Afrika besitzt eine Vielfalt an touristischen Destinationen und Angebote für sämtliche Zielgruppen. Um den Sektor krisenfester zu machen, setzen viele afrikanische Länder auf eine weitere Diversifizierung des Tourismus. Nachhaltigkeit spielt dabei eine Schlüsselrolle. Das gilt sowohl bei der Modernisierung bestehender Infrastruktur als auch für die behutsame Erschließung neuer Zielmärkte. Von Beratung über Ausbildung bis hin zu Umwelttechnik und Bauwirtschaft – überall sind die Leistungen deutscher Unternehmen gefragt.

Auch in Afrika hat der Tourismussektor stark unter der Coronapandemie gelitten. Umso mehr bemühen sich einzelne afrikanische Länder, unabhängiger von globalen Krisen zu werden. Statt lediglich den Pauschaltourismus zu bedienen, erweitern viele Destinationen ihre Angebotspalette. Mit abwechslungsreichen Tourismuskonzepten erschließen sie sich neue Zielgruppen. Ob Individualreisen, Ökotourismus oder Tagungsgeschäft, die Branche in Afrika ist facettenreich.

Der Tourismus spielt in vielen afrikanischen Ländern als Devisenbringer und Garant für Arbeitsplätze eine zentrale Rolle für die Gesamtwirtschaft. Er sorgt durch seine enge Verflechtung mit weiteren Dienstleistungen für positive Impulse auch in Bereichen wie Bau, Handel, Gewerbe, Logistik und Transport. Nicht zuletzt besitzt er auch großes Potenzial für die lokale Wertschöpfung.

Deutsche Unternehmen können daran mitwirken, die Tourismusindustrie in Afrika erfolgreich weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch der Aufbau einer effizienten und ressourcensparenden Infrastruktur an neuen Standorten. Hier sind vor allem Lösungen gefragt, die einen nachhaltigen Tourismus unterstützen. Von der Photovoltaikanlage auf dem Hoteldach bis zum passenden Angebot der Aus- und Weiterbildung für lokale Arbeitskräfte – der Touristiksektor in Afrika bietet viele Geschäftsmöglichkeiten. 

180.000

2022 haben etwa 180.000 Menschen aus Deutschland ihren Urlaub in Subsahara-Afrika verbracht (statista). 

74

Durch die Coronapandemie sind 2020 die Touristenankünfte in Afrika um rund 74 Prozent gesunken (statista).

169

Reisen und Tourismus haben 169 Milliarden US$ zur Wirtschaft in Afrika im Jahr 2019 beigetragen.

Potenzialmärkte für die Tourismusindustrie in Afrika

Afrikakarte, Ruanda

Ruanda

Dank guter Infrastruktur und mit geschicktem Eigenmarketing kommt der Tourismus in dem kleinen Binnenstaat wieder in Schwung. Die Hauptstadt Kigali kann sich mehr und mehr als internationaler Konferenzstandort positionieren. Die nationale Fluglinie RwandAir ist eine der besten Airlines in ganz Afrika, mit zahlreichen Verbindungen auf dem Kontinent und nach Übersee.

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Karte von Afrika mit Markierung auf Marokko und Flagge des Landes

Marokko

Marokko will den Tourismussektor nachhaltiger gestalten. So hat das Land das Programm "Saubere Strände" gestartet, um die touristischen Standorte an der Mittelmeer- und Atlantikküste aufzuwerten. Zu den Initiativen gehören auch eine effizientere Stadtplanung, die Reduzierung illegaler Mülldeponien sowie die Installation von Meerwasserentsalzungs- und Kläranlagen. Der Tourismussektor ist von großer Bedeutung für das Land mit seinen zahlreichen, von der UNESCO anerkannten Weltkulturerbestätten.

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Afrikakarte, Tansania

Tansania

Weltbekannte Attraktionen wie die großen Naturreservate oder die Insel Sansibar sorgen wieder für mehr Gäste und zusätzliche Devisen. Der tansanische Staat baut sein Programm der Sonderwirtschaftszonen aus; sie sollen in Zukunft auch Tourismusparks umfassen. Unternehmen, die dort investieren, können von Zoll- und Steuervergünstigungen sowie einer vereinfachten Wareneinfuhr profitieren. In der Serengeti besteht großer Bedarf für ein nachhaltiges Müllentsorgungskonzept sowie bei der Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. 

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Afrikakarte, Namibia

Namibia

Das touristische Potenzial im Land ist noch lange nicht ausgeschöpft. Auf die Branche entfielen 2019 rund 15 Prozent der Beschäftigten, der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2019 ebenfalls bei 15 Prozent. Die KfW-Bankengruppe unterstützt den Aufbau eines nachhaltigen Abfallmanagements in den namibischen Nationalparks. Zahlreiche Tourismuseinrichtungen haben bereits in Solaranlagen investiert. Bei stärkerem Wachstum der Branche dürften hier die Investitionen weiter anziehen.

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Afrikakarte, Gambia

Gambia

Das kleine westafrikanische Land am Atlantik gilt als europanahes und vergleichsweise günstiges Reiseziel. Gambia arbeitet am Ausbau seiner touristischen Infrastruktur und hat bereits die Kapazität des Flughafens in Banjul erweitert. Der Staat setzt auf den Neubau von Hotels sowie eines Konferenzzentrums. Das deutsche Tourismusunternehmen FTI hat in Gambia bereits zwei Hotels übernommen. Der Tourismus trägt etwa 20 Prozent zum Bruttoinlandprodukt bei und macht rund 50 Prozent der Gesamteinnahmen bei Waren- und Dienstleistungen aus. 

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Afrikakarte, Tunesien

Tunesien

Für alternative Tourismuskonzepte erhält Tunesien Unterstützung unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Kleinere Gästehäuser und Outdoor-Anbieter stärken die lokale Landwirtschaft und das Handwerk. Deren Angebot entwickelt sich zunehmend in Richtung Bioproduktion und Direktvermarktung. Aber auch im klassischen Hotelgewerbe gibt es Bewegung, denn nach teilweise langem Leerstand ist der Modernisierungsbedarf groß. In der Region Nabeul-Hammamet befinden sich 15 Modernisierungsprojekte in der Umsetzung. 

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Afrikakarte, Südafrika

Südafrika

Ende März 2022 schaffte Südafrika die Covid-19-Tests für vollständig geimpfte Reisende ab, wodurch der Tourismus wieder Aufwind erfährt. Im Frühling 2022 erreichte die Hotelauslastung in der Kapregion bereits 75 Prozent des Niveaus vor Corona. Für den Winter 2022/2023 plant die Lufthansa-Tochter Eurowings Discover neue Direktflüge zum Krüger Nationalpark. Touristikexperten werten die Ankündigung dieser Exklusivroute als starkes Zeichen für die wachsende Nachfrage aus Deutschland und Indiz für weiteres Potenzial in Südafrika.

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Afrikakarte, Mauritius

Mauritius

Die Regierung will den Tourismus, der jeden zehnten Arbeitsplatz stellt, nachhaltiger machen. Spezielle Ausbildungsprogramme, mehr Abfallmanagement sowie eine bessere Energie- und Wasserversorgung sind dabei zentrale Anliegen. Mauritius positioniert sich auch zunehmend als Standort für Tagungen und Konferenzen. Hilfreich dafür sind die geostrategisch günstige Lage zwischen Afrika und Asien sowie eine gute Hotel- und IKT-Infrastruktur.

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Afrikakarte, Madagaskar

Madagaskar

Angesichts der einzigartigen Flora und Fauna des Landes besitzt der Tourismussektor Madagaskars großes Potenzial. Es ist von deutlich wachsenden Buchungszahlen auszugehen. Bei vielen Hotels und Lodges sind Renovierungen überfällig. Die eher schlechte Versorgung mit Strom und Wasser über die existierenden Netze macht eigene Investitionen interessant, insbesondere im Bereich der Solartechnik. 

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Afrikakarte, Ägypten

Ägypten

Im Touristiksektor gewinnen Solarwärmeanlagen für das Heizen von Pools, für Wäschereien und sonstigen Warmwasserbedarf in Hotels an Bedeutung. Intelligente Beleuchtungssysteme verbreiten sich ebenfalls zunehmend. Nach coronabedingten Rückschlägen hat Ägypten mittlerweile wieder seinen Platz unter den weltweit beliebtesten Reisezielen einnehmen können. So investiert die Branche wieder in neue Kapazitäten. Im Jahr 2021 befanden sich 54 Hotels mit etwa 16.000 Zimmern im Bau; davon rangieren 30 Hotels in der Fünf-Sterne-Klasse.

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Afrikakarte, Cabo Verde

Cabo Verde

Die Inselgruppe vor der Nordwestküste Afrikas möchte den Tourismussektor weiter ausbauen. 2019 trug der Tourismus fast 40 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Zukünftig sollen kleine und mittlere Unternehmen stärker in die touristischen Wertschöpfungsketten integriert werden. Zur Förderung eines resilienten Tourismus erhalten die Kapverden Unterstützung von der Weltbank. Gefragt sind vor allem Beratungs-, Bau- und Lieferleistungen für die Bereiche nachhaltige Fischerei, Küstenschutz, Straßenbau und Stadtplanung. 

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Afrikakarte, Ghana

Ghana

Der Tourismussektor in Ghana ist noch wenig entwickelt, hat aber viel Potenzial. Mit einer neuen Kampagne will das Land mehr Besucher anlocken und den Tourismus innerhalb der gesamten ECOWAS-Region ankurbeln. Die "Destination Ghana"-Kampagne fördert unter anderem das Angebot von Stadtrundfahrten in den jeweiligen Hauptstädten der insgesamt 16 ghanaischen Regionen. Zudem sollen in jedem Landesteil zwei Sehenswürdigkeiten touristisch entwickelt und vermarktet werden.

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Kennzahlen für Tourismus in ausgewählten Märkten in Afrika

Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in Afrika im Ländervergleich

Entwicklungsprojekte und Ausschreibungen zu Tourismus in Afrika

Tourismus ist kein Schwerpunkt in der internationalen Zusammenarbeit. Nichtsdestotrotz fördern unter anderem die Weltbank und die KfW Entwicklungsbank Projekte im Tourismussektor, auch in Verbindung mit Naturschutz und ländlicher Entwicklung. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) kooperiert mit mehreren afrikanischen Ländern im Tourismusbereich, unter anderem zur Fort- und Weiterbildung von Personal. Das Import Promotion Desk (IPD) unterstützt nachhaltigen Tourismus in Tunesien.

Projekt- und Ausschreibungshinweise für die Tourismus- und Reisebranche Neues Fenster zu "Projekt- und Ausschreibungshinweise für die Tourismus- und Reisebranche".

Germany Trade & Invest informiert fortlaufend über aktuelle Ausschreibungen im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Meldungen zum Tourismus in Afrika

08.08.2022 Meldung Mehr Flugverbindungen für touristische Reisen nach Afrika

Ab November 2022 nimmt Eurowings Discover den Krüger Nationalpark als Exklusivziel im Flugplan auf

24.06.2020 Meldung Tunesien könnte von Produktionsverlagerungen der EU profitieren

Die Coronakrise trifft Tunesiens Wirtschaft vor allem im Tourismus und in den Zulieferindustrien

Ansprechpartner für Tourismus in Afrika

Kontakt Nora Eichkorn

Expert Sustainable Tourism Import Promotion Desk +49 (0) 30 590 099 462

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Publikationen zur Tourismusbranche in Afrika