Côte d‘Ivoire zählt zu den erfolgreichsten Ökonomien in Subsahara-Afrika. Seit dem Ende der politischen Instabilität 2012 verzeichnet das westafrikanische Land einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung. Im regionalen Vergleich ist die ivorische Wirtschaft breit aufgestellt.

Als Tor zum frankofonen Westafrika bietet Côte d‘Ivoire Zugang zu einer Region mit mehr als 110 Millionen Menschen. Die Regierung Ouattara wurde 2020 im Amt bestätigt. Der politische und wirtschaftliche Reformkurs für weiteres Wachstum dürfte fortgesetzt werden. Zwar steht ein notwendiger Generationenwechsel bei der politischen Führung weiterhin aus. Dennoch bietet die Elfenbeinküste ein im afrikanischen Vergleich stabiles Umfeld. Das Investitionsklima gilt insgesamt als gut.

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Coronapandemie auf Côte d‘Ivoires Wirtschaft finden Sie im Special von Germany Trade & Invest.

Das Länderprofil wurde zuletzt im Juni 2021 aktualisiert.

Daten und Fakten Côte d'Ivoire

Expertenstimme

GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika Wolfgang Karg

Wolfgang Karg

Côte d’Ivoire ist auf dem besten Weg von einem Entwicklungs- zu einem Schwellenland. Das macht es für deutsche Unternehmen zu einem interessanten Wachstumsmarkt und einem Drehkreuz für ganz Westafrika. Im Rahmen der Reformpartnerschaft "Compact with Africa" arbeiten Deutschland und Côte d’Ivoire gemeinsam an verbesserten Rahmenbedingungen für mehr privatwirtschaftliches Engagement.

Wolfgang Karg GTAI-Korrespondent für West- und Zentralafrika

SWOT-Analyse

S

Strengths Stärken

  • Krisenresiliente Volkswirtschaft bewährte sich in Coronapandemie
  • Führungsrolle im frankofonen Westafrika
  • Anhaltendes Wirtschaftswachstum und steigende Kaufkraft
  • Exportorientierte Landwirtschaft und steigende Rohstoffförderung
  • Starker Investitionszufluss durch internationale Kapitalgeber
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Weaknesses Schwächen

  • Spannungen und Machtkämpfe zwischen Parteiführern
  • Korruption, Vetternwirtschaft; intransparente und ineffiziente Verwaltung
  • Wertschöpfungsketten noch unterentwickelt
  • Abhängigkeit von Preisentwicklung an Rohstoff- und Agrarmärkten
  • Informeller Sektor noch immer stark ausgeprägt
O

Opportunities Chancen

  • Regierung und internationale Geldgeber investieren in Infrastruktur und Ausbau von Wertschöpfungsketten
  • Chancen für Maschinen- und Anlagenbau zur Förderung von Öl, Gas und weiteren Rohstoffen sowie in Bauindustrie
  • Deutsch ist als zweite oder dritte Fremdsprache populär; mehr als 200.000 Ivorer sprechen Deutsch
  • Verbraucher suchen nach Alternativen zu französischen Konsumgütern
  • Nachholbedarf bei Entwicklung von Abfall- und Kreislaufwirtschaft sowie im Umweltschutz
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Threats Risiken

  • Politische Auseinandersetzungen drohen sich in lokaler Gewalt zu entladen
  • Ethnische Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen; teilweise starke Ressentiments gegenüber Franzosen und Libanesen
  • Gefahr durch Eindringen islamistischer Gruppen im Norden aus Mali und Burkina Faso
  • Steigende Staatsverschuldung, vor allem auch gegenüber privaten Gläubigern und China
  • Umweltverschmutzung und Anfälligkeit für Folgen des Klimawandels

Potenzialbranchen

Bauwirtschaft

Die Coronapandemie konnte das Wachstum in der Bauwirtschaft kaum stoppen. Côte d’Ivoire richtet in 2023 den Afrika-Cup aus, deswegen investiert der Staat in die Modernisierung und den Ausbau von Straßen, Hafenanlagen, Krankenhäusern und Sportstadien. Private Akteure investieren in Abidjan in Büros, Einkaufszentren, Hotels und Wohnungen.

Bergbau

Seit etwa zehn Jahren immer mehr Goldbergbau durch internationale Unternehmen. Inzwischen zahlreiche Minenbetreiber, die regelmäßig Bergbautechnik abnehmen. Bis 2025 soll die Gold-Produktion auf über 50 Tonnen gesteigert werden.

Energiewirtschaft

Weiterer Ausbau von Netzen und Kraftwerkskapazitäten (thermisch, Wasser und Solar) vorgesehen. Staat setzt auf private und geberfinanzierte Projekte. Ziel bis 2030: die Stromerzeugung zu verdoppeln.Côte d’Ivoire ist Mitglied der Weltbank-Initiative Scaling Solar.

Landwirtschaft

Côte d’Ivoires wichtigste Exportgüter sind Kakao, Cashewnüsse, Baumwolle, Kaffee und Kautschuk. Die Regierung kurbelt den Aufbau von Wertschöpfungsketten im Land an, das soll mit Steuerbefreiungen und Zollnachlässen auf die Einfuhr von Ersatzteilen und Ausrüstung gelingen. Dennoch ist das Land nach wie vor auf Lebensmittelimporte angewiesen. In Abidjan entwickelt das Africa Rice Center unter deutscher Beteiligung neue Reisanbaumethoden.

Nahrungsmittel

Der Einzelhandel wuchs 2019 um 4,1 Prozent. Vor allem die Nachfrage nach Konsumgütern legte zu. In Côte d'Ivoire gibt es daher verstärkt Investitionen bei der Herstellung, Transport und Verpackung von Nahrungsmitteln. Deutsche Unternehmen sind hier laut des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) maßgeblich beteiligt. Von 2018 auf 2019 stiegen die deutschen Exporte für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen um 11,6 Prozent auf 12,6 Millionen Euro.

