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Das Länderprofil wurde zuletzt im Juni 2021 aktualisiert.

Die Demokratische Republik Kongo ist der von der Einwohnerzahl drittgrößte Markt Subsahara-Afrikas. Die beiden wichtigsten Wirtschaftszentren des riesigen Landes sind die Hauptstadt Kinshasa sowie die Bergbauregion Katanga. Auch nach der Wahl des neuen Präsidenten herrscht große Ungewissheit über die politische und damit auch wirtschaftliche Zukunft des Landes. Sicherheitsaspekte und die fehlende Infrastruktur erschweren eine Markterschließung zusätzlich. Interessante Investitionsmöglichkeiten gibt es dennoch, trotz des schwierigen Umfelds.


Hinweis

Die Partner des Wirtschaftsnetzwerk Afrika bieten deutschen Unternehmen Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie in Afrika.

Daten und Fakten

GTAI

DDer Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zur Demokratischen Republik Kongo.

Offizieller Name: Demokratische Republik Kongo

Hauptstadt: Kinshasa

Geschäftssprache: Französisch

Einwohner: 89,6 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 16,7 (2020)*

Bevölkerungswachstum: 3,1 % (2020)*

Währung & Wechselkurs (Februar 2021): Kongo-Franc (FC), 1 Euro = 2.432,829 FC

BIP pro Kopf: 540,5 US$ (2020)*

BIP-Wachstum: 3,8 % (2021)*

Ausländische Direktinvestitionen 25,62 Mrd. US$ (2019)*

Deutsche Einfuhren: 46,4 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2020*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. NE-Metalle 83,0
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 6,2 
  3. Petrochemie 4,7
  4. Nahrungsmittel 4,5
  5. Sanitär, Heizung, Beleuchtung 0,6
  6. Nichtmetallische Mineralien 0,3
  7. Elektronik 0,1
  8. Chem. Erzg. 0,1
  9. Schuhe 0,1
  10. Gold 0,1

Deutsche Ausfuhren: 100,5 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2020*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Nahrungsmittel 23,5
  2. Maschinen 18,9
  3. Chem. Erzeugnisse 13,6
  4. Kfz und -Teile 4,7
  5. Mess- und Regeltechnik 4,6
  6. Elektronik 2,6
  7. Elektrotechnik 2,2

* Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - DR Kongo von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu DR Kongo

Dr. Andreas Kalk, Landesdirektor DR Kongo, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH:

Nach dem friedlichen Regierungswechsel in der Demokratischen Republik Kongo Ende 2018 hat der neue Präsident Tshisekedi eine Vielfalt von Initiativen eingeleitet, um das wirtschaftliche und soziale Leben im Lande zu beleben. Mehr und mehr wird davon ausgegangen, dass „der Gigant erwacht“, dass sich der Kongo mit seinen gewaltigen Ressourcen intensiver in die internationale Wirtschaft integriert und dass dies der Bevölkerung vermehrt zugutekommt. Dies gilt insbesondere für den Bergbausektor mit seinen global relevanten Reserven an Kobalt, Kupfer, Gold und anderen Metallen.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Demokratischen Republik Kongos als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Wirtschaftsleistung wuchs von 2009 bis 2018 jährlich um durchschnittlich 6,4 Prozent
  • Rohstoffreichtum (Kupfer, Kobalt, Gold, Seltene Erden) mit steigendem Druck für mehr nachhaltige Förderung
  • Wachsende Mittel- und Oberschicht in Ballungszentren wie Kinshasa, Lubumbashi und Kananga
  • Florierende Unternehmenslandschaft mit steigender Zahl an KMU
  • Wasserreichstes Land der Welt mit großem Potenzial für supranationale Strom- und Wasserstoffversorgung

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Gefahr politischer Instabilität und politisch motivierter Gewalt
  • Angespannte Sicherheitslage vor allem im rohstoffreichen Osten des Landes
  • Großteil der Bevölkerung im informellen Sektor und Subsistenzlandwirtschaft tätig; vielerorts Fachkräftemangel 
  • Starke Abhängigkeit von Weltpreisen für Rohstoffe
  • Vielerorts unzureichende Infrastruktur, intransparente Verwaltungsprozesse und Korruption

O (Opportunities | Chancen)

  • Rohstoffboom sorgt für Mehreinnahmen des Staates und stärkt Kaufkraft in Teilen der Bevölkerung
  • Investitionen im Bergbausektor steigert Nachfrage nach Maschinen und Anlagen ebenso wie nach Beratungsleistungen
  • Bevölkerungswachstum lässt Nachfrage nach Konsumgütern steigen
  • Regierung setzt auf Ausbau von Wasserkraft und anderer erneuerbarer Energien     
  • Unausgeschöpfte Potenziale in Landwirtschaft, Holzwirtschaft und nachhaltigem Tourismus

T (Threats | Risiken)

  • Gefahr einer Ausbreitung bewaffneter Konflikte und politisch motivierter Gewalt 
  • Angespannte humanitäre Lage in Teilen des Landes, soziale Spannungen und Kriminalität
  • Gefahr starker Wechselkursschwankungen verunsichert Unternehmen und Investoren
  • Schleppende Impfstoffverteilung zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie 
  • Wiederaufflammen von Ebola-Epidemie in Teilen des Landes nicht auszuschließen

Potenzialbranchen


Bergbau

Zahlreiche Zuliefermöglichkeiten. Großinvestitionen im Kupfer- und Kobaltabbaugebiet Katanga. Neues Bergbaugesetz drückt jedoch mit deutlich höheren Abgaben auf die Investitionslaune.

Energiewirtschaft

Vor allem kleinere thermische Kraftwerke sind bei Minenbetreibern gefragt. Die KfW Entwicklungsbank finanziert den Bau kleinerer Wasserkraftwerke. Staudammprojekt Inga III (Kapazität 11.000 Megawatt) soll nach langen Verzögerungen nun 2021 gebaut werden.

Nahrungsmittel

Absatzchancen bei Nahrungsmittelmaschinen und Chemikalien. Vor allem in Kinshasa wird wieder mehr investiert. Verzögerungen bei Anschaffungen durch politische Lage möglich.

Wasser und Umwelt

Regelmäßige Ausschreibungen internationaler Geber. Weltbank finanziert den Ausbau der Wasserversorgung in den großen Städten Kinshasa, Lubumbashi und Matadi.

Der Branchencheck DR Kongo enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach DR Kongo sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In DR Kongo sind eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Geber aktiv. Die Weltbank, die Vereinten Nationen und andere finanzieren Entwicklungsvorhaben in verschiedensten Sektoren, wie Frieden und Sicherheit, Infrastrukturausbau und Wasser- und Abwasserversorgung. Auch die KfW Entwicklungsbank und Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit engagieren sich hier. Aus diesen geberfinanzierten Projekten resultieren Aufträge, die ab gewissen Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Dies sind in erster Linie Tender für den Einkauf von Consultingleistungen, aber auch für Liefer- und Bauleistungen.

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