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Das Länderprofil wurde zuletzt im April 2021 aktualisiert.

Côte d‘Ivoire verzeichnet seit dem Ende der politischen Instabilität 2012 einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung und zählt zu den erfolgreichsten Ökonomien in Subsahara-Afrika. Im regionalen Vergleich ist die ivorische Wirtschaft breit aufgestellt. Das Investitionsklima kann als insgesamt gut bezeichnet werden. Als Tor zum frankofonen Westafrika bietet das Land Zugang zu einer Region mit mehr als 110 Millionen Menschen. Die Regierung Ouattara wurde 2020 im Amt bestätigt. Ein notwendiger Generationenwechsel steht bei der politischen Führung zwar noch aus. Dennoch bietet die Elfenbeinküste ein im afrikanischen Vergleich stabiles Umfeld. Der politische und wirtschaftliche Reformkurs für weiteres Wachstum dürfte fortgesetzt werden.


Hinweis

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Côte d‘Ivoires Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Daten und Fakten

GTAI

Der Africa Business Guide liefert Ihnen mit den TOP 10 der wichtigsten Wirtschaftsdaten einen ersten Länderüberblick zur Elfenbeinküste.

Offizieller Name: Republik Côte d'Ivoire

Hauptstadt: Yamoussoukro/Abidjan (Regierungssitz)

Geschäftssprache: Französisch

Einwohner: ca. 27,0 Millionen (2020)*

Durchschnittsalter: Ø 19,9 (2019)*

Bevölkerungswachstum: 2,3% (2020)*

Währung & Wechselkurs (September 2020): CFA-Franc (FCFA), fest an den Euro gekoppelt; 1 Euro = 655,957 FCFA

BIP pro Kopf: 2.230 US$ (2019)*

BIP-Wachstum: 1,8% (2020)*

Ausländische Direktinvestitionen: 10,78 Mrd. US$ (2019)*

Wichtigste deutsche Einfuhrgüter (2019*; in % der Gesamteinfuhr):

  1. Nahrungsmittel 76,5
  2. Erdöl 13,2
  3. Rohstoffe (außer Brennstoffe) 9,9
  4. Kork-und Holzwaren 0,2
  5. Chemische Erzeugnisse. 0,1

Deutsche Ausfuhren: 212,0 Millionen Euro (2019)*

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter (2019*; in % der Gesamtausfuhr):

  1. Maschinen 23,5
  2. Chemische Erzeugnisse 16,8
  3. Papier, Pappe 9,8
  4. Getränke, Tabak 9,5
  5. Elektronik 8,0
  6. Kfz und Kfz-Teile 7,4
  7. Nahrungsmittel 3,8

*Prognose/Schätzung

Quelle: Wirtschaftsdaten kompakt - Côte d'Ivoire von Germany Trade & Invest 

Expertenstimme zu Côte d’Ivoire

Wolfgang Karg, GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika:

GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika Wolfgang Karg

Wolfgang Karg

Côte d’Ivoire ist auf dem besten Weg von einem Entwicklungs- zu einem Schwellenland. Das macht es für deutsche Unternehmen zu einem interessanten Wachstumsmarkt und einem Drehkreuz für ganz Westafrika. Auch die Pandemie hat das rasante Wirtschaftswachstum nicht bremsen können. Im Rahmen der Reformpartnerschaft „Compact with Africa“ arbeiten Deutschland und Côte d’Ivoire gemeinsam an verbesserten Rahmenbedingungen für mehr privatwirtschaftliches Engagement.

SWOT-Analyse

Germany Trade & Invest beleuchtet Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Côte d'Ivoires als Wirtschaftsstandort und gibt eine Orientierungshilfe.

