Das Länderprofil wurde zuletzt im September 2020 aktualisiert.

Südafrika ist das mit Abstand am stärksten industrialisierte Land des gesamten Kontinents. Die breit aufgestellte Wirtschaft bringt trotz struktureller Wachstumshemmnisse wichtige Grundvoraussetzungen für eine gute Entwicklung mit. Aufgrund seines wirtschaftlichen Gewichtes, einer ausgebauten Infrastruktur und eines entwickelten Finanzsektors nimmt die Kaprepublik für ausländische Unternehmen eine Sprungbrettfunktion für die Region ein. Zusammen mit Brasilien, Russland, China und Indien gehört Südafrika zur Gruppe der großen Schwellenländer BRICS.

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Südafrikas Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zu Südafrika.

Offizieller Name & Hauptstadt

Republik Südafrika, Pretoria und Kapstadt (Parlamentssitz)

Geschäftssprache

Englisch

Einwohner & Durchschnittsalter

ca. 58,6 Millionen, Ø 26

Bevölkerungswachstum*

1,3%

Währung & Wechselkurs (Ø 2019)

Südafrikanischer Rand (R),

1 Euro = 16,35 R

BIP (pro Kopf in US$ 2019)*

6.100

BIP-Wachstum 2020*

-5,8%

Ausländische Direktinvestitionen 2018 (in Mrd. US-Dollar)

128,8

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter 2019 (in % der Gesamteinfuhr)*

  1. Kfz und Kfz-Teile 46,4%
  2. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 16,4%
  3. Maschinen 9,5%
  4. NE-Metalle 8,4%
  5. Nahrungsmittel 4,1%

Deutsche Ausfuhren 2019

9.346 Millionen Euro

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter 2019 (in % der Gesamtausfuhr)*

  1. Kfz und Kfz-Teile 25,9%
  2. Maschinen 21,3%
  3. Chemische Erzeugnisse 16%
  4. Elektrotechnik 7,4%
  5. Mess- und Regeltechnik 4,9%

*vorläufige Angabe, Prognose/Schätzung

Weitere Länderinformationen finden Sie unter www.gtai.de/suedafrika

Expertenstimme zu Südafrika

Matthias Boddenberg, Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK):

Südafrika ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent. Der bilaterale Handel lag 2018 bei rund 17 Milliarden Euro. Nahezu 600 deutsche Firmen sind vor Ort tätig. Schwerpunkte sind der Automobilbau sowie die Zulieferindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Chemieindustrie. Gute Entwicklungsmöglichkeiten bietet der Energiesektor sowie die Nahrungsmittelverarbeitung. Auch im Bereich der "Green Economy" sowie der Abfallwirtschaft eröffnen sich zunehmend Chancen der Kooperation zwischen deutschen und südafrikanischen Firmen.

SWOT-Analyse

Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Südafrikas als Wirtschaftsstandort: Eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Privatisierung staatlicher Funktionen (state capture) wird aufgearbeitet
  • Rohstoffe(vor allem Kohle, Gold, Platin, Diamanten und Seltene Erden)
  • Vergleichsweise gute Verkehrsinfrastruktur: Straßen, Häfen, Schienenwege
  • Breit aufgestellte, teilweise hochmoderne Industrie

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Verwaltung und Staatsbetriebe wenig effizient und personell überbesetzt
  • Sehr starke gesellschaftliche Ungleichheit
  • Hohe Kriminalität mit Folgekosten für die Wirtschaft
  • Gravierende Defizite bei Schulen und Berufsausbildung

O (Opportunities | Chancen)

  • Hoher Einfuhrbedarf bei Konsumgütern, vor allem bei Hightech-Produkten
  • Gute Bedingungen für erneuerbare Energien (Solar und Wind)
  • Sprungbrett für den Afrika-weiten Markteinstieg und großer Binnenmarkt
  • Abwertung der Währung begünstigt Exporte

T (Threats | Risiken)

  • Steigende Covid-19 Fallzahlen
  • Starker Konsumeinbruch  und Konkurswelle blockieren spätere Erholung (sekundäre Krise)
  • Scheitern von Sanierung und Umstrukturierung von Staatsbetrieben
  • Engpässe bei der Stromversorgung
  • Soziale Unruhen

Potenzialbranchen


Automobil

Acht internationale Hersteller produzieren vor Ort, sieben davon seit Jahrzehnten. Von deutscher Seite sind BMW, Daimler und Volkswagen aktiv. Die lokale Fertigung soll deutlich ausgeweitet werden. Auch viele Zulieferbetriebe haben sich angesiedelt.  

