Côte d‘Ivoire zählt zu den erfolgreichsten Ökonomien in Subsahara-Afrika. Seit dem Ende der politischen Instabilität 2012 verzeichnet das westafrikanische Land einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung. Im regionalen Vergleich ist die ivorische Wirtschaft breit aufgestellt.

Als Tor zum frankofonen Westafrika bietet Côte d‘Ivoire Zugang zu einer Region mit mehr als 110 Millionen Menschen. Die Regierung Ouattara wurde 2020 im Amt bestätigt. Der politische und wirtschaftliche Reformkurs für weiteres Wachstum dürfte fortgesetzt werden. Zwar steht ein notwendiger Generationenwechsel bei der politischen Führung weiterhin aus. Dennoch bietet die Elfenbeinküste ein im afrikanischen Vergleich stabiles Umfeld. Das Investitionsklima gilt insgesamt als gut.

Das Länderprofil wurde zuletzt im November 2021 aktualisiert.

Côte d'Ivoire ist eines von zwölf afrikanischen Ländern der G20-Initiative Compact with Africa (CwA). Ziel ist es, die Bedingungen für private Investitionen in den Teilnehmerländern zu verbessern.

Porträtbild: GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika Wolfgang Karg

Wolfgang Karg

Côte d’Ivoire ist auf dem besten Weg von einem Entwicklungs- zu einem Schwellenland. Das macht es für deutsche Unternehmen zu einem interessanten Wachstumsmarkt und einem Drehkreuz für ganz Westafrika. Im Rahmen der Reformpartnerschaft "Compact with Africa" arbeiten Deutschland und Côte d’Ivoire gemeinsam an verbesserten Rahmenbedingungen für mehr privatwirtschaftliches Engagement.

Wolfgang Karg GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika

Daten und Fakten Côte d'Ivoire

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Krisenresiliente Volkswirtschaft bewährte sich in Coronapandemie
  • Führungsrolle im frankofonen Westafrika
  • Anhaltendes Wirtschaftswachstum und steigende Kaufkraft
  • Exportorientierte Landwirtschaft und steigende Rohstoffförderung
  • Starker Investitionszufluss durch internationale Kapitalgeber
W

Weaknesses Schwächen

  • Spannungen und Machtkämpfe zwischen Parteiführern
  • Korruption, Vetternwirtschaft; intransparente und ineffiziente Verwaltung
  • Wertschöpfungsketten noch unterentwickelt
  • Abhängigkeit von Preisentwicklung an Rohstoff- und Agrarmärkten
  • Informeller Sektor noch immer stark ausgeprägt
O

Opportunities Chancen

  • Regierung und internationale Geldgeber investieren in Infrastruktur und Ausbau von Wertschöpfungsketten
  • Chancen für Maschinen- und Anlagenbau zur Förderung von Öl, Gas und weiteren Rohstoffen sowie in Bauindustrie
  • Deutsch ist als zweite oder dritte Fremdsprache populär; mehr als 200.000 Ivorer sprechen Deutsch
  • Verbraucher suchen nach Alternativen zu französischen Konsumgütern
  • Nachholbedarf bei Entwicklung von Abfall- und Kreislaufwirtschaft sowie im Umweltschutz
T

Threats Risiken

  • Politische Auseinandersetzungen drohen sich in lokaler Gewalt zu entladen
  • Ethnische Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen; teilweise starke Ressentiments gegenüber Franzosen und Libanesen
  • Gefahr durch Eindringen islamistischer Gruppen im Norden aus Mali und Burkina Faso
  • Steigende Staatsverschuldung, vor allem auch gegenüber privaten Gläubigern und China
  • Umweltverschmutzung und Anfälligkeit für Folgen des Klimawandels

Potenzialbranchen

Bauwirtschaft

Côte d’Ivoire richtet in 2023 den Afrika-Cup aus, deswegen investiert der Staat in die Modernisierung und den Ausbau von Straßen, Hafenanlagen, Krankenhäusern und Sportstadien. Private Akteure investieren in Abidjan in Büros, Einkaufszentren, Hotels und Wohnungen.

Bergbau

Seit etwa zehn Jahren immer mehr Goldbergbau durch internationale Unternehmen. Inzwischen zahlreiche Minenbetreiber, die regelmäßig Bergbautechnik abnehmen. Bis 2025 soll die Gold-Produktion auf über 50 Tonnen gesteigert werden.

Energiewirtschaft

Weiterer Ausbau von Netzen und Kraftwerkskapazitäten (thermisch, Wasser und Solar) vorgesehen. Staat setzt auf private und geberfinanzierte Projekte. Ziel bis 2030: die Stromerzeugung zu verdoppeln. Côte d’Ivoire ist Mitglied der Weltbank-Initiative Scaling Solar.

Landwirtschaft

Côte d’Ivoires wichtigste Exportgüter sind Kakao, Cashewnüsse, Baumwolle, Kaffee und Kautschuk. Die Regierung kurbelt den Aufbau von Wertschöpfungsketten im Land an, das soll mit Steuerbefreiungen und Zollnachlässen auf die Einfuhr von Ersatzteilen und Ausrüstung gelingen. Dennoch ist das Land nach wie vor auf Lebensmittelimporte angewiesen. In Abidjan entwickelt das Africa Rice Center unter deutscher Beteiligung neue Reisanbaumethoden.