S (Strengths | Stärken)

  • Gute Konjunkturaussichten
  • Der CFA-Franc ist an den Euro gebunden. Währungsrisiko besteht somit nicht
  • Breit aufgestellte Landwirtschaft. Bei einigen Agrarrohstoffen zählt das Land weltweit zu den bedeutendsten Produzenten
  • Abidjan kann als Hub in andere frankofone Länder wie Mali, Burkina Faso, Niger, Benin und Togo genutzt werden

W (Weaknesses | Schwächen)

  • Ineffizienz, Korruption und Vetternwirtschaft in der öffentlichen Verwaltung
  • Starke Präsenz vor allem französischer Unternehmen. Intensiver Wettbewerb
  • Geringe Kaufkraft der ivorischen Bevölkerung
  • Politische Stabilität ist noch fragil

O (Opportunities | Chancen)

  • Bedarf an Maschinen für die Konsumgüter- und die Bauindustrie sowie den Bergbau und die Landwirtschaft
  • Infrastrukturprojekte in den Bereichen Transport, Energie, Wasser, Gesundheit und Telekommunikation
  • Steigende Konsumgüternachfrage in einem schnell wachsenden formellen Einzelhandel

T (Threats | Risiken)

  • Unsicherheiten durch Präsidentschaftswahlen im Oktober 2020; im schlechtesten Fall neuerliche politische Instabilität. Szenario ist Beobachtern zufolge gleichwohl unwahrscheinlich

Potenzialbranchen


Bauwirtschaft

Die Coronapandemie konnte das Wachstum in der Bauwirtschaft kaum stoppen. Côte d’Ivoire richtet in 2023 den Afrika-Cup aus, deswegen investiert der Staat in die Modernisierung und den Ausbau von Straßen, Hafenanlagen, Krankenhäusern und Sportstadien. Private Akteure investieren in Abidjan in Büros, Einkaufszentren, Hotels und Wohnungen.

Bergbau

Seit etwa zehn Jahren immer mehr Goldbergbau durch internationale Unternehmen. Inzwischen zahlreiche Minenbetreiber, die regelmäßig Bergbautechnik abnehmen. Bis 2025 soll die Gold-Produktion auf über 50 Tonnen gesteigert werden.

Energiewirtschaft

Weiterer Ausbau von Netzen und Kraftwerkskapazitäten (thermisch, Wasser und Solar) vorgesehen. Staat setzt auf private und geberfinanzierte Projekte. Ziel bis 2030: die Stromerzeugung zu verdoppeln.Côte d’Ivoire ist Mitglied der Weltbank-Initiative Scaling Solar.

Landwirtschaft

Côte d’Ivoires wichtigste Exportgüter sind Kakao, Cashewnüsse, Baumwolle, Kaffee und Kautschuk. Die Regierung kurbelt den Aufbau von Wertschöpfungsketten im Land an, das soll mit Steuerbefreiungen und Zollnachlässen auf die Einfuhr von Ersatzteilen und Ausrüstung gelingen. Dennoch ist das Land nach wie vor auf Lebensmittelimporte angewiesen. In Abidjan entwickelt das Africa Rice Center unter deutscher Beteiligung neue Reisanbaumethoden.

Nahrungsmittel

Der Einzelhandel wuchs 2019 um 4,1 Prozent. Vor allem die Nachfrage nach Konsumgütern legte zu. In Côte d'Ivoire gibt es daher verstärkt Investitionen bei der Herstellung, Transport und Verpackung von Nahrungsmitteln. Deutsche Unternehmen sind hier laut des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) maßgeblich beteiligt. Von 2018 auf 2019 stiegen die deutschen Exporte für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen um 11,6 Prozent auf 12,6 Millionen Euro.

Umwelt und Wasser

Noch steht der Schutz der Umwelt bei vielen Unternehmen und der Bevölkerung hinten an – mittelfristig dürfte sich das ändern. Im Juni 2020 verkündigte die International Development Association (IDA) der Weltbank, dass Côte d'Ivoire einen Kredit von umgerechnet rund 280 Millionen Euro für Abwasser- und Abfall-Management erhält. German Water Partnership betreibt in Abidjan ein eigenes Büro, um die Wasser- und Abwasserprojekte in West- und Zentralafrika zu koordinieren.