Bauwirtschaft

Insolvenzen und die Abwanderung von Fachkräften nagen an der Substanz. Mit Hilfe privater Investoren will der Staattrotz knapper Kassen vor allem das Schienennetz und die Wasserversorgung modernisieren und ausbauen. 

Bergbau und Rohstoffe

Stromabschaltungen, hohe Betriebskosten und rechtliche Unsicherheiten setzen den Minenbetreibern zu. Die geologische Ausstattung ist weiterhin gut.

Chemie

Die Branche stagniert und wartet auf Impulse von den wichtigen Abnehmern aus Bergbau, Bau und Kfz. Im kohlebasierten Sektor Petrochemie sorgen strengere Vorgaben zur Luftreinhaltung für Bewegung.

Energiewirtschaft

Der Energieplan 2018 sieht bis 2030 eine stärkere Rolle für erneuerbare Energien (plus 13.770 Megawatt) und Erdgas (8.100 Megawatt) vor. Bisher dominiert Kohle mit einem Anteil von 85 Prozent an der Stromerzeugung.

Gesundheitswirtschaft

Im Zuge der Coronapandemie bauen öffentlicher und privater Sektor die Kapazitäten aus. Der Markt für Medizintechnik ist der größte in Subsahara-Afrika. Mehr als 90 Prozent des Bedarfs werden importiert.

Landwirtschaft

Bei abnehmendem BIP-Anteil bleibt der Sektor wichtiger Arbeitgeber, Exporteur und Abnehmer von Maschinen und Düngemitteln. Die Debatte um entschädigungslose Enteignung von Land verunsichert Investoren.

Maschinenbau

Hergestellt werden vor allem Maschinen für den Bau und Bergbau, die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie und den Agrarbereich. Das Potenzial für Industrie 4.0 bringt gute Möglichkeiten für Kooperationen.

Nahrungsmittelindustrie

Das schwierige Marktumfeld sorgt für Unterauslastung der Kapazitäten. Investitionen zum Senken der Energie- und Personalkosten sowie zur Umstellung auf neue Produkte und Konzepte infolge geänderten Verbraucherverhaltens sind möglich.

Umwelt und Wasser

Investiert wird in die kommunale Wasserversorgung, die großen Nachholbedarf hat. Kontaminierte Halden sowie die Luftverschmutzung durch alte Kohlekraftwerke und Chemieanlagen sind Probleme.

Der Branchencheck Südafrika enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Südafrika sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regelungen zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

"Zoll und Einfuhr Kompakt Südafrika"

Rechtliche Rahmenbedingungen

Einen ersten Überblick über ausgewählte Bereiche des in Südafrika geltenden Rechts vermittelt der Länderbericht „Südafrika - Recht kompakt“. Enthalten sind Kurzinformationen unter anderem zum Gesellschaftsrecht, zum Investitionsrecht und zum Steuerrecht.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Südafrika sind verschiedene Geber, wie die KfW Entwicklungsbank oder die Weltbank, aktiv. Geberfinanzierte Projekte haben hier jedoch eine geringere Bedeutung als in weniger entwickelten Ländern der Region. Trotzdem ergeben sich Geschäftsmöglichkeiten aus diesen Vorhaben im Rahmen internationaler Ausschreibungen. Im Jahr 2018 resultierten die meisten Tender aus Projekten, die die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit finanzieren. Eingekauft wurden in erster Linie Consultingleistungen.

Projektfrühinformationen Südafrika (GTAI-Datenbank)

Aktuelle Ausschreibungen Südafrika (GTAI-Datenbank)

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Stern steht unsere Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie "real practices" von Unternehmen in Südafrika.

Energiewirtschaft

IT und Telekommunikation

Anlagen- und Maschinenbau

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