Die Demokratische Republik Kongo ist der von der Einwohnerzahl drittgrößte Markt Subsahara-Afrikas. Die wichtigsten Wirtschaftszentren des Landes sind die Hauptstadt Kinshasa und die Bergbauregion Katanga.

Auch nach der Wahl des neuen Präsidenten herrscht große Ungewissheit über die politische und damit auch wirtschaftliche Zukunft des Landes. Sicherheitsaspekte und die fehlende Infrastruktur erschweren eine Markterschließung zusätzlich. Interessante Investitionsmöglichkeiten gibt es dennoch, trotz des schwierigen Umfelds.

Das Länderprofil wurde zuletzt im August 2022 aktualisiert.

Nach dem friedlichen Regierungswechsel in der Demokratischen Republik Kongo Ende 2018 hat der neue Präsident Tshisekedi zahlreiche Initiativen eingeleitet, um das Wirtschaft und Gesellschaft im Lande zu beleben. Mehr und mehr sieht es danach aus, dass „der Gigant erwacht“. Es wird davon ausgegangen, dass sich der Kongo mit seinen gewaltigen Ressourcen intensiver in die internationale Wirtschaft integriert und dass dies der Bevölkerung vermehrt zugutekommt. Dies gilt insbesondere für den Bergbausektor mit seinen global relevanten Reserven an Kobalt, Kupfer, Gold und anderen Metallen.

Dr. Andreas Kalk Landesdirektor DR Kongo, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Daten und Fakten Kongo (Dem.)

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken


  • Rohstoffreichtum (Kupfer, Kobalt, Gold, Seltene Erden); mehr nachhaltige Förderung
  • Wachsende Mittel- und Oberschicht
  • Florierende Unternehmenslandschaft mit steigender Zahl an KMU
  • Wasserreichstes Land der Welt
  • Großes Potenzial für supranationale Strom- und Wasserstoffversorgung
W

Weaknesses Schwächen

  • Gefahr politischer Instabilität und politisch motivierter Gewalt
  • Angespannte Sicherheitslage vor allem im rohstoffreichen Osten
  • Vielerorts Fachkräftemangel 
  • Starke Abhängigkeit von Weltpreisen für Rohstoffe
  • Vielerorts unzureichende Infrastruktur, intransparente Verwaltungsprozesse und Korruption
O

Opportunities Chancen

  • Rohstoffboom sorgt für mehr Staatseinnahmen und stärkt Kaufkraft in Teilen der Bevölkerung
  • Investitionen im Bergbausektor steigert Nachfrage nach Maschinen, Anlagen und Beratungsleistungen
  • Bevölkerungswachstum lässt Nachfrage nach Konsumgütern steigen
  • Regierung setzt auf Ausbau von Wasserkraft und anderer erneuerbarer Energien     
  • Potenziale für Landwirtschaft, Holzwirtschaft und nachhaltigen Tourismus
T

Threats Risiken

  • Gefahr einer Ausbreitung bewaffneter Konflikte und politisch motivierter Gewalt 
  • Angespannte humanitäre Lage in Teilen des Landes, soziale Spannungen und Kriminalität
  • Gefahr starker Wechselkursschwankungen 
  • Schleppende Impfstoffverteilung zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie 
  • Wiederaufflammen von Ebola-Epidemie in Teilen des Landes nicht auszuschließen

Potenzialbranchen

Bergbau

Zahlreiche Zuliefermöglichkeiten. Großinvestitionen im Kupfer- und Kobaltabbaugebiet Katanga. Neues Bergbaugesetz drückt jedoch mit deutlich höheren Abgaben auf die Investitionslaune.

Energiewirtschaft

Vor allem kleinere thermische Kraftwerke sind bei Minenbetreibern gefragt. Die KfW Entwicklungsbank finanziert den Bau kleinerer Wasserkraftwerke. Staudammprojekt Inga III (Kapazität 11.000 Megawatt) soll nach langen Verzögerungen nun 2021 gebaut werden.

Nahrungsmittel

Absatzchancen bei Nahrungsmittelmaschinen und Chemikalien. Vor allem in Kinshasa wird wieder mehr investiert. Verzögerungen bei Anschaffungen durch politische Lage möglich.

Wasser und Umwelt

Regelmäßige Ausschreibungen internationaler Geber. Weltbank finanziert den Ausbau der Wasserversorgung in den großen Städten Kinshasa, Lubumbashi und Matadi.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Gewerbliche Wareneinfuhr und Zoll

Arbeitsmarkt und Löhne

Das Kompetenzzentrum Training (Aus- und Weiterbildung) der AHK Südliches Afrika (BMWK Skills Experts Programm) bietet deutschen und lokalen Unternehmen sowie Bildungsanbietern Informationen und Beratung rund um das Thema Berufsbildung.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In DR Kongo sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Vereinten Nationen und andere finanzieren Entwicklungsvorhaben in verschiedensten Sektoren, wie Frieden und Sicherheit, Infrastrukturausbau und Wasser- und Abwasserversorgung. Auch die KfW Entwicklungsbank und Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit engagieren sich hier. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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