Nahrungsmittel

Die Nachfrage nach Konsumgütern legt stetig zu. In Côte d'Ivoire gibt es daher verstärkt Investitionen bei der Herstellung, Transport und Verpackung von Nahrungsmitteln. Deutsche Unternehmen sind hier laut des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) maßgeblich beteiligt.

Umwelt und Wasser

2020 erhielt Côte d'Ivoire von der Weltbank einen Kredit von umgerechnet rund 280 Millionen Euro für Abwasser- und Abfall-Management. German Water Partnership betreibt in Abidjan ein eigenes Büro, um die Wasser- und Abwasserprojekte in West- und Zentralafrika zu koordinieren.

Gesundheitswirtschaft

Die Regierung will bis 2024 umgerechnet 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Gesundheitssektors stecken. Die Deutsche Bank finanziert gemeinsam mit der Islamischen Entwicklungsbank (ICIEC) den Bau von zwei Krankenhäusern.

Der Branchencheck Côte d‘Ivoire enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtlicher Rahmen, Gründen, Investieren

Gewerbliche Wareneinfuhr und Zoll

Bei der Einfuhr von Waren nach Côte d’Ivoire sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Arbeitsmarkt und Löhne

Das Kompetenzzentrum für berufliche Aus- und Weiterbildung der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Ghana (BMWK Skills Experts Programm) bietet deutschen und lokalen Unternehmen sowie Bildungsanbietern Informationen und Beratung rund um das Thema Berufsbildung.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Côte d'Ivoire sind viele Geberorganisationen aktiv. Ein großes Projektportfolio haben die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank, die sich auf Infrastrukturvorhaben konzentriert. Neue Projekte gab es im Jahr 2018 vor allem im Bereich der Landwirtschaft. Schwerpunkte der deutschen bilateralen Zusammenarbeit sind unter anderem ländliche Wirtschaftsentwicklung und Biodiversität sowie erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Aus Entwicklungsprojekten resultieren eine Vielzahl von Aufträgen, die ab bestimmten Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Im Jahr 2018 betraf der Großteil dieser Tender Consultingleistungen.

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Unterstützung beim Markteinstieg in Côte d'Ivoire

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWK-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Côte d'Ivoire zu erleichtern.

Unabhängig von der Branche und vom Zielland können Unternehmen die "Beratungsgutscheine Afrika" in Anspruch nehmen. Das Förderprogramm des BMWK unterstützt den Markteinstieg deutscher KMU in Afrika mit bis zu 75 Prozent der Kosten für maximal 15 Beratertage. 

Nahrungsmittel

Côte d'Ivoire gehörte zu den Zielländern des Projektes "Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika" des Wirtschaftsnetzwerks Afrika. Im Rahmen dieses Projektes wurde 2021 eine Marktstudie veröffentlicht.

Cover der Marktstudie Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika

Download Marktstudie Westafrika

Marktstudie zu Geschäftschancen in der Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Ghana, Nigeria, Côte d'Ivoire und Senegal, 2021 (PDF).

Mit dem Sector Brief Côte d'Ivoire: Cold Chains informiert die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH zu den Marktbedingungen für Kühltechnik in Côte d'Ivoire. 

Energiewirtschaft

Die Exportinitiative Energie hat drei Zielmarktanalysen zur Energieerzeugung in Côte d’Ivoire veröffentlicht: 

Für den Bereich Energiewirtschaft hat die GIZ einen Sector Brief Partnership Ready: Erneuerbare Energien zu Chancen im Energiesektor in Côte d’Ivoire veröffentlicht.

Umwelt und Wasser

Die GIZ informiert Unternehmen mit dem Sector Brief Partnership Ready: Kunststoffabfallwirtschaft zum Markt für Kunststoffabfall in Côte d’Ivoire.

Ein weiterer Sector Brief Partnership Ready: Organische Abfallverwertung und Abfallmanagement der GIZ informiert Unternehmen zum Umfeld für organischen Abfall in Côte d‘Ivoire.

Erfahrungsberichte von Unternehmen in Côte d'Ivoire

Geschäftsführer Sergio Tommasini wird zum Dorfchef ernannt

Teamgeist: Fischverarbeiter aus Italien wird zum Dorfchef

Der Thunfischverarbeiter Airone ist eines von zwei ausländischen Unternehmen, das in Côte d'Ivoire industriell Fisch verarbeitet.

Sanitärinstallateur montiert Waschbecken

Ausbildung made in Germany: Villeroy & Boch in Côte d‘Ivoire 

Um ein hochwertiges Produkt anzubringen, braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb exportiert Villeroy & Boch nicht nur Produkte, sondern auch handwerkliches Know-how.

Frau verkauft Medikamente auf dem Roxy Markt in Abidjan, Côte d‘Ivoire

Blockchain-Technologie: Digitaler Schutz vor Fälschungen in Afrika

Das Chemnitzer Start-up authentic.network hat mit Blockchain-Technologie ein digitales Siegel entwickelt. Es soll Medikamente und weitere Produkte fälschungssicher machen.

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