Umwelt und Wasser

Noch steht der Schutz der Umwelt bei vielen Unternehmen und der Bevölkerung hinten an – mittelfristig dürfte sich das ändern. Im Juni 2020 verkündigte die International Development Association (IDA) der Weltbank, dass Côte d'Ivoire einen Kredit von umgerechnet rund 280 Millionen Euro für Abwasser- und Abfall-Management erhält. German Water Partnership betreibt in Abidjan ein eigenes Büro, um die Wasser- und Abwasserprojekte in West- und Zentralafrika zu koordinieren.

Gesundheitswirtschaft

Die Regierung will bis 2024 umgerechnet 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Gesundheitssektors stecken. Die Deutsche Bank finanziert gemeinsam mit der Islamischen Entwicklungsbank (ICIEC) den Bau von zwei Krankenhäusern. Das Startup authentic.network aus Chemnitz hat im Land ein Pilotprojekt gestartet, um Medikamentenfälschung zu bekämpfen.

Der Branchencheck Côte d‘Ivoire enthält weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Links zu ausführlichen Branchenberichten.

Marktzugang

Information

Côte d’Ivoire ist eines von zwölf afrikanischen Ländern der G20-Initiative Compact with Africa (CwA). Ziel ist es, die Bedingungen für private Investitionen in den Teilnehmerländern zu verbessern.
 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Rechtssystem in Côte d’Ivoire basiert im Wesentlichen auf französischem Recht. Im wirtschaftlichen Bereich spielt außerdem das Recht der OHADA (Organisation zur Harmonisierung des Wirtschaftsrechts in Afrika) eine große Rolle. Die OHADA ist eine internationale Organisation mit 17 Mitgliedstaaten in West- und Zentralafrika. Ausländische Investoren sind inländischen gleichgestellt und können grundsätzlich in allen Bereichen investieren. Auch beim Gründen einer Gesellschaft stehen ausländischen Investoren die gleichen Rechtsformen zu wie inländischen Investoren. Das Gesellschaftsrecht wurde von den OHADA-Mitgliedstaaten vereinheitlicht, sodass in allen Mitgliedstaaten die gleichen Regelungen gelten. Eine beliebte Rechtsform ist die Société par action simplifiées (SARL), die einer deutschen GmbH ähnelt. 

Zoll- und Einfuhrregelungen

Bei der Einfuhr von Waren nach Côte d’Ivoire sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen

In Côte d'Ivoire sind viele Geberorganisationen aktiv. Ein großes Projektportfolio haben die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank, die sich auf Infrastrukturvorhaben konzentriert. Neue Projekte gab es im Jahr 2018 vor allem im Bereich der Landwirtschaft. Schwerpunkte der deutschen bilateralen Zusammenarbeit sind unter anderem ländliche Wirtschaftsentwicklung und Biodiversität sowie erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Aus Entwicklungsprojekten resultieren eine Vielzahl von Aufträgen, die ab bestimmten Schwellenwerten international ausgeschrieben werden. Im Jahr 2018 betraf der Großteil dieser Tender Consultingleistungen.

Bei Germany Trade & Invest finden Sie aktuelle

Unterstützung beim Markteinstieg in Côte d'Ivoire

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das BMWi-Markterschließungsprogramm und weitere Institutionen der Außenwirtschaftsförderung bieten verschiedene Maßnahmen in ausgewählten Branchen an, um deutschen Unternehmen die Erschließung des Zielmarktes Côte d'Ivoire zu erleichtern.

Nahrungsmittel

Côte d'Ivoire gehört zu den Zielländern des Projektes "Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika" des Wirtschaftsnetzwerks Afrika.

Cover der Marktstudie Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika Wirtschaftsnetzwerk Afrika Marktstudie Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik in Westafrika

Das Projekt umfasst verschiedene Module, u.a.

Energiewirtschaft

Die Exportinitiative Energie hat drei Zielmarktanalysen zur Energieerzeugung in Côte d’Ivoire veröffentlicht: 

Für den Bereich Energiewirtschaft hat die GIZ einen Sector Brief Partnership Ready: Erneuerbare Energien zu Chancen im Energiesektor in Côte d’Ivoire veröffentlicht.

Umwelt und Wasser

Die GIZ informiert Unternehmen mit dem Sector Brief Partnership Ready: Kunststoffabfallwirtschaft zum Markt für Kunststoffabfall in Côte d’Ivoire.

Ein weiterer Sector Brief Partnership Ready: Organische Abfallverwertung und Abfallmanagement der GIZ informiert Unternehmen zum Umfeld für organischen Abfall in Côte d‘Ivoire.

Erfahrungsberichte

Aus den Erfahrungen anderer Unternehmen in Afrika lernen – unter diesem Motto steht die Rubrik Erfahrungsberichte. Hier finden Sie real practices von Unternehmen in Côte d‘Ivoire.

Geschäftsführer Sergio Tommasini wird zum Dorfchef ernannt

Teamgeist: Fischverarbeiter aus Italien wird zum Dorfchef

Der Thunfischverarbeiter Airone ist eines von zwei ausländischen Unternehmen, das in Côte d'Ivoire industriell Fisch verarbeitet.

Sanitärinstallateur montiert Waschbecken

Ausbildung made in Germany: Villeroy & Boch in Côte d‘Ivoire 

Um ein hochwertiges Produkt anzubringen, braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb exportiert Villeroy & Boch nicht nur Produkte, sondern auch handwerkliches Know-how.

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