Ugandas Wirtschaftswachstum liegt zwar über dem Durchschnitt von Subsahara-Afrika. Das reicht aber nicht aus, um angesichts der schnell zunehmenden Bevölkerung die weitverbreitete Armut zu lindern.

Positiv wirken sich öffentliche Infrastrukturprojekte im Strom- und Transportsektor sowie private Immobilienvorhaben aus. Eine verlässlichere Stromversorgung und bessere Verkehrswege in den benachbarten Transitländern können der Industrie Impulse geben. 

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerks Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

Das Länderprofil wurde zuletzt im Januar 2022 aktualisiert.

Daten und Fakten Uganda

Expertenstimme

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Afrika-Experte Martin Kalhöfer

Seit den ersten Ölfunden vor mehr als einem Jahrzehnt gilt das schwarze Gold als potenzieller Hoffnungsträger für Uganda. Immer wieder gab es Verzögerungen und noch wird an der Infrastruktur und den Förderanlagen gearbeitet, aber in drei bis vier Jahren sollten die ersten Ölgelder in die Staatskasse fließen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit diesen Einnahmen könnte der Bevölkerung des Landes neue Perspektiven verschaffen. 

Martin Kalhöfer GTAI-Bereichsleiter für Afrika/Nahost

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Vergleichsweise großer Binnenmarkt in Afrika mit mehr als 47 Millionen Menschen
  • Hoher Bevölkerungszuwachs von jährlich etwa 1,3 Millionen Menschen sorgt für steigenden Bedarf
  • Von Kampala aus kann der östliche Teil des Kongo (Dem.) sowie der Südsudan bedient werden
  • Die 2021 wieder gewählte Regierung lässt auf politische Stabilität bis mindestens 2026 hoffen
W

Weaknesses Schwächen

  • Steigende Staatsverschuldung engt Spielraum für Investitionen zunehmend ein
  • Korruption
  • Wenig entwickelter Bankensektor: schwierige und teure Finanzierungen
  • Local-Content-Tendenzen in einigen Sektoren
O

Opportunities Chancen

  • Teilhabe an Infrastrukturprojekten
  • Zulieferung für die Konsumgüterindustrie
  • Bedienung des lokalen Marktes mit Konsumgütern
  • Geplantes Ölprojekt würde bei Realisierung zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten bieten
T

Threats Risiken

  • Risiko von Zahlungsverzögerungen bei Geschäften mit dem Staat
  • Unternehmen mit Sitz in Uganda müssen bei Steuerprüfungen im Fall von Unklarheiten mit hohen Steuernachforderungen rechnen
  • Pandemiebedingte Liquiditätsprobleme bei vielen, insbesondere kleinen Unternehmen

Potenzialbranchen

Energiewirtschaft

Der Ausbau der Energieversorgung ist von der Corona-Pandemie nicht betroffen. Das Karuma-Wasserkraftwerk (600 MW) befindet sich nach wie vor im Bau. Mittelfristig plant Uganda Wasserkraftwerke wie Ayago (840 MW) und Murchison Falls (360 MW). Den Energieüberschuss will das Land an seine Nachbarn exportieren. Die heimische Nachfrage für Strom wächst, weshalb das Netz erweitert wird.

Landwirtschaft

Das Potenzial der Landwirtschaft wird aktuell nicht ausgeschöpft. Staat und Unternehmen investieren dennoch. Geld fließt in erster Linie ins Agro-Processing, wie der Verarbeitung von Milch, der Produktion von Obstsäften, in Hühnerfarmen und in die Fischproduktion am Victoriasee. Kaffee, Tee, Holz und das Nischenprodukt Chia-Samen werden für den Export angebaut.

Nahrungsmittel

Trotz der Pandemie profitiert die Nahrungsmittelbranche weiterhin von Investitionen. Insbesondere die Getränkeindustrie baut ihre Kapazitäten aus. Allen voran die großen Firmen, wie Coca-Cola, Pepsi, Uganda Breweries (Diageo) und Nile Breweries (Anheuser-Busch InBev), aber auch lokale Produzenten In den kommenden Jahren ist mit weiteren Investitionen zu rechnen. Gefragt sind unter anderem Nahrungsmittelmaschinen und Chemikalien aus Deutschland.

