Das Länderprofil wurde zuletzt im Juli 2021 aktualisiert.

Südafrika ist das mit Abstand am stärksten industrialisierte Land des gesamten Kontinents. Die breit aufgestellte Wirtschaft bringt trotz struktureller Wachstumshemmnisse wichtige Grundvoraussetzungen für eine gute Entwicklung mit. Aufgrund seines wirtschaftlichen Gewichtes, einer ausgebauten Infrastruktur und eines entwickelten Finanzsektors nimmt die Kaprepublik für ausländische Unternehmen eine Sprungbrettfunktion für die Region ein. Zusammen mit Brasilien, Russland, China und Indien gehört Südafrika zur Gruppe der großen Schwellenländer BRICS.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Südafrikas Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Südafrika.

Offizieller Name & Hauptstadt: Republik Südafrika, Pretoria und Kapstadt (Parlamentssitz)

Geschäftssprache: Englisch

Einwohner: 59,3 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 28 (2020)*

Bevölkerungswachstum: 1,3 % (2020)*

Währung & Wechselkurs (März 2021): Rand (R); 1 R = 100 Cents; 1 Euro = 17,506 R

BIP: 5.067 US-Dollar pro Kopf (2020)*

BIP-Wachstum: 3,1 % (2021)*

Ausländische Direktinvestitionen: 150,95 Mrd. US-Dollar (2019)*

Deutsche Einfuhren: 8.505 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2020*; in % der Gesamteinfuhr)

  1. Kfz und -Teile 30,9
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 23,4
  3. Maschinen 11,6
  4. NE-Metalle 10,3
  5. Gold 9,4
  6. Nahrungsmittel 5,2
  7. Chem. Erzg. 3,4
  8. Eisen und Stahl 1,1
  9. Getränke/Tabak 1,1
  10. Erdölnebenerzeugnisse 0,8

Deutsche Ausfuhren: 6.539 Millionen Euro (2020)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2020*; in % der Gesamtausfuhr)

  1. Kfz und Kfz-Teile 21,3
  2. Maschinen 21,2
  3. Chemische Erzeugnisse 20,8
  4. Elektrotechnik 7,7
  5. Mess- und Regeltechnik 5,2
  6. Elektronik 4,0
  7. Metallwaren 2,7

*vorläufige Angabe, Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Südafrika von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Südafrika

Matthias Boddenberg, Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK):

Südafrika ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent. Der bilaterale Handel lag 2018 bei rund 17 Milliarden Euro. Nahezu 600 deutsche Firmen sind vor Ort tätig. Schwerpunkte sind der Automobilbau sowie die Zulieferindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Chemieindustrie. Gute Entwicklungsmöglichkeiten bietet der Energiesektor sowie die Nahrungsmittelverarbeitung. Auch im Bereich der "Green Economy" sowie der Abfallwirtschaft eröffnen sich zunehmend Chancen der Kooperation zwischen deutschen und südafrikanischen Firmen.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Südafrikas als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Reformen gewinnen an Dynamik
  • Diversifizierte, teils hochmoderne Industrie
  • Rohstoffvorkommen (Platin, Kohle, Gold, Diamanten und Mangan)
  • Relativ gute Infrastruktur (Straßen, Häfen, Schienenverkehr)

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Ineffiziente und personell überbesetzte Verwaltung und Staatsbetriebe
  • Große gesellschaftliche Ungleichheit
  • Hohe Kriminalität mit Folgekosten für die Wirtschaft
  • Gravierende Defizite bei schulischer und beruflicher Ausbildung

O (Opportunities | Chancen)

  • Hoher Importbedarf bei Konsumgütern und Hightechprodukten
  • Gute naturräumliche Voraussetzungen für erneuerbare Energien (Solar und Wind)
  • Standort für den afrikaweiten Markteinstieg mit eigenem großem Absatzmarkt
  • Dynamische Industrieentwicklung bei Reformen

T (Threats | Risiken)

  • Soziale Unruhen
  • Starker Einbruch beim Konsum und Pleitewelle blockieren spätere Erholung (sekundäre Krise)
  • Misslingen von Sanierung und Umstrukturierung von Staatsbetrieben 
  • Stromausfälle

Potenzialbranchen


Maschinenbau

Es werden vor allem Landtechnik, Maschinen für den Bau und Bergbau sowie für die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie hergestellt. Durch den schwachen Rand verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit südafrikanischer Maschinenbauer. Hoher Bedarf für Industrie 4.0 im Bergbau bringt gute Möglichkeiten für Kooperationen.

Chemie

Der Bergbau entwickelt sich gut und fragt verstärkt Sprengstoffe und Prozesschemikalien nach. Im Kfz-Sektor und der Bauwirtschaft stagniert die Nachfrage nach Kunststoffen und Lacken. Die Forderungen, in Treibstoffen den Schwefelgehalt zu vermindern, werden dringlicher.

Umwelt und Wasser

Eine neue Gesetzesinitiative nimmt Produzenten und Importeure stärker in die Pflicht, Verantwortung beim Recycling zu übernehmen. Kraftwerke und die Schwerindustrie müssen in Maßnahmen zur Luftreinhaltung investieren. Im Wassersektor hakt es bei der Projektumsetzung. Möglichkeiten zur Beteiligung bieten sich vor allem im Abwasserbereich.

