Das Länderprofil wurde zuletzt im August 2020 aktualisiert.

Kenia bleibt treibende ökonomische Kraft in Ostafrika und auch politisch bedeutend für die Stabilität in der Region. Wegen der Corona-Pandemie musste die Regierung, um weiter liquide zu bleiben, weitere Kredite aufnehmen. Deshalb dürfte sich der Spielraum für staatliche Infrastrukturinvestitionen weiter einengen. Entscheidend wird sein, wie viel Geld die internationale Gebergemeinschaft noch bereitstellen wird. Die Bereiche Energie, Wasser/Abwasser und Transport dürften auch in Zukunft mit Zuschüssen rechnen. Vermutlich werden die Geber außerdem der besseren Ausstattung des Medizinsektors mehr Aufmerksamkeit schenken. Auch der IT-Sektor dürfte profitieren - Unternehmen investieren verstärkt in Bandbreiten sowie IT-basierte Dienstleistungen. Die in Kenia ansässigen deutschen Unternehmen stellen ihre Investitionen bislang nicht in Frage.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Kenias Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Kenia.

Offizieller Name: Republik Kenia

Hauptstadt: Nairobi

Geschäftssprachen: Englisch, Kiswahili

Einwohner: ca. 52,6 Millionen (2019)*

Durchschnittsalter: Ø 20 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,3% (2019)*

Währung & Wechselkurs (Ø 2020): Kenia-Schilling (K.Sh.), 1 Euro = 115,505 K.Sh.

BIP pro Kopf: 1.998 US$ (2019)*

BIP-Wachstum: 5,6% (2019)*

Ausländische Direktinvestitionen: 14,4 Mrd. US$ (2018)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Nahrungsmittel 48,4
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 44,5
  3. Textilien/Bekleidung 1,8

Deutsche Ausfuhren: 350,79 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Maschinen 19,0
  2. Chemische Erzeugnisse 17,4
  3. Elektrotechnik 17,3
  4. Nahrungsmittel 10,4
  5. Mess-/Regeltechnik 7,0
  6. Kfz- und -Teile 6,2
  7. Elektronik 5,2

* Prognose/Schätzung

Expertenstimme zu Kenia

Maren Diale-Schellschmidt, Delegierte der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika:

Kenia ist der wirtschaftliche Hub in der East African Community (EAC) und auch für die meisten deutschen Unternehmen der Einstieg in die Region Ostafrika. Wir erleben insbesondere in den letzten Jahren ein deutlich zunehmendes Interesse aus Deutschland an einer Präsenz vor Ort. Nicht verwunderlich, denn Ostafrika ist die wichtigste Wachstumsregion auf dem Kontinent. Kenia bietet weitgehende wirtschaftliche Freiheiten beim unternehmerischen Engagement vor Ort. Dies ist auch auf Dauer so zu erwarten, denn Kenia bekennt sich zu einer liberalen Wirtschaftspolitik.

SWOT-Analyse

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Kenias als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Binnenmarkt mit Bestand: circa 52 Millionen Menschen und ein jährlicher Anstieg von etwa 1,2 Millionen
  • Nairobi und Mombasa bieten sich als regionale Knotenpunkte an
  • Kenya Airways steuert fast alle Flughäfen in Afrika an. Gleichwohl kriselt es bei der Fluglinie derzeit
  • Breit aufgestellte Privatwirtschaft


W (Weaknesses | Schwächen)

  • Eher gedämpftes Wirtschaftsklima - bereits vor der Pandemie
  • Hoher Grad an Korruption sowie staatlicher Einflussnahme
  • Erschwernis bei der Finanzierung: Regierung und Privatsektor fehlen die Gelder

O (Opportunities | Chancen)

  • Mitwirkung an Infrastrukturprojekten mit Geberfinanzierung
  • Zulieferung für vielseitige Konsumgüterindustrie
  • Bearbeiten des lokalen Marktes mit Konsumgütern

T (Threats | Risiken)

  • Risiko von Zahlungsverzug bei Aufträgen mit dem Staat
  • Kriminalität, Terrorismus und politische Proteste
  • Mögliche Insolvenzen des Mittelstandes auf Grund der Pandemie

Potenzialbranchen


Bauwirtschaft

Staatliche Infrastrukturprojekte stellen für ausländische Unternehmen in technischer Hinsicht und vom Volumen her die interessantesten Projekte dar. Der Staat ist jedoch nur noch eingeschränkt in der Lage, größere neue Bauprojekte zu finanzieren.

