Das Länderprofil wurde zuletzt im März 2021 aktualisiert.

Ghana zählt in Westafrika zu den attraktiven Standorten. Der seit Jahrzehnten betriebene Goldbergbau, der Anbau von Kakao sowie zunehmend die Ölförderung vor der Atlantikküste bescheren dem Land hohe Einnahmen. Die internationale Gebergemeinde leistet reichlich finanzielle Unterstützung, da Ghana auch politisch als Leuchtturm in einer ansonsten instabilen Region gilt. Die Folgen der Covid-19-Pandemie fordern jedoch ihren Tribut.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Ghanas Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Ghana.

Offizieller Name: Republik Ghana

Hauptstadt: Accra

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: 30,8 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 20 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,2% (2020)*

Währung & Wechselkurs (September 2020): Ghana-Cedi (GHc), 1 Euro = 6,682 GHc

BIP pro Kopf: 2.221 US$ (2019)*

BIP-Wachstum: 0,9% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 38,45 Mrd. US$ (2019)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Nahrungsmittel 65,2
  2. Erdöl 21,2
  3. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 9,1
  4. Natürl. Öle, Fette, Wachse 1,9
  5. NE-Metalle 1,5
  6. Kork-und Holzwaren 0,3
  7. Maschinen 0,1
  8. Textilien/Bekleidung 0,1

Deutsche Ausfuhren: 239,7 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Maschinen 28,2
  2. Chemische Erzeugnisse 15,5
  3. Nahrungsmittel 11,6
  4. Kfz und -Teile 11,0
  5. Elektrotechnik 5,9
  6. Elektronik 4,4
  7. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 3,5

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Ghana von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Ghana

Michael Blank, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Ghana:

Afrika-Experte Michael Blank

Afrika-Experte Michael Blank

Ghana hat sich in den letzten Jahrzehnten als eines der sichersten und stabilsten Länder in Afrika etabliert und zählte 2018 und 2019 zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit. In Ghana bestehen zahlreiche Geschäftschancen auch für deutsche Unternehmen, die traditionell einen sehr guten Ruf genießen. Nahrungsmittel, Konsumgüter, der Bau- und Medizinsektor sind nur einige der viel versprechenden Branchen, in denen deutsche Firmen in den letzten Jahren vor Ort Fuß gefasst und erfolgreiche Geschäfte getätigt haben.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Ghanas als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Ressourcenreichtum (Öl, Gas, Gold, Kakao)
  • Politische Beständigkeit, Pionier bei Reformen
  • Gutes Verhältnis zu Gebern
  • Rasant wachsende Bevölkerung

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Teure Strompreise
  • Kleiner Markt
  • Umschlossen von frankofonen Ländern mit schwachen Wirtschaftsbeziehungen
  • Mangelhafte Infrastruktur
  • Hohe Kapitalkosten und komplizierter Zugang zu Finanzierung

O (Opportunities | Chancen)

  • Neues panafrikanisches Freihandelsabkommen
  • Ansteigender Agrar- und Nahrungsmittelsektor
  • Investitionen in der Automobilbranche
  • Wachsende Anstrengungen im Bergbau

T (Threats | Risiken)

  • Nachfrageverlust und Unterbrechung von Lieferketten
  • Einheimische Währung Cedi könnte in den kommenden Jahren weiter an Wert verlieren
  • Steigende Verschuldung des Staates

Potenzialbranchen


Bergbau und RohstoffeGhana ist weiterhin der größte Goldproduzent Afrikas. Bergbaufirmen konnten während des Lockdowns den normalen Geschäftsbetrieb fortführen. Die Regierung versucht den Sektor weiter zu diversifizieren. Interessant ist dabei der Abbau von Bauxit. Das Land gilt als westafrikanischer Hub auch für deutsche Bergbauzulieferer und -dienstleister. Im Bereich Öl und und Gas herrscht derzeit ein schwieriges Marktumfeld; Investoren zeigen sich zurückhaltend.