Energiewirtschaft

Der Energiesektor befindet sich im Umbruch. Die Regierung tut etwas gegen die gravierenden Versorgungsengpässe. Ein Notprogramm zum Kapazitätsausbau ist auf den Weg gebracht. Seit langem angekündigte Projekte für Erneuerbare Energien, überwiegend für Wind- und Solarkraft, wurden ausgeschrieben. Hiervon profitiert die jüngst angeschlagene Teileproduktion für Wind- und Solarenergie. Fraglich ist, ob die für 2021 in Aussicht gestellten weiteren Ausschreibungen folgen. 
Bergbau und Rohstoffe


Wieder steigende Rohstoffpreise treiben die Exporte an. Eine hohe Nachfrage aus China und die Entwicklung der Wasserstofftechnologie können dem Sektor neue Impulse für Investitionen geben, auch wenn die Rahmenbedingungen nicht immer die besten sind. Der Bergbau könnte maßgeblich zur Erholung der Wirtschaft beitragen.

Automobil

In 2020 sind Produktion und Absatz um etwa 30 Prozent zurückgegangen. Davon wird sich die Schlüsselbranche nur langsam erholen. Zu den aktuellen Herausforderungen zählt der Umstieg von Verbrennungsmotoren auf E-Mobilität in zentralen europäischen Abnehmermärkten. Da die Branche stark exportorientiert ist, müssen die Hersteller auf diesen Trend reagieren.  

Gesundheitswirtschaft

Im Zuge der Coronapandemie bauen öffentlicher und privater Sektor die Kapazitäten aus. Der Markt für Medizintechnik ist der größte in Subsahara-Afrika. Mehr als 90 Prozent des Bedarfs werden importiert, wobei die Nachfrage zuletzt insgesamt schwach war.

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 verzeichnete die Landwirtschaft ein starkes Wachstum von 9 Prozent, 2021 wird ein Plus von 3 bis 4 Prozent erwartet. Der Import von Landmaschinen legt trotz des schwachen Rand weiter zu. Die Debatte um Landenteignungen ohne Entschädigungen könnte an Brisanz verlieren.

Nahrungsmittelindustrie

Der Endkonsum bleibt schwach und damit das Marktumfeld für die breit aufgestellte Branche schwierig. Hersteller von hochpreisigen Nahrungsmitteln und von alkoholischen Getränken verzeichnen zum Teil starke Umsatzeinbußen. Die Getränkeindustrie strebt an grüner zu werden.

Bauwirtschaft


Der Bausektor soll zum Wachstumsmotor für die südafrikanische Wirtschaft werden. Mit der Hilfe privater Investoren und internationaler Partner will der Staat Projekte in den Bereichen Energie, Wohnungsbau, Gütertransport, Wasser und digitale Infrastruktur anschieben. Die Umsetzung der Vorhaben kann sich durch offene Finanzierungsfragen und strukturelle Probleme verzögern. Für etwas besser gefüllte Auftragsbücher sorgen auch die Minenbetreiber, die zurückgestellte Instandsetzungen und Erweiterungen nachholen.

Der Branchencheck Südafrika enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Rechtssystem Südafrikas ist eine Mischung aus britischem und niederländisch-römischem Recht. Ausländische Investoren sind laut Gesetz inländischen gleichgestellt und dürfen nicht schlechter behandelt werden. Zu beachten ist das Broad-Based Black Economic Empowerment Programm, mit dem die wirtschaftliche Beteiligung der schwarzen Bevölkerung erhöht werden soll. Ausländischen Investoren stehen die regulären Gesellschaftsformen zur Verfügung. Am häufigsten werden in Südafrika Private Companies gegründet, die mit der deutschen GmbH vergleichbar sind. 

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Südafrika sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regelungen zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Arbeitsmarkt und Löhne

Die Qualifizierung junger Fachkräfte, die sich am Bedarf der südafrikanischen Wirtschaft ausrichtet, ist eine der großen Herausforderungen des Landes. iMOVE: Training – Made in Germany bietet Informationen zum südafrikanischen Markt der Aus- und Weiterbildung und Chancen, die sich für deutsche Bildungsanbieter ergeben.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Südafrika sind verschiedene Geber, wie die KfW Entwicklungsbank oder die Weltbank, aktiv. Geberfinanzierte Projekte haben hier jedoch eine geringere Bedeutung als in weniger entwickelten Ländern der Region. Trotzdem ergeben sich Geschäftsmöglichkeiten aus diesen Vorhaben im Rahmen internationaler Ausschreibungen. Im Jahr 2018 resultierten die meisten Tender aus Projekten, die die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit finanzieren. Eingekauft wurden in erster Linie Consultingleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle 

Unterstützung beim Markteinstieg

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWi-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Südafrika zu erleichtern.

Energiewirtschaft

Im Rahmen der Exportinitiative Energie des BMWi wurden zwei Zielmarktanalysen für Südafrika veröffentlicht: 

Das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Energieeffizienz der AHK für das südliche Afrika berät Unternehmen vor Ort und bietet Marktinformationen.

Wasser und Umwelt

Das BMWi-Markterschließungsprogramm hat 2019 eine Zielmarktanalyse zum Thema Wasserwirtschaft in Südafrika und Namibia veröffentlicht.

Zu den Bereichen Wasser und Umwelt unterstützen zwei Kompetenzzentren der AHK für das südliche Afrika Unternehmen vor Ort:

Bergbau und Rohstoffe

Das Kompetenzzentrum Bergbau und Rohstoffe der AHK Südliches Afrika fördert die Kooperation mit Partnern vor Ort. Auf der Website des Kompetenzzentrums finden Sie zahlreiche Publikationen; u.a. "Health and Safety in South African mines: A best practice report 2018".

Sicherheitstechnologie

Das BMWi-Markterschließungsprogramm hat 2020 eine Zielmarktanalyse zum Thema zivile Sicherheit in Südafrika veröffentlicht.

Erfahrungsberichte

Kontakte und weiterführende Links