferern. Beide Seiten optimieren so ihre Liefer- und Wertschöpfungsketten.

Mann baut Mauer mit Polycare Bausteinen

Stein auf Stein: Nachhaltig bauen mit Sand im südlichen Afrika

Einfache und nachhaltige Bauverfahren bietet das deutsche Unternehmen Polycare für das südliche Afrika an. Die Steinproduktion in Namibia funktioniert ohne Wasser und mit Sand.

Automobilbranche: Eindruck aus der täglichen Arbeit im VW-Werk Südafrika

Gute Beziehungen: Vorbereitungen für einen Zukunftsmarkt 

Thomas Schäfer, ehemaliger Geschäftsführer von VW Südafrika und Subsahara-Afrika, berichtet über Afrikas Potenzial für die Automobilindustrie und gibt Tipps für Mittelständler.

Solaranlagen in Afrika

SUNfarming in Südafrika: Strom und Gemüse verdoppeln den Ertrag

Peter Schrum, Gründer von SUNfarming, beschreibt im Interview sein Geschäftsmodell in Südafrika. Praxisnahe Ausbildung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Runflat-Systeme für das südliche Afrika von Europlast Nycast

Zivile Sicherheit: Runflat-Systeme für das südliche Afrika

Europlast-Nycast stellt Reifen-Notlaufsysteme für geschützte Fahrzeuge her. So bereitet sich das Unternehmen auf den Markteinstieg in Südafrika und Namibia vor.

Südafrika bietet enormes Innovationspotential für die IKT-Branche.

Jung und kreativ: Siemens setzt auf Südafrikas Experten

Als weltweit agierendes Unternehmen ist der Technologiekonzern Siemens schon seit langer Zeit auf dem afrikanischen Kontinent präsent.

Traktorfahrer mit Kisten voller Trauben

Hotspot: Warum Simbabwe ein guter Absatzmarkt für Traktoren ist

Für CNH Industrial besteht der Absatzmarkt südliches Afrika im Wesentlichen aus Südafrika. Aber die ehemalige Fiat-Tochter beliefert auch Märkte der Peripherie mit Landtechnik.

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WasserKioske: Sauberes Trinkwasser dank integrierter Solaranlage

Mit seinen „WasserKiosken“ ist das Berliner Startup Boreal Light in vielen afrikanischen Ländern erfolgreich. Geschäftsführer Dr. Hamed Beheshti erläutert sein Geschäftsmodell.

Mann, der in Upington (Südafrika) zwischen Solarmodulen fährt.

Clevere Lösung: Mit Fotovoltaik die Sonne Südafrikas nutzen

Das dynamische Wachstum im Fotovoltaikbereich hat neben lokalen Anbietern bereits sehr viel internationale Konkurrenz ans Kap gelockt.

Der Maschinen- und Anlagenbau Afrikas erfordert Lösung für den lokalen Markt.

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Tillmann Olsen berichtet über Herausforderungen und Chancen Hydraulikanlagen in Südafrika zu etablieren.

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