Energiewirtschaft

Der Stromsektor wuchs im Jahr 2020, ungeachtet der Coronakrise. Ghana setzt im Rahmen seiner Diversifizierungsstrategie auf erneuerbare Energien. Bis 2030 soll die Erzeugungskapazität von Solarstrom von aktuell etwa 46 Megawatt gemeinsam mit anderen erneuerbaren Energien auf 1,3 Gigawatt erhöht werden.

Gesundheitswirtschaft

Durch Lieferengpässe während der Pandemie wurden Desinfektionsmitteln, Masken, Schutzkleidung sowie medizinische Bürsten lokal produziert. Der geplante Bau von 88 Distriktkrankenhäusern geht indessen nur schleppend voran. Vor allem hier könnten sich jedoch Chancen für deutsche Zulieferer ergeben. Experten gehen davon aus, dass der Bereich E-Health, insbesondere Online-Apotheken und digitale Sprechstunden für Ärzte an Bedeutung gewinnen wird.
AutomobilGhanas Automobilbranche profitiert von dem kürzlich in Accra eröffneten Montagewerk von Volkswagen. Zulieferer und weitere ausländische Autobauer interessieren sich für den ghanaischen Markt. Das Land möchte sich zum Automobil-Hub in Westafrika etablieren.

Landwirtschaft

2020 war ein schwieriges Jahr für die ghanaische Landwirtschaft: gesunkene Nachfrage, steigende Transportkosten und unterbrochene Lieferketten. Resultat: Die Lebensmittelpreise stiegen zwischenzeitlich um bis zu 15 Prozent. Allen Schwierigkeiten zum Trotz geht die Economist Intelligence Unit (EIU) für den Agrarbereich von einem leichten realen Wachstum von 1,4 Prozent aus.

Nahrungsmittel

Der Import von Nahrungsmitteln macht den größten Anteil der Einfuhrgüter aus. Ghanas Ziel ist es unabhängiger von Nahrungsmittelimporten zu werden. Die Regierung unterstützt das Vorhaben mit verschiedenen Programmen, wie „Planting for Food and Jobs“. Nach Schätzungen der AHK Ghana gibt es in den Regionen Greater Accra, Eastern/Volta, Brong Ahafo/Ashanti und Western etwa 250 Unternehmen, die im Bereich Lebensmittelverarbeitung und –logistik tätig sind. Chancen für deutsche Unternehmen gibt es bei der Lieferung von Nahrungs- und Verpackungsmaschinen und entsprechender Technologie im Produktionsumfeld.

IT und Telekommunikation

Digitale Transaktionen haben während der Pandemie weiter Aufwind erhalten. Darüber hinaus entstanden neue Technologien zur Bekämpfung der Coronakrise, zum Beispiel Tracking-Apps für Infizierte oder Drohnen, um ländliche Regionen mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung zu versorgen.

Der Branchencheck Ghana enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Information

Ghana ist eines von zwölf afrikanischen Ländern der G20-Initiative Compact with Africa (CwA). Ziel ist es, die Bedingungen für private Investitionen in den Teilnehmerländern zu verbessern.
 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das ghanaische Recht ist stark durch das britische Recht beeinflusst. Das bedeutet insbesondere, dass nicht das gesamte Recht schriftlich in Gesetzen fixiert ist, sondern die Rechtsprechung eine große Bedeutung bei der Auslegung des Rechts hat. Teilweise können auch heute noch eingeschränkt britische Gerichtsurteile herangezogen werden. Ausländische Investoren können in Ghana in vielen Wirtschaftsbereichen investieren. Das Investitionsgesetz zählt einige Bereiche, wie Transportdienstleistungen, auf, in denen ausschließlich Ghanaer investieren dürfen. Außerdem ist in bestimmten Bereichen eine Mindestzahl an ghanaischen Arbeitskräften zu beschäftigen. Ausländer können in Ghana eine Gesellschaft gründen, die zu 100 Prozent in ausländischem Eigentum steht. Neben den üblichen, aus dem Common Law bekannten Gesellschaftsformen können ausländische Unternehmen auch eine Zweigniederlassung (external company) gründen.