Umwelt und Wasser

Insbesondere der Bereich Wasserversorgung und Abwasserentsorgung profitiert von zahlreichen geberfinanzierten Maßnahmen. Ein Schwerpunkt bildet die Ausweitung der Wasserversorgung in der Millionenstadt Kampala, in weiteren Städten und in den Flüchtlingscamps im Norden des Landes. Privates Engagement beim Betrieb von Anlagen ist hingegen nur begrenzt möglich. Seit der Liberalisierung des Sektors Ende der 1990er Jahre dominiert hier die National Water & Sewage Corporation (NWSC).

Gesundheitswirtschaft

Branchenkenner rechnen pandemiebedingt mit einer durchwachsenen Entwicklung für 2021 und 2022. Mittelfristig hingegen wird der ugandische Gesundheitssektor als potenzialreicher Wachstumsmarkt eingeschätzt. Dazu trägt vor allem die schnell wachsende Mittelschicht bei, die sich teurere medizinische Behandlungen leisten kann. Größter Käufer im Medizinsektor ist der Staat. Bei Ausschreibungen hat der Preis Priorität.

Bauwirtschaft

Ugandas Baubranche bleibt für deutsche Unternehmen einer der chancenreichsten Bereiche. Experten erwarten, dass die internationale Gebergemeinschaft vermehrt Infrastrukturprojekte für Energie, Wasser und Transport ausschreiben wird. Bis zu welchem Maß sich private Investoren im Hochbau engagieren, hängt davon ab, wie zahlungsfähig sie nach der Pandemie sein werden. Derzeit leiden einige Baufirmen unter mangelnder Liquidität, wohl auch, weil die Regierung ihre Rechnungen verzögert bezahlt.

Der Branchencheck Uganda enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Arbeitsmarkt und Löhne

Das Kompetenzzentrum Berufsbildung (Skills Expert Projekt) der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika bietet deutschen und lokalen Unternehmen sowie Bildungsanbietern Informationen und Beratung rund um das Thema Berufsbildung.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Uganda sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und andere stellen Finanzierungen für Vorhaben der öffentlichen Hand bereit. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren viele Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

Einen Überblick über Geschäftschancen bei öffentlichen Aufträgen gibt Germany Trade & Invest (GTAI) im Bericht Entwicklungszusammenarbeit mit Uganda. Bei GTAI finden Sie zudem aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg Uganda

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWK-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Uganda zu erleichtern.

Lebensmittelverarbeitung

Uganda gehörte zu den Zielländern des Projektes "Lebensmittelverarbeitung inkl. Kreislaufwirtschaft in Ostafrika" des Wirtschaftsnetzwerks Afrika. Im Rahmen dieses Projektes hat die Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika 2021 eine Marktstudie veröffentlicht.

Symbolbild: Mann liest am Tablet

Marktstudie Ostafrika

Marktstudie zu Geschäftschancen in Äthiopien, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda für Unternehmen im Bereich Lebensmittelverarbeitung inklusive Kreislaufwirtschaft.

Landwirtschaft

Für den Bereich Landwirtschaft hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH zwei Sector Briefs veröffentlicht, die einen Überblick zu ausgewählten Bereichen innerhalb des Sektors bieten: 

Umwelt und Wasser

Das BMWK-Markterschließungsprogramm hat 2021 eine Geschäftsanbahnungsreise durchgeführt und dazu die Zielmarktanalyse Wasserwirtschaft in Tansania und Uganda veröffentlicht.

Das Kompetenzzentrum Energie, Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika berät Unternehmen vor Ort und bietet Marktinformationen.

Zivile Sicherheit

Das BMWK-Markterschließungsprogramm hat 2020 eine Geschäftsanbahnungsreise durchgeführt und dazu eine Zielmarktanalyse Zivile Sicherheitstechnologie in Uganda und Ruanda veröffentlicht.

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen - unter diesem Motto steht die Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Uganda.

Anlage zur Wiederaufbereitung organischer Abfälle in Daressalam, Tansania

Recycling: Per Ausschreibung in den ostafrikanischen Abfallsektor

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