Energiewirtschaft

Erneuerbare Energien dominieren den kenianischen Strommarkt. Neben dem Netzausbau bietet auch die Nachfrage der Industrie nach Energielösungen Chancen.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsbereich und die Aussichten sind aufgrund reichlicher Regenfälle überwiegend gut. Gleichwohl droht laut FAO eine zweite Heuschreckenplage im Norden des Landes. Um dies zu vermeiden, importiert Kenia Pestizide in größeren Mengen. Kommerzielle, auf den Export ausgerichtete Farmen für Schnittblumen, Tee und Kaffee leiden unter dem Nachfrageeinbruch auf den Auslandsmärkten.

Gesundheitswirtschaft

Kapital aus dem Ausland soll die medizinische Grundversorgung verbessern. Denn der kenianische Staat ist hoch verschuldet und hat keine Mittel für umfangreiche Investitionen. Die besten Krankenhäuser sind privat und bauen gerade ihre Kapazitäten aus. Einige Marktbeobachter erwarten Investitionen in Laboreinrichtungen.

IT und Telekommunikation

Die Bereiche Bildung, Gesundheit und Logistik dürften Investoren anlocken. Hier könnten Kooperationen zwischen kenianischen Produktentwicklern und ausländischen Start-Ups entstehen. Der Breitbandausbau würde außerdem den Bau von Datenzentren vorantreiben und somit Lieferchancen für technische Ausrüstungen schaffen.

Nahrungsmittel

Kenias Bevölkerung fragt importierte Grundnahrungsmittel wie Weizen in großem Umfang nach. Hingegen ist der Konsum hochpreisiger eingeführter Nahrungsmittel gefallen, obwohl die zahlreichen Einkaufszentren vor allem in Nairobi während der Pandemie bislang geöffnet blieben.

Bergbau und Rohstoffe

Tullow Oil plant, mit seinen Partnern Africa Oil und Total in ihrer Konzession South Lokichar Basin nahe dem Turkana-See ab dem Jahr 2022 bis zu 100.000 Barrel pro Tag zu fördern. Doch der Ölabbau verzögert sich wegen des schwachen Ölpreises.

Umwelt und Wasser

Branchenkenner erwarten Großprojekte in der Wasserversorgung. Außerdem dürften die Wasserversorger zunehmend in den Ausbau ihrer Netze investieren, nachdem sie in den letzten Jahren kommerzialisiert wurden. Auch die schnell wachsenden sogenannten Informal Settlements und Slums brauchen dringend Lösungen für die Wasserver- und Abwasserentsorgung.

Der Branchencheck-Kenia enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Zoll- und Einfuhrregelungen

Einen ersten Überblick über die bezüglich der Wareneinfuhr in Kenia zu beachtenden Vorschriften finden Sie in der GTAI-Publikation Zoll und Einfuhr kompakt - Kenia.

Rechtliche Regelungen

Einen ersten Überblick über ausgewählte Bereiche des in Kenia geltenden Rechts vermittelt der Länderbericht Recht kompakt Kenia. Enthalten sind Kurzinformationen unter anderem zum Gesellschaftsrecht, zum Investitionsrecht und zum Steuerrecht.

Arbeitsmarkt und Löhne

In Kenia sind schätzungsweise 5,3 Prozent der Bevölkerung in einem ordentlichen Beschäftigungsverhältnis. Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern konkurrieren Firmen und zahlreiche Headhunter um wenige hochqualifizierte Arbeitskräfte, die sich ihren Arbeitgeber aussuchen können. Der Abschluss von Renten- und Krankenversicherungen ist nicht verpflichtend. Dennoch sind eine gute Altersvorsorge und medizinische Zusatzleistungen wichtig, um gute Arbeitskräfte zu rekrutieren und zu binden. Arbeitnehmerrechte und die Arbeit von Gewerkschaften sind in Kenia eingeschränkt.

Einen detaillierten Überblick über die Lage am Arbeitsmarkt, Löhne und den arbeitsrechtlichen Rahmen in Kenia gibt die GTAI-Publikation Lohn- und Lohnnebenkosten Kenia

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Kenia sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierung für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Stern steht die Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie real practices von Unternehmen in Kenia. 

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