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren in Ghana ist eine Vielzahl von Vorschriften und Regelungen zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Arbeitsmarkt und Löhne

Trotz des anhaltenden Wirtschaftswachstums in den vergangenen Jahren entstehen in Ghana wenig neue Arbeitsplätze. Nach wie vor sind viele Personen informell beschäftigt. Doch auch für formelle Beschäftigungsverhältnisse gibt es kaum Informationen zu gezahlten Gehältern. Ausländische Arbeitgeber zahlen in der Regel besser als ghanaische Betriebe. Zum Gehalt gibt es oft freiwillige Zusatzleistungen (Allowances). Der Abschluss von Renten- und Krankenversicherungen ist in Ghana verpflichtend. Verträge sind üblicherweise unbefristet. Es gilt ein Mindestlohn von 11,82 GHS pro Tag (circa 1,73 Euro). 

Einen detaillierten Überblick über die Lage am Arbeitsmarkt, Löhne und den arbeitsrechtlichen Rahmen in Ghana gibt die GTAI-Publikation Lohn- und Lohnnebenkosten Ghana.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und viele weitere Geber finanzieren Vorhaben der ghanaischen Regierung, die zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes beitragen. Neue Vorhaben gibt es derzeit vor allem zur Unterstützung der öffentlichen Verwaltung, im Bereich der Energiewirtschaft und im Finanz- und Bankenwesen. Schwerpunkte der deutschen bilateralen Zusammenarbeit mit Ghana sind Dezentralisierung, Förderung der Landwirtschaft und die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Aus diesen Vorhaben resultieren eine Vielzahl von internationalen Ausschreibungen, im Jahr 2018 besonders für Consulting-Leistungen und im Bereich Stromerzeugung und -verteilung.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWi-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Ghana zu erleichtern.

>> Aktuelle Veranstaltungen zum Zielmarkt Ghana

Nahrungsmittel

Ghana gehört zu den Zielländern des Projektes "Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika" des Wirtschaftsnetzwerks Afrika.

Cover der Marktstudie Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika

Marktstudie Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika

Das Projekt umfasst verschiedene Module, u.a.

Zur Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Ghana gab es bereits 2019/20 ein Pilotprojekt des Wirtschaftsnetzwerks Afrika. Die Studie dazu und die Aufzeichnung des Webinars stehen interessierten Unternehmen weiterhin zur Verfügung.

Bergbau und Rohstoffe

Das BMWi-Markterschließungsprogramm hat 2019 eine Geschäftsanbahnungsreise zum Thema Bergbautechnik und Rohstoffe in Ghana durchgeführt und dazu eine Zielmarktanalyse veröffentlicht.

Das Kompetenzzentrum Bergbau und Rohstoffe der AHK Ghana berät Unternehmen vor Ort und bietet Marktinformationen.

Umwelt und Wasser

Das BMWi-Markterschließungsprogramm hat 2018 eine Zielmarktanalyse zum Thema Wasser- und Abwasserwirtschaft in Ghana veröffentlicht.

Ein ausführliches Länderprofil zur Kreislauf- und Wasserwirtschaft in Ghana haben German Retech Partnership e.V. und German Water Partnership e.V. im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) 2020 erstellt.

Energiewirtschaft

Die Exportinitiative Energie hat fünf Zielmarktanalysen zur Energieerzeugung in Ghana veröffentlicht: 

Das Kompetenzzentrum Energie und Umwelt der AHK Ghana informiert und unterstützt Unternehmen vor Ort zu den Themen Solar-, Wind- und Bioenergie, Wasser- und Abfallwirtschaft sowie Energieeffizienz.

Erfahrungsberichte von Unternehmen

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Motto steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Ghana. 

Informations- und Kommunikationsbranche

Aus- und Weiterbildung


Kontakte und weiterführende Links