Gesundheitswirtschaft

Die Regierung will bis 2024 umgerechnet 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Gesundheitssektors stecken. Die Deutsche Bank finanziert gemeinsam mit der Islamischen Entwicklungsbank (ICIEC) den Bau von zwei Krankenhäusern. Das Startup authentic.network aus Chemnitz hat im Land ein Pilotprojekt gestartet, um Medikamentenfälschung zu bekämpfen.

Der Branchencheck Côte d‘Ivoire enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Information

Côte d’Ivoire ist eines von zwölf afrikanischen Ländern der G20-Initiative Compact with Africa (CwA). Ziel ist es, die Bedingungen für private Investitionen in den Teilnehmerländern zu verbessern.
 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Rechtssystem in Côte d’Ivoire basiert im Wesentlichen auf französischem Recht. Im wirtschaftlichen Bereich spielt außerdem das Recht der OHADA (Organisation zur Harmonisierung des Wirtschaftsrechts in Afrika) eine große Rolle. Die OHADA ist eine internationale Organisation mit 17 Mitgliedstaaten in West- und Zentralafrika. Ausländische Investoren sind inländischen gleichgestellt und können grundsätzlich in allen Bereichen investieren. Auch beim Gründen einer Gesellschaft stehen ausländischen Investoren die gleichen Rechtsformen zu wie inländischen Investoren. Das Gesellschaftsrecht wurde von den OHADA-Mitgliedstaaten vereinheitlicht, sodass in allen Mitgliedstaaten die gleichen Regelungen gelten. Eine beliebte Rechtsform ist die Société par action simplifiées (SARL), die einer deutschen GmbH ähnelt. 

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Côte d’Ivoire sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Côte d'Ivoire sind viele Geberorganisationen aktiv. Ein großes Projektportfolio haben die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank, die sich auf Infrastrukturvorhaben konzentriert. Neue Projekte gab es im Jahr 2018 vor allem im Bereich der Landwirtschaft. Schwerpunkte der deutschen bilateralen Zusammenarbeit sind unter anderem ländliche Wirtschaftsentwicklung und Biodiversität sowie erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Aus Entwicklungsprojekten resultieren eine Vielzahl von Aufträgen, die ab bestimmten Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Im Jahr 2018 betraf der Großteil dieser Tender Consultingleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle

Unterstützung beim Markteinstieg

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWi-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Côte d'Ivoire zu erleichtern.

>> Aktuelle Veranstaltungen zum Zielmarkt Côte d'Ivoire

Nahrungsmittel

Côte d'Ivoire gehört zu den Zielländern des Projektes "Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika" des Wirtschaftsnetzwerks Afrika.

Cover der Marktstudie Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika

Marktstudie Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika

Das Projekt umfasst verschiedene Module, u.a.

Energiewirtschaft

Die Exportinitiative Energie hat zwei Zielmarktanalysen zur Energieerzeugung in Côte d’Ivoire veröffentlicht: 

Für den Bereich Energiewirtschaft hat die GIZ einen Sector Brief Partnership Ready: Erneuerbare Energien zu Chancen im Energiesektor in Côte d’Ivoire veröffentlicht.

Umwelt und Wasser

Die GIZ informiert Unternehmen mit dem Sector Brief Partnership Ready: Kunststoffabfallwirtschaft zum Markt für Kunststoffabfall in Côte d’Ivoire.

Ein weiterer Sector Brief Partnership Ready: Organische Abfallverwertung und Abfallmanagement der GIZ informiert Unternehmen zum Umfeld für organischen Abfall in Côte d‘Ivoire.

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Motto steht die Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie real practices von Unternehmen in Côte d‘Ivoire. 

Aus- und Weiterbildung

Nahrungsmittel

Kontakte und weiterführende Links