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Das Länderprofil wurde zuletzt im Juli 2020 aktualisiert.

Marokko etabliert sich als Industriestandort und Handelsdrehscheibe in Nordafrika. Dabei profitiert das Königreich von ausländischen Investitionen in die Automobil-, Nahrungsmittel- und Flugzeugteileindustrie. Auch der Tourismus entwickelte sich zuletzt wieder gut, was wichtig für Beschäftigung und Deviseneinnahmen ist. Mittelfristig will sich Marokko auch als Finanzstandort für das westliche Afrika etablieren.

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Marokkos Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.


Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Marokko.

Offizieller Name & Hauptstadt

Königreich Marokko, Rabat

Geschäftssprachen

Arabisch, Französisch

Einwohner 2019* & Durchschnittsalter

ca. 35,6 Millionen, Ø 28

Bevölkerungswachstum 2019*

1,2%

Währung & Wechselkurs (Ø 2020)

Dirham (DH), 1 Euro = 11,090 DH

BIP (pro Kopf in US$ 2019)*

3.345

BIP-Wachstum 2019

2,2%

Ausländische Direktinvestitionen 2018 (in Mrd. US-Dollar)

64,2

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter 2019* (in % der Gesamteinfuhr)

  1. Textilien/Bekleidung 29,9
  2. Nahrungsmittel 22,8
  3. Elektrotechnik 17,4
  4. Schuhe 8,6
  5. Rohstoffe (ex. Brenn.) 5,7
  6. Chemische Erzeugnisse 5,7

Deutsche Ausfuhren in 2019

2.193 Millionen Euro

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter 2019* (in % der Gesamtausfuhr)

  1. Kfz und Kfz-Teile 23,7
  2. Maschinen 14,3
  3. Elektrotechnik 13,9
  4. Chemische Erzeugnisse 13,7
  5. Textilien/Bekleidung 4,6
  6. Elektronik 3,7
  7. Mess-/Regeltechnik 3,6

* Prognose/Schätzung

Weitere Länderinformationen finden Sie unter www.gtai.de/marokko

Expertenstimme zu Marokko

Andreas Wenzel, Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Marokko (AHK):

Afrika-Experte Andreas Wenzel

Afrika-Experte Andreas Wenzel

Marokko ist für die deutsche Wirtschaft ein attraktiver Markt und Investitionsstandort. Dank einer wirtschaftsfreundlichen Reformpolitik sowie seiner erstklassigen Infrastruktur belegt das Königreich Rang 53 des Ease of Doing Business Index der Weltbank. Die fortschreitende Industrialisierung bietet gerade in Hochtechnologiebereichen wie der Automobilindustrie und der Luftfahrt sowie beim Thema Industrie 4.0 vielfältige Chancen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie eine tiefere Wertschöpfung in der Landwirtschaft sind weitere spannende Zukunftsthemen. Als Brücke zu Europa bietet sich die Wirtschafts- und Finanzmetropole Casablanca als Standort für die Regionen Nord- und Westafrika an.

SWOT-Analyse

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Marokkos als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Gutes Investitionsklima
  • Politische Stabilität
  • Freihandelsabkommen mit zahlreichen Partnern
  • Strategisch günstige Lage zwischen Europa und Afrika

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Externe Abhängigkeiten (Energie- und Ausrüstungsimporte, Tourismus, Europa als Absatzmarkt)
  • Agrarsektor ist stark auf günstige Witterung angewiesen
  • Hohe Armutsquote
  • Industriesektor ist zu wenig verflochten

O (Opportunities | Chancen)

  • Weiterer Ausbau der Infrastruktur
  • Förderung von Erneuerbaren Energien
  • Plattform für Handel mit Afrika, insbesondere Westafrika
  • Beschaffungsmarkt für Industrieprodukte

T (Threats | Risiken)

  • Klimawandel
  • Soziale Spannungen
  • Abflauendes Wachstum in Europa könnte Industrieentwicklung bremsen

Potenzialbranchen


Automobilindustrie

PSA Peugeot wird 2019 die Produktion starten, Renault fertigt bereits den Dacia in Tanger. Die lokale Produktion von Batterien, Pkw-Innenausstattung, die Kunststoff-, Glas- sowie Metallverarbeitung nimmt zu.

Bauwirtschaft

Ausbau des Straßen- und Schienennetzes wird fortgesetzt. Chancen bieten sich in der Wasserwirtschaft und bei der Nutzung der erneuerbaren Energien.

Chemie

Steigerung der Phosphatproduktion und Verdoppelung der Düngermittelproduktion bis 2028. Aufbau einer Pharmazeutischen Industrie, zunächst vor allem für den Eigenbedarf.

Energieversorgung

Vorreiter für erneuerbare Energien, Anteil von 50 Prozent bei Erneuerbaren angestrebt. Bei fossiler Erzeugung steht Gas stärker im Fokus.

Flugzeugteileindustrie

Bis 2020 soll der Umsatz auf etwa 2,5 Milliarden Euro steigen und die Branche mehr als 200.000 Beschäftigte haben. Boeing ist seit 2016 aktiv und hat 120 Zulieferer angezogen.

Gesundheitswesen

Regierung hat Ausgaben für die Gesundheitsversorgung im Haushalt 2019 um etwa 10 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro erhöht. Mehrere Universitäts- und viele regionale Gesundheitszentren geplant.

Informations- und Kommunikationswirtschaft

IT-Offshoring wird laut Prognosen 2019 im zweistelligen Bereich zulegen. Ab 2020 soll 5G verfügbar sein.

Nahrungsmittelindustrie

Nach der Verabschiedung des Landeswirtschaftsabkommens erhöhte Nachfrage aus der EU erwartet. Zusätzlich investieren marokkanische Hersteller in Westafrika.

Textil- und Bekleidung

Steigende Produktionskosten in Asien und die zunehmende Bedeutung von Fast Fashion auf dem europäischen Markt rücken die nordafrikanischen Textilproduzenten stärker ins Rampenlicht.

Der Branchencheck-Marokko von Germany Trade & Invest enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Ausländische Investoren treffen in Marokko auf ein vergleichbar liberales Umfeld. Insbesondere existiert kein Joint-Venture-Zwang. Ausnahmen gelten für den Abbau von Phosphat. Grundsätzlich dürfen Ausländer 100 Prozent der Anteile an marokkanischen Gesellschaften halten. Devisen können von Marokko frei ins Ausland überwiesen werden. Einige Auslandsüberweisungen muss jedoch das Office des Changes (Devisenbehörde) zuvor genehmigen. Deutschland und Marokko haben sowohl ein Investitionsschutzabkommen als auch ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Einen Überblick über die wichtigsten Rechtsgebiete für Ihr Marokko-Geschäft gibt die GTAI-Publikation "Recht kompakt Marokko"

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Marokko sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regelungen zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden. Einen Überblick über die wichtigsten Zoll- und Einfuhrregelungen gibt die GTAI-Publikation "Zoll und Einfuhr Kompakt Marokko".

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Marokko engagieren sich verschiedenste Geber. An erster Stelle EU-Institutionen, aber auch die Weltbank, die französische Agence Française de Développement oder die Vereinten Nationen stellen Finanzierung für öffentliche Vorhaben bereit. Schwerpunkte der deutschen bilateralen Zusammenarbeit sind die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungsförderung, erneuerbare Energien und Wasser. Zur Umsetzung all dieser Vorhaben werden viele Aufträge international ausgeschrieben. Auch deutsche Unternehmen können davon profitieren. Im Jahr 2018 gab es die meisten internationalen Ausschreibungen zu Consultingleistungen und im Bereich Wasser und Abwasser.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Pilotprojekt: Gesundheits­wirtschaft in Marokko

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika unterstützt mit einem Pilotprojekt Unternehmen der deutschen Gesundheitsindustrie beim Markteintritt in Marokko. Im Rahmen einer Marktstudie von Germany Trade & Invest wurden Geschäftschancen für deutsche Firmen in Marokko identifiziert. Weitere Angebote des Pilotprojekts waren ein Webinar, eine Informationsveranstaltung sowie Markterkundungsreise im Jahr 2020. Interessierte Unternehmen werden vom Wirtschaftsnetzwerk Afrika umfassend hinsichtlich einer möglichen Investition beraten und beim Markteintritt begleitet.

Marktstudie: "Marokkos Gesundheitswirtschaft auf dem Weg der Besserung"

Pilot-Studie: Marokko

Pilotstudie Äthiopien

Marokko sticht durch seine Nähe zur EU und politische Stabilität als attraktiver Auslandsmarkt hervor. Insbesondere in der Gesundheitswirtschaft können sich Chancen für deutsche Unternehmen ergeben. Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika unterstützt im Rahmen der Pilotprojekte deutsche Unternehmen der Gesundheitswirtschaft beim Markteintritt und Ausbau ihrer Geschäftsaktivitäten in Marokko.

Hier gelangen Sie zum kostenlosen Download der Studie "Marokko – Gesundheitswirtschaft auf dem Weg der Besserung".

Webinar zur Gesundheitswirtschaft in Marokko

Konkrete Chancen für deutsche Unternehmen in Marokkos Gesundheitssektor waren Thema verschiedener Veranstaltungen des Wirtschaftsnetzwerks Afrika. Die Aufzeichnung des Webinars zur Gesundheitswirtschaft in Marokko können Sie sich hier nachträglich ansehen.  

Individuelle Beratung

Im Rahmen des Pilotprojekts zur Gesundheitswirtschaft in Marokko können Unternehmen noch bis Ende 2020 bis zu 40 Stunden kostenlose individuelle Beratung in Anspruch nehmen. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie bei der Geschäftsstelle Wirtschaftsnetzwerk Afrika

Erfahrungsberichte von Unternehmen

Beratung und Unterstützung für Ihr Marokko-Geschäft