Um ein hochwertiges Produkt anzubringen, braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb exportiert Villeroy & Boch nicht nur Produkte, sondern auch handwerkliches Know-how.

Das im Jahr 1748 gegründete Familienunternehmen Villeroy & Boch steht für Innovation, Tradition und Stilsicherheit. Über 7.500 Angestellte entwickeln, gestalten und fertigen hochwertige Keramikprodukte für Märkte in 125 Ländern. Seit Oktober 2019 sind Villeroy & Boch nun auch in Côte d’Ivoire aktiv.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt über die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung unter der Marke Invest for Jobs ein gemeinsames Projekt des Umweltzentrums der HWK des Saarlandes und dem ivorischen Ministerium für professionelle technische Ausbildungen (MENETFP). Eine wichtige Komponente des Projekts ist die Zusammenarbeit mit dem Industriepartner Villeroy & Boch. Ziel ist es, junge Menschen in  Côte d‘Ivoire auszubilden sowie die Qualifikation und die Beschäftigungsfähigkeit von Handwerkerinnen und Handwerkern vor Ort zu verbessern. Das Projekt wird von sequa gGmbH abgewickelt.

Im Gespräch mit dem EZ-Scout Programm berichtet Dominik Schirra, regionaler Vertriebsleiter Nordafrika & Levante von Villeroy & Boch, warum Made in Germany gefragt ist und warum die Firma junge Menschen in Côte d’Ivoire zu hochqualifizierten Fachkräften im Handwerk ausbildet.

Villeroy & Boch sind seit über 30 Jahren auf dem afrikanischen Kontinent

Dominik Schirra, regionaler Vertriebsleiter Villeroy & Boch Nordafrika & Levante

Herr Schirra, wie ist die Nachfrage nach Produkten Made in Germany in Afrika?

Das Trademark Made in Germany ist auf der ganzen Welt hoch angesehen und unsere Produkte entsprechen höchsten Qualitätsstandards. Auch in Afrika kann man Produkte aus einem hochpreisigen Segment gut verkaufen. Dabei gilt immer: Man sollte vorher das Potenzial des Marktes evaluieren – und es braucht viel Esprit.

Was hat Sie dazu bewegt, junge Menschen in Côte d’Ivoire zu Fachkräften im Handwerk auszubilden?

Für uns ist das eine Win-win-Situation: als Hersteller eines halbfertigen Endproduktes brauchen wir Fachkräfte, die ein hochwertiges Produkt auch entsprechend hochwertig in der Endinstallation an die Wand bringen. Für die Absolventen der Ausbildung wiederum erhöhen sich die Beschäftigungsmöglichkeiten, sodass mehr Menschen einen für sie passenden Arbeitsplatz finden, mit dem sie dauerhaft den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien sichern können. Ausbildung ist eine Qualifikation, auf der der gesamte deutsche Mittelstand fußt – und der ist das Rückgrat der Gesellschaft. Genau das versuchen wir in Côte d’Ivoire langfristig zu unterstützen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat für dieses Projekt starke Partner zusammengebracht. Welche Rolle spielt diese Kooperation?

Der Erfahrungsschatz unserer Partner gepaart mit unserem Know-how und Produkten – das hat einfach gepasst. Und es ist ein wirklich großartiges Projekt: Die Menschen können langfristig einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen und tragen damit zum Aufbau einer zukunftsorientierten, energieeffizienten und ressourcenschonenden Infrastruktur bei, die sich dauerhaft positiv auf das Lebensumfeld der gesamten ivorischen Bevölkerung auswirken wird.

Worauf gilt es als deutsches Unternehmen auf dem afrikanischen Markt zu achten?

Wir sind in Deutschland sehr prozessorientiert, wollen immer harte Fakten. In Afrika hingegen ist die persönliche Ebene besonders wichtig: Menschen erwarten, dass man auf sie zugeht und ihnen respektvoll begegnet. Nach der Arbeit unterhalten wir uns daher auch mal über private Dinge – das schafft eine Vertrauensebene. Persönlich habe ich mich durch meine Arbeit in vielen afrikanischen Ländern unheimlich weiterentwickelt. Das schätze ich an unserem Geschäft!

Das Interview fand im November 2019 